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„Discovery“ in Kalifornien gelandet


13.08.2005 (A. Krause) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.air-and-space.com

Die sichere Landung der Raumfähre „Discovery“ hat zweieinhalb Jahre nach der „Columbia-Tragödie“ für große Erleichterung bei der US-Raumfahrtbehörde NASA gesorgt. NASA-Chef Michael Griffin sprach vom „Beginn einer neuen Ära“. Mit sieben Besatzungsmitgliedern an Bord setzte der Spaceshuttle um 5.11 Uhr Ortszeit (14.11 Uhr MESZ) auf der Rollbahn der Luftwaffenbasis Edwards in der kalifornischen Mojave-Wüste auf.

Einen zweiwöchigen Aufenthalt im Weltraum hatte die Raumfähre hinter sich, den Großteil davon angedockt an die „Internationale Raumstation“ (ISS). Die kritische Phase des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre überstand die „Discovery“ problemlos. „Die >>Discovery<<“ ist wieder zu Hause“, teilte die NASA-Missionsleitung nach der Landung per Funk mit. Mit „Willkommen daheim“ wurden Kommandantin Eileen Collins und ihre sechs Co-Astronauten begrüßt. „Gute Arbeit“, antwortete Collins der Bodenstation. „Wir hatten eine phantastische Mission“, sagte sie später nach dem Ausstieg aus dem Shuttle. Erleichtert fügte sie aber auch hinzu, alle seien „glücklich“, dass sie gut gelandet seien.

Auch die NASA-Offiziellen am Luftwaffenstützpunkt Edwards zeigten sich erleichtert. „Heute ehren wir die Besatzung der >>Discovery<<“, sagte der für das Spaceshuttle-Programm verantwortliche Bill Persons. Griffin räumte ein, dass in der Vergangenheit „gewisse Dinge schlecht gelaufen“ seien. Jetzt müsse mit aller Kraft an einer weiteren Mission vor Jahresende gearbeitet werden.

Gegen 13.00 Uhr MESZ begann die entscheidende Phase des Landeanflugs. Die Crew zündete für knapp drei Minuten die drei Steuertriebwerke zum Abbremsen. Durch das Manöver reduzierte sich die Geschwindigkeit geringfügig von 27.200 auf 26.900 Stundenkilometer, was aber ausreichte, um die Raumfähre auf die Flugbahn in Richtung Edwards zu drücken. Pilot Jim Kelly drehte anschließend die Nase des Shuttles nach vorn.

Gegen 13.40 Uhr MESZ trat das Spaceshuttle in gut 120 Kilometern Höhe über den im Südpazifik liegenden Cook-Inseln in die obersten Schichten der Erdatmosphäre ein, wie die NASA mitteilte. Es begann damit die mehrminütige Phase der extremen Erhitzung der Unterseite des Shuttles. In dieser Phase war Anfang Februar 2003 die „Columbia“ wegen eines Defektes am Hitzeschild an der Unterseite verglüht, wobei alle sieben Astronauten an Bord starben.

Die „Discovery“ überstand diese Phase dagegen unbeschadet, danach flog sie vier lang gezogene Kurven, um den Landeweg zu verlängern und damit die extrem hohe Geschwindigkeit abzubauen.

Wegen schlechten Wetters war die Landung nach Kalifornien verlegt worden. Sie wurde ursprünglich rund drei Stunden früher am Kennedy-Space-Center in Florida erwartet. Spaceshuttles können nicht bei Regen landen, da Wasser beim Kontakt mit den Hitzekacheln sofort verdampfen würde und die Kacheln absprengen könnten.

Der Stützpunkt Edwards ist in der Vergangenheit schon 49 Mal für die Landung eines Shuttles genutzt worden, unter anderem landete dort am 14. April 1981 die „Columbia“ nach der ersten Shuttle-Mission überhaupt. Eine Landung in Kalifornien hatte die NASA allerdings möglichst vermeiden wollen, weil der Transport des Shuttles von Edwards zurück zum Kennedy-Space-Center in Florida Millionensummen kosten würde. Die Raumfähre muss von einer Boeing 747 huckepack dorthin geflogen werden.

Glückwünsche kamen aus aller Welt. Die deutsche Raumfahrtindustrie, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die russische Raumfahrt-Agentur Poskosmos beglückwünschten die NASA zur „Discovery“-Landung und hoffen nun auf einen weiteren Ausbau der ISS.



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