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Nur eine Niederlage in 31 Kämpfen hat er hinnehmen müssen und diese will der Gentleman nicht auf sich sitzen lassen. Am 31. März 2007 wird Henry Maske in der Olympiahalle in München Vergeltung gegen seinen einzigen Bezwinger Virgil Hill fordern.
Der am 6. Januar 1964 geborene Brandenburger legte bereits als sechsjähriger mit dem Besuch seines ersten Boxtrainings den Grundstein für seine Karriere. Als Amateursportler wurde er zwischen 1983 und 1988 fünfmal DDR-Meister, darauf folgend 1988 Olympiasieger und ein Jahr später sogar Amateur-Weltmeister. An diese Erfolge schloss sich nach der Wende der Wechsel ins Profi-Lager an. Nur drei Jahre später erlangte Henry Maske seinen ersten Weltmeistertitel im Halbschwergewicht (IBF) gegen Charles Williams. Diesen Titel sollte er in den nächsten drei Jahren bis 1996 elfmal verteidigen, wobei er gegen Größen wie Anthony Hembrick (USA) oder den „Tiger“ Graciano Rocchigiani (Deutschland) siegreich den Ring verließ. Erst in seinem letzten Kampf verlor er nach Punkten gegen Virgil Hill (USA).
Nun will sich dieser Mann, der zwischenzeitlich als Unternehmer tätig ist und einen Wohltätigkeitsfond gegründet hat, der Herausforderung stellen und denjenigen besiegen, der ihm als einziger Profi eine Niederlage beschert hat.
Nun ist das Ereignis aber schon zehn Jahr her – und Henry Maske, eben um diesen Zeitraum älter geworden und nicht mehr im aktiven Profigeschäft tätig. Sein Gegner ist zwar nur zwölf Tage jünger als Henry Maske, aber er hat nie pausiert und ist derzeit amtierender Weltmeister.
Um das vermeintliche Defizit auszugleichen, befindet sich der Gentleman seit dem 4. September 2006 im täglichen Training. Nur sonntags hat er frei. Die erste Phase des Trainingsprogramms bestritt er mit dem amerikanischen Trainer Teddy Atlas, der auch schon Mike Tyson (USA) trainierte, in Hackensack, New Jersey. Doch nun ist er aus den USA zurückgekehrt. Daneben hat er den Trainerwechsel zu seinem alten Erfolgscoach Manfred Wolke gut überstanden. Gleiches gilt für eine Knieoperation am 6. Dezember 2006, die er komplett schmerzfrei hinter sich gebracht hat, hat ihn nicht zurückgeworfen. Henry Maske fühlt sich zumindest körperlich trotz seines vorangeschrittenen Alters und Praxisdefizits gerüstet.
Aber auch Erfolgsregisseur Dieter Wedel weiß, befragt zum TV-Boxen und (seinem) Helden: „Draufhauen kann jeder. Maske hat mehr drauf.“ Dessen ist sich Henry Maske in gleicher Weise bewusst. Er weiß, dass sich die Qualität eines Boxers nicht nur in seiner tatsächlichen körperlichen Kraft messen lässt. Es gehört ebenso Köpfchen dazu. Die Niederlage Axel Schulz’ am 25. November 2006 gegen Brian Minto lässt ihn noch respektvoller mit der Herausforderung umgehen. Henry Maske will diesen Kampf ferner nicht als Startpunkt für eine fortlaufende Karriere sehen, sondern als einmaligen Event um seine Ehre wieder herzustellen.
Er sieht diesen Schritt außerdem als eine „Rückkehr zu sich selbst“. Ihn hat der Gedanke an den Kampf gegen Hill zehn Jahre beschäftigt und nun will er damit abschließen. Die Feststellung des fast identischen Alters von Hill war nur noch der letzte Ansporn. Ihm ist klar, dass er seine Ressourcen jetzt nutzen muss. Vielleicht spricht ihm die Aussage von Hürdenläufer Greg Foster Mut zu: „Ich bin wie Wein und werde im Alter immer besser.“
Henry Maske, der Gentleman, ist zurückgekehrt – zu sich, noch mehr in die Medien, ins Bewusstsein der Menschen, zu seinem Publikum. Er ist Boxer, weil er es so will.
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