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Muhammad Ali - Eine Sportlegende und ein Botschafter des Friedens


08.02.2007 (S. Ranjah) Kategorie: Sport

Bild: www.mdr.de

Auch heute noch ist Muhammad Ali berühmt und beliebt wie vor knapp 26 Jahren – als er noch im Ring stand, mit lässig hängenden Armen und tanzendem Schritt. „Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“, nannte er selbst seinen damals eigentümlichen Stil. Am Mittwoch, den 17. Januar 2007, ist der weltbekannte Profiboxer des Schwergewichts nun 65 Jahre alt geworden.

Dem Boxsport hatte er bereits 1979 den Rücken gekehrt, aber Muhammad Ali kämpft auch heute noch. Mit seinem außergewöhnlichen Engagement für die Verständigung zwischen der westlichen und der islamischen Welt, hat er sich weltweit verdient gemacht, wofür ihn auch Bill Clinton, Ex-Präsident der USA, lobte: „Die Welt ist durch dich ein besserer Ort“.

In einem bewegenden Fernsehauftritt verurteilte der bekennende Muslim die Terroranschläge vom 11. September 2001 noch am selben Tag. Als 22-jähriger war Muhammad Ali zum Islam konvertiert und fortan als Botschafter seines Glaubens aufgetreten. Er betonte bei seinen zahlreichen Auftritten immer wieder die friedliche Grundhaltung des Islam. So geht es auch in seinem 2005 erschienen Buch „Mit dem Herzen eines Schmetterlings“ vor allem um den Glauben an Allah und um moralische Tapferkeit.

Als erster Sportler wurde er im Jahr 2005 mit der Otto-Hahn-Friedensmedaille ausgezeichnet. Im selben Jahr bekam er die „Freiheitsmedaille“, die höchste zivile Auszeichnung in den USA, die ihm US-Präsident George W. Bush überreichte und ihn „Mann des Friedens“ nannte. „Welche Botschaften er rübergebracht hat, welche Entscheidungen er getroffen hat, auch gegen die eigene Karriere – das würde sich heute keiner mehr trauen, das ist einmalig“, staunt auch Boris Becker, Ex-Tennisspieler und dreimaliger Wimbledon-Sieger.

„Der Größte“

In den 61 Kämpfen seiner steilen Karriere, hatte der 1,92 Meter große Mann nur fünf Niederlagen eingesteckt. Zuerst war er drei Jahre lang Weltmeister bis ihm der Titel 1967 aberkannt wurde, weil er in den USA den Wehrdienst verweigerte. Eine Entscheidung, die er aus religiösen Gründen fällte, um sich gegen den Vietnamkrieg zu stellen („Kein Vietnamese hat mich jemals Nigger genannt“). Doch 1970 bekam er seine Chance, wieder in den Boxsport einzusteigen und trug in dieser Phase die drei legendären Kämpfe aus. Im „Kampf des Jahrhunderts“ brachte sein Gegner Joe Frazier ihm die erste Niederlage ein. Darauf folgten jedoch mit „Rumble in the Jungle“ in Kinshasa (Kongo, das damalige Zaire) und „Thrilla in Manila“ (Philippinen), zwei historische k.o.-Siege. Jahrelang verteidigte er erfolgreich seinen hart erarbeiteten Weltmeistertitel.

Bekannt wurde er nicht nur wegen dem herausragenden Erfolg; auch sein vorlautes Mundwerk und seine Show, die er im Ring abgab und welche bei der Presse zuerst wenig Sympathie weckte, brachte ihm Aufmerksamkeit. Als der „Größte“, der die Welt wachgerüttelt hätte, bezeichnete sich 1964 der gerade mal 22-jährige, nachdem er Schwergewichtsweltmeister Sonny Liston in einem k.o.-Kampf entthront hatte.

Ein Vorbild für viele

Im Jahr 1979 war er dann am Ende seiner Profikarriere angelangt. Er gab den WBA-Titel zurück und verabschiedete sich vom Boxsport, denn die ersten Symptome seiner nicht heilbaren Krankheit zeigten sich, die er als eine Art göttliche Prüfung ansah: „Gott prüft dich auf bestimmte Weise. Ich habe den Titel gewonnen, wurde Champion – kraftvoll und stark, gutaussehend. Und dann prüft mich Gott, nimmt meine Gesundheit“, sagte der Vater von neun Kindern in einem Interview anlässlich seines 60. Geburtstages.

Nun ist Muhammad Ali, den das Internationale Olympische Komitee im Jahr 1999 zum „Sportler des Jahrhunderts“ kürte, 65 Jahre alt geworden. Seine vielen Kämpfe haben zwar ihre Spuren hinterlassen, denn der gefährliche Boxsport forderte seinen Tribut: Muhammad Alis Hände zittern und seine Stimme ist leise und undeutlich, weil er an Parkinson leidet. Doch die Faszination der Millionen Fans auf der ganzen Welt ist geblieben. In seiner Glanzzeit wachten seine Bewunderer nächtelang, um die legendären Kämpfe ihres Idols live zu erleben. Mit „Ali, Ali“-Rufen erfüllten sie den Saal. Heute wird er mit den größten Ehrungen gewürdigt und immer noch begeistert er Menschen, von ganz Normalen bis hin zu Sportlern und Prominenten, „weil er mehr ist als nur Sportler, er ist ein Phänomen“, erklärte Boris Becker einmal seine Bewunderung für den Profiboxer. Doch der Große tritt bei seinem 65. Geburtstag nicht in irgendeiner Show auf, sondern begeht den Tag bescheiden und trifft sich mit seinen engen Verwandten.



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