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So wie es aussieht, rückt das erklärte Ziel der Bundesregierung – mehr junge Menschen aus einkommensschwachen Familien für ein Studium zu begeistern – wieder in weite Ferne. Auch nach fünf Jahren stagnierenden BAföGs lehnt die Regierung eine Erhöhung mit der Begründung hab, die Sanierung des Staatshaushaltes sei wichtiger als die Bedürfnisse der Studenten. Dabei wurde in den beiden vergangenen Berichten zum Bundesausbildungsförderungsgesetzes, 2003 und 2005, eine Erhöhung als erforderlich erachtet. Stattdessen werden die Studenten auf Studienkredite hingewiesen, was den Staat billiger kommt.
Derzeit erhalten etwa 850.000 Schüler, Studenten und Auszubildende BAföG. Knapp die Hälfte der studentischen BAföG-Empfänger erhält den momentanen Höchstsatz von € 585 monatlich. Obwohl die Lebenshaltungskosten die letzten Jahre deutlich gestiegen sind und die studentischen Durchschnittsausgaben rund € 100 über dem BAföG-Maximum liegen, verweisen die Politiker lediglich auf das Kindergeld. Dieses – sofern es von den Eltern weitergereicht wird – erhöht, so ist es in dem letzten Bericht über das BAföG zu lesen, den „Finanzierungsspielraum, der dem Auszubildenden zur Verfügung steht“.
Die letzte BAföG-Erhöhung gab es wie bereits erwähnt vor fünf Jahren. Um das Niveau von 2002 wieder zu erreichen, empfiehlt das Deutsche Studentenwerk (DSW), die Freibeträge um 8,7 % und die Bedarfssätze um 10,3 % anzuheben. Das wären für Studenten zusätzliche € 48 sowie für Schüler € 36 mehr im Monat.
Wenn die stetig steigenden Lebenshaltungskosten durch das BAföG nicht ausreichend finanziert werden können, gibt es noch die Möglichkeit eines so genannten Studienkredites. Im Gegensatz zum BAföG, welches zu 50 % ein Zuschuss und zu 50 % ein zinsloses Darlehen ist, handelt es sich bei einem Studienkredit um ein zu 100 % verzinstes Darlehen. Somit besteht bei Kreditaufnahme immer die Gefahr in eine Schuldenfalle zu geraten, denn ein Studium stellt keine Garantie für einen späteren Job – und somit eine Rückzahlung der Schulden – dar. Es wird deswegen vor einer „nicht tragbaren Darlehensbelastung“ gewarnt, die Studieninteressierte aus ärmeren Familien abzuschrecken droht.
Nur beim Arbeiten plant die Bundesregierung eine leichte Verbesserung: Zurzeit dürfen Studenten zusätzlich maximal € 350 verdienen. Zukünftig soll dieser Freibetrag auf € 400 angehoben werden. Auch sollen die etwa 28.000 BAföG-Empfänger mit Kindern künftig mehr Geld bekommen – bis zu € 113 im Monat. Der Haken lässt allerdings nicht lange auf sich warten: Der bisherige Teilerlass der Darlehensschuld soll nach einer Übergangszeit für ehemalige BAföG-Eltern entfallen. Genaueres ist zu dieser Übergangszeit allerdings noch nicht bekannt.
Auch die Grünen sowie die Linkspartei im Bundestag fordern eine BAföG-Erhöhung, da es ein sozialer und bildungspolitischer Tiefschlag wäre, die Haushaltskonsolidierung über die Interessen der Studenten zu stellen.
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