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Wir leben in einer Zeit, in der ungewollte Kinderlosigkeit von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) als Krankheit anerkannt wird. In diesem Fall wird den Frauen schon nach einem Jahr eine in-Vitro-Fertilisation angeboten. Bei dieser Methode werden weibliche Eizellen außerhalb des Körpers mit männlichen Spermien befruchtet. Drei der Behandlungszyklen werden von der Krankenkasse getragen. Nun leben wir in einer Zeit, in der vor allem in den USA die Studiengebühren explodieren (es müssen durchschnittlich 22.000 Dollar jährlich bezahlt werden). Studierende müssen somit im Sommer partiell drei Jobs mit teilweise 40 Stunden in der Woche annehmen.
Um den beiden Missständen Abhilfe zu verschaffen, rekrutieren Makler „Eizellenspenderinnen“ durch Inserate in Schulen, Colleges sowie Universitäten und die Kunden können sich in Ruhe aus Angebotskatalogen die geeigneten Merkmalsträger heraussuchen. Eine solche Anzeige kann dann wie folgt aussehen: „Bildungskredite abbezahlen, Studiengebühren für ein Graduierten-Studium entrichten, im Ausland studieren oder einen guten Start in Ihre berufliche Zukunft – Wie? Spenden Sie anonym Eizellen für ein glückliches kinderloses Ehepaar mit hoher Ausbildung, musikalischen und athletischen Fähigkeiten. Wegen der Bedeutung für Sie und uns werden wir der ausgesuchten Spenderin die außergewöhnliche Summe von 60.000 Dollar bezahlen. Schreiben Sie einen Brief mit Informationen über sich und Ihren Hintergrund an unser Anwaltsbüro.“ Präziser formuliert sieht dann eine Annonce so aus: „Attraktiv, intelligent, Ergebnis des akademischen Auswahltests mindestens 1370, 21 bis 29 Jahre, Größe mindestens 1,62 Meter, kein Übergewicht.“
Die Auswüchse dieses Trends sind erstaunlich. Es gibt sogar Datenbanken in denen Models ihre Eizellen verkaufen. Auf der Internetseite eines amerikanischen Produzenten von erotischen Fotografien und Pornofilmen, Ron Harris, versteigern Models sogar ihre Eizellen unter dem Motto: „Come up to beauty!“ (Komm zur Schönheit!). Er sagt auf seiner Website, dass die Kinder mit einer Gabe wie Intelligenz, Schönheit oder sozialen Fertigkeiten mehr Erfolg im Leben haben werden. Diese Gaben könne man bei ihm ersteigern. Seine Provision beträgt 20 %. Er bezeichnet sein Vorgehen als „Darwins natürliche Auslese in ihrer besten Form“.
Doch das ist längst noch nicht alles, denn um spenden zu können, muss erst die Produktion der Eizellen angeregt werden. Dazu wird der Spenderin eine hohe Dosis eines Hormonpräparats verabreicht und ihnen schließlich in Vollnarkose per Scheidenpunktion die Zellen entnommen. Eine Spenderin berichtet hierbei von nahezu unerträglichen Schmerzen nach der Operation. Des Weiteren gibt es Berichte, die von Todesfällen infolge des Medikaments sprechen. Trotz der Schmerzen und der bekannten Gefahr hat die Spenderin die Prozedur bereits elf Mal über sich ergehen lassen – primär, um ihr Studium bezahlen zu können.
Ein weiterer Punkt ist, dass durch das gesetzliche Verbot von Eizellenspenden in Ländern wie Deutschland und England die gute Bezahlung des „Fortpflanzungstourismus“ stark angeregt wird. Das bedeutet, dass Frauen nach Spanien, Russland oder in die USA reisen, um dort eine Spende abzugeben und dafür Bares zu kassieren. Oder sie lassen sich in anderen Ländern befruchten. So kann es auch passieren, dass Frauen, die trotz des fortgeschrittenen Alters und noch einmal Mutter werden. So hat eine 66-jährige Rumänin eine Tochter geboren, während eine 57-jährige Amerikanerin sogar Zwillinge auf die Welt brachte.
Es ist derzeit also noch nicht abzusehen, wie weit der Fortschritt zwischen Eizellenspende, Samenspende und künstlicher Gebärmutter hinführen wird. Wichtig ist nur, dass es international zumindest annähernd identische Gesetzgebungen gibt. Ebenso ist anzumerken, dass in jedem Land für sich genommen, die Gesetze verständlich und logisch aufgebaut sind. In Deutschland jedoch gibt es sehr viele Ausnahmeregelungen und Schlupflöcher.
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