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New York: Erstes Todesurteil seit 50 Jahren


19.02.2007 (I. Switil) Kategorie: Welt

Bild: news.bbc.co.uk

Im März 2003 tötete der heute 24-jährige Ronell Wilson zwei Polizisten durch Kopfschüsse. Das US-Bundesgericht im Stadtteil Brooklyn fällte nun sein Urteil: Tod durch die Giftspritze. Somit wurde das erste Mal seit über fünf Jahrzehnten das Todesurteil in New York ausgesprochen. Ob und wann die Strafe verhängt wird, ist allerdings noch offen.

Neu-New Yorker und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat noch zu Beginn des Jahres einen Trend zur Abschaffung der Todesstrafe ausgemacht. In New York kann jetzt allerdings nicht mehr die Rede davon sein. Mit „Fry Baby“, „Schmore Kleiner“ und „Tod richtig“ befürworten die Boulevard-Zeitungen die Entscheidung.

Ronell Wilson wurde vorgeworfen 2003 zwei verdeckte Ermittler der New Yorker Polizei erschossen zu haben. Er habe gewusst, dass die beiden als potentielle Waffenhändler auftretenden Ermittler Polizisten gewesen waren und habe sie vorsätzlich mit Kopfschüssen getötet.

Seit 53 Jahren hatte es kein Todesurteil in der Metropole gegeben. Die Geschworenen haben nun Ronell Wilson in die Todeszelle geschickt. Der verurteilte Mörder zeigt, laut Gericht, keine Reue. Die Witwen der beiden Polizeibeamten, die er getötet hatte, sind erleichtert. „Ich möchte mich nur bei Gott, den Juroren und der Anklage, die so hart gearbeitet hat, bedanken. Jetzt können James und Andrew in Frieden ruhen“, so eine der Frauen.

Seit über 40 Jahren keine Hinrichtung mehr

Seit dem Jahr 1965 wurde im Staat New York niemand mehr hingerichtet. Die Todesstrafe wurde erst wieder unter dem republikanischen Gouverneur George Pataki verhängt, ohne je rechtskräftig zu werden. Vor knapp zwei Jahren bezeichnete das Oberste New Yorker Gericht ein Todesurteil gar als verfassungswidrig. Seit die Regierung unter Präsident George W. Bush an der Macht ist, zogen die Bundesgerichte immer mehr Verfahren an sich. Die konservativen Justizminister in Washington drängten in zahlreichen Fällen auf die Todesstrafe, besonders in Staaten wie New York, die die Hinrichtungen jedoch ablehnten.

Mittlerweile laufen bis zu drei Angeklagte Gefahr durch die Giftspritze zu sterben, da das Bundesgericht an der New Yorker Justiz vorbei so entschieden hat. Wilsons Anwalt ist der Meinung, dass in seinem Fall eine andere Strafe sehr wohl möglich wäre. „Dies ist ein Fall, wo lebenslang ohne die Möglichkeit zur vorzeitigen Entlassung eine sehr harsche, aber vielleicht verdiente Strafe wäre.“ Weiter meint er: „Wir sind traurig über den Tod der Detektive. Aber es ist traurig, wenn Rache und Justiz ein und dasselbe werden.“

Seit Antritt der Bush-Regierung hat sich die Zahl der Todeskandidaten in den US-Bundesgefängnissen verdoppelt. Die letzte Hinrichtung auf Bundesebene liegt allerdings drei Jahre zurück. Seitdem in New York die Todesstrafe abgeschafft wurde, ist die Mordrate, auch ohne die angeblich abschreckende Wirkung, in den letzten Jahren massiv gefallen.



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