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Litwinenko: Bond mit Echtheits-Zertifikat


04.03.2007 (A. Pipos) Kategorie: Kultur

Bild: zelos.zeit.de

Das Leben des ehemaligen russischen Geheimagenten Alexander Litwinenko soll nun von drei großen Filmstudios Hollywoods verfilmt werden. Sein mysteriöser Tod liegt dabei nicht einmal fünf Monate zurück.

Warner Brothers und Columbia Pictures lieferten sich in den letzten Wochen ein regelrechtes Wettrennen um den Erwerb der Rechte an einer Verfilmung über das Schicksal Litwinenkos. Beide Unternehmen haben bereits die Rechte an verschiedenen Büchern erworben, die von Litwinenko oder Personen aus seinem Freundeskreis verfasst wurden. Durch den Erwerb erhoffen sich die Studios eine persönlichere Perspektive auf sein Leben als Spion.

Laut der Homepage der amerikanischen Zeitschrift „Variety“ hat Columbia Pictures für umgerechnete 1,2 Millionen Euro die Rechte an einem Buch erworben, das von Litwinenkos Witwe Marina zusammen mit Alex Goldfarb, einem Freund des ehemaligen Spions verfasst wurde und in einigen Monaten erscheinen soll. Als Regisseur hat das Studio Michael Mann im Visier, der bereits Filme wie „Miami Vice“ und „Collateral“ produziert hat. Die Verfilmung stellt sich Michael Mann als Spionagethriller vor, der „die Kollision zwischen den tief verwurzelten, vom Geheimdienst KGB geförderten Machtstrukturen und der neuen Welle von Wildwest-Kapitalismus in Russland“ darstellen soll.

Warner Brothers hat jedoch auch ein Ass im Ärmel: Fluch der Karibik-Star und Publikumsliebling Johnny Depp möchte die Produktion für den Film übernehmen und eventuell Litwinenko oder eine andere Rolle im Film spielen. Depps eigene Produktionsfirma „Infinitum Nihil“ hatte die Rechte an dem Buch „Sasha’s Story: The Life and Death of a Russian Spy“ des „New York Times“-Journalisten Alan Cowell erworben. Alan Cowell hatte das Geschehen von Anfang an mitverfolgt und sich mit dem Tod von Alexander Litwinenko auseinandergesetzt.

Neben Warner Brothers und Columbia Pictures hat nun auch die Braun Entertainment Group aus Beverly Hills die Thematik aufgegriffen. Das Studio hat sich die Rechte an Litwinenkos eigenem Buch „Blowing Up Russia: Terror from Within“ gesichert, welches 2004 veröffentlicht wurde.

Genaue Termine für den Drehbeginn oder die Besetzung der Rollen stehen allerdings bei allen Studios noch nicht fest. Zudem könnte es sein, dass zumindest eines der konkurrierenden Studios seine Produktion einstellt, da eine dreifache Verfilmung höchstwahrscheinlich für die Studios Gewinneinbußen mit sich bringen würde.

Mittlerweile haben sich auch die Kinder des ehemaligen Geheimspions zum Wetteifern Hollywoods geäußert. Alexander (22) und Sonya (15), die beide aus Litwinenkos erster Ehe stammen, sprachen empört von „Kommerzialisierung“ und „Verharmlosung des Schicksals und Lebens“ ihres Vaters. Mit dem Tod ihre Vaters werde nicht würdig genug umgegangen, so Alexander und Sonya Litwinenko.

Es bleibt zu hoffen, dass die Studios den Appell der Kinder ernst nehmen und ein so wichtiges und kritisches Thema nicht als ein stumpfer Hollywood-Actionfilm enden wird.

Das Schicksal des Spions

Alexander Litwinenko war Spion der Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation (FSB). Seine Aufgaben waren unter anderem die Verfolgung und Bekämpfung von Terroristen. Nach Auseinandersetzungen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zog er mit seiner Familie nach London. Dort wurde er Opfer eines Mordanschlags.

Er starb am 23. November 2006 in einem Londoner Krankenhaus an den Folgen einer Vergiftung durch das radioaktive Element Polonium 210. Das tödliche Element schädigte seine Organe so sehr, dass er innerhalb weniger Wochen seinen inneren Verletzungen erlag.

Vor seinem Tod machte Litwinenko seinen früheren Arbeitgeber, den FSB, für die Polonium-Vergiftung verantwortlich.



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