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Handlung
Winter 1944: Die Nazis marschieren in Litauen ein. Aus Angst vor den Deutschen flieht die Familie Lecter in ihre Jagdhütte, doch wie sich herausstellt sind sie auch dort nicht sicher. Bei einem Luftangriff werden die Eltern des zehnjährigen Hannibal (Aaron Thomas) getötet. Nur er und seine kleine Schwester Mischa (Helena-Lia Tachovska) überleben. Kurz darauf tauchen litauische Kollaborateure bei der Jagdhütte auf um sich dort vor den russischen Soldaten zu verstecken, die bereits auf dem Vormarsch sind. Bald schon treiben Hunger und Kälte sie zum Äußersten: Sie töten Mischa und werden zu Kannibalen. Kurz darauf erfolgt die Befreiung Litauens durch russische Soldaten. Auch die Jagdhütte steht unter Beschuss, wodurch einer der Kollaborateure unter den Trümmern der einstürzenden Hütte begraben wird. Während die anderen Männer fliehen, entkommt Hannibal und wird von russischen Soldaten im Wald gefunden.
Acht Jahre später ist die Burg Lecter, der ehemalige Wohnsitz von Hannibals Familie, ein Waisenhaus, in dem auch Hannibal lebt. Er hat seit den traumatischen Ereignissen vor acht Jahren kein Wort mehr gesprochen. Nur nachts, wenn er von Alpträumen aus dieser Zeit gequält wird, schreit er im Schlaf den Namen seiner Schwester. Als der 18-jährige Hannibal es nicht mehr im Waisenhaus aushält, bricht er heimlich auf und macht sich auf den Weg nach Frankreich um dort seinen Onkel zu finden.
In Frankreich angekommen erfährt Hannibal Lecter, dass sein Onkel bereits vor einem Jahr verstorben ist. Seine verwitwete Tante Lady Murasaki (Gong Li) nimmt sich seiner an und bald schon erhält der intelligente junge Mann die Möglichkeit als jüngster Student in Paris Medizin zu studieren.
Doch auch in seinem neuen, erfolgreichen Leben wird Hannibal weiter von den grausigen Ereignissen in der Jägerhütte verfolgt. Der einzige Ausweg für ihn scheint ein Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Schwester. Ein Vorhaben, bei dem ihm stets Inspektor Popil (Dominic West) auf den Fersen ist. Doch Lecter scheint ihm immer einen Schritt voraus.
Besetzung
Mit der Rolle des Hannibal haben Regisseur Peter Webber und Romanautor Thomas Harris dem 23-jährigen Gaspard Ulliel („Der Pakt der Wölfe“ und „Mathilde – Eine große Liebe“) die Chance gegeben sein Talent unter Beweis zu stellen. Trotz seiner Jugend gelingt es ihm nicht nur den jungen Hannibal an sich, sondern vor allem auch dessen Gradwanderung zwischen gewissenlosem Monster und fast schon unschuldig wirkendem jungen Mann, eindrucksvoll und überzeugend darzustellen.
Die Rolle der innerlich zerrissenen Tante Lecters, Lady Murasaki, übernahm der chinesische Filmstar Gong Li („Die Geisha“). Sie verkörpert die Rolle so überzeugend, dass ihre Unschlüssigkeit, ob sie Hannibals Morde befürworten oder ihrem Gewissen folgen soll, für den Zuschauer greifbar wird.
Fazit
Mit „Hannibal Rising“ setzt Regisseur Peter Webber die tiefen Einblicke, die Thomas Harris in das Seelenleben des Hannibal Lecter in seinem Roman gibt, beeindruckend um. Im vierten Teil der Geschichte Hannibals führt der Autor, der diesmal nicht nur die Romanvorlage, sondern auch das Drehbuch selbst verfasste, in die Vergangenheit Lecters.
„Hannibal Rising“ ist den Weg ins Kino wert. Einer der interessantesten Aspekte des Films ist der Einfluss der Vergangenheit auf einen Menschen und die Tatsache, wie empfindlich die Psyche eines Menschen auf Erlebtes reagiert. Die Gräuel des Krieges und die Gewissenlosigkeit der Menschen, haben Hannibal zerstört und zu dem Monster gemacht, das der Leser bereits aus „Roter Drache“ (1981), „Das Schweigen der Lämmer“(1988) und „Hannibal“ (1999) kennt. Die enge Bindung zu Lady Murasaki zeigt jedoch, dass kein Mensch nur böse oder nur gut ist. Außerdem beweist es, dass kein Mensch böse und grausam geboren wird – auch die Figur Hannibal Lecter nicht.
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