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Am 4. Februar 2007 war es soweit, dass die deutsche Herren-Handballnationalmannschaft nach 19 Jahren einen Weltmeisterschaftstitel holt.
Was die deutschen Fußballer im Sommer nicht schafften, machten die sonst eher vernachlässigten Handballer wahr: Sie besiegten im Finale die Mannschaft, gegen die sie in den Vorrundenspielen ihr einzige Niederlage in diesem Turnier erfuhren, nämlich 25:27, – Polen.
Es stellt sich nun die Frage, ob dieser Triumph langfristige, strukturelle Veränderungen nach sich ziehen wird, denn derzeit besteht noch der Mangel, dass die Clubs zu kurzfristig denken und die Stars aus dem Ausland einkaufen. Da Handball in Deutschland keine weit verbreitete und bekannte Sportart ist, wie beispielsweise Fußball, muss das Defizit durch einen enorm hohen Spielbetrieb wieder ausgeglichen werden. Die 100 Partien pro Saison haben dann allerdings zur Folge, dass es häufig Verletzungen unter den Spielern gibt.
Defizit
Das Problem besteht auch darin, dass Handball im Fernsehen nicht so leicht zusammenfassbar ist wie beispielsweise Fußball. So wäre es schwierig, ein Spiel auf die sieben schönsten Tore und fünf besten Torwartparaden zusammen zu schneiden, weil Handball eine Live-Sportart ist, in der sich viel ereignet. Es fallen viele Tore, es gibt häufig Zeitstrafen, wodurch ein Spiel nicht auf ein paar Minuten zusammen geschnitten werden kann. Um ein Spiel komplett in einer Live-Übertragung zu senden, fehlen den Sendern häufig die Sendestrecken. Auch die unterschiedlichen Zeiten der Spielbeginne machen es den Menschen, die sich gerade an diese Sportart herantasten, oder langsam Interesse dafür entwickeln, schwer den Weg zu dieser Sportart zu finden.
Mit dem Gewinn der WM 2007 und der damit verbundenen Teilnahme an den olympischen Spielen 2008 in Peking, scheint sich jedoch die Einstellung zum Handballspiel zumindest kurzfristig gewandelt zu haben. So ist ein nie erwartetes Interesse in Zuschauerquoten zu beobachten. Anhand der Menge, die der Mannschaft nach dem Sieg am Kölner Rathaus zujubelte, war eine nie gekannte Beachtung zu verzeichnen.
Die Fernsehquote betrug bei den Spielen mit deutscher Beteiligung durchschnittlich 58,3 Prozent, das sind etwa 16,17 Millionen Zuschauer. Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad von jedem WM-Teilnehmer und Trainer Heiner Brand schossen in die Höhe und es gibt derzeit keinen Spieler mehr, dessen Bekanntheit unter 50 Prozent liegt. Sie wurden in verschiedene Fernseh-Shows wie Johannes B. Kerner, TV total und Stern TV eingeladen und waren präsent wie nie zuvor.
Doch dieses Zugegensein wird nicht lange anhalten, denn schon ein Wochenende nach Erlangen des Titels ging der Alltag wieder los und Spiele finden wieder unter Ausschluss eines Großteils der Öffentlichkeit statt. Ebenso ist das lobende Hervorheben durch Prominente, Ausdruck der Faszination in verschiedensten Richtungen. Aus dem politischen Lager meldete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Feststellung gegenüber Trainer Brand: „Sie und Ihre Jungs haben Millionen Deutschen mit einer beispiellosen Hingabe und Leidenschaft große Freude bereitet“. Anerkennung kommt auch von Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw, der festhält: „Die deutsche Mannschaft hat eine fantastische Leistung in diesem Turnier geboten.“
Es bleibt die Hoffnung von Nationalspieler Dominik Klein: „Wir hoffen, dass die Kinder jetzt lieber den kleinen Ball in die Hand, als den großen Ball an den Fuß nehmen.“. Es gibt aber einige Indizien, die dafür sprechen, dass die Profihandballer etwas von ihrer Begeisterung auf die Kinder übertragen haben, es bleibt jedoch abzuwarten, ob dies von Dauer sein wird.
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