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Im Jahr 1500, als die Europäer gerade erst von den südamerikanischen Indianern das Rauchen von Tabakziehstängeln erlernten, rauchte man im arabischen Raum schon seit langem die Wasserpfeife, auch Shisha genannt. Eine Legende besagt, dass die Shisha im 17. Jahrhundert ihren Ursprung im mittleren Osten hat. Ihre Popularität begann vor 600 Jahren im Iran und eroberte anschließend den Rest der arabischen Welt. In diesen Regionen rauchen heute etwa 100 Millionen Menschen die Shisha.
Auch in Deutschland nimmt die Beliebtheit der Shisha zu. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass vor allem Drogen damit konsumiert werden. Meist ist es aromatisierter, feucht-klebriger Tabak in unterschiedlichen Geschmackssorten wie Erdbeere, Banane, Apfel oder Schokolade, der auf den Pfeifenkopf gelegt wird. Darüber wird dann die zuvor bereits erhitzte Holzkohle – oder noch bequemer, moderne Kohletabs – platziert, die direkt mit Feuerzeug entzündet werden kann.
Der entstehende Tabakrauch wird nach unten gesogen und durch das kühle Wasser geleitet. Dabei entsteht das charakteristische Blubbern. Dann wird der Dunst durch den „Saugschlauch“ in die Lungen des Rauchers befördert. Im Unterschied zur Zigarette wirkt der Rauch mild, kühl und weniger „ungesund“.
Viele Wasserpfeiferaucher sind der Überzeugung, dass durch das Wasser die Schadstoffe aus dem Rauch herausfiltert werden. Der aktuelle Forschungsstand zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Zu eindeutigen Ergebnissen kam auch eine Studie der Universität Münster, in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Syrien und dem Libanon. Dabei wurde herausgefunden, dass Wasserpfeifenraucher mindestens die gleich hohe Menge Nikotin aufnehmen wie Zigarettenraucher und dass der Teergehalt beim Pfeifenrauch sogar höher ist.
Als Folge der Erhitzung durch glühende Kohle, wird beim Rauchvorgang mit der Wasserpfeife zudem bis zu 20 Mal mehr Kohlendioxyd aufgenommen, als beim Rauchen von Zigaretten. Im Shisha-Rauch wurden außerdem Krebs auslösende Substanzen wie Arsen, Chrom sowie Nickel in beträchtlich höheren Konzentrationen nachgewiesen.
Von Bedeutung ist auch, dass eine Zigarette in fünf Minuten fertig geraucht ist. Ein Rauchritual mit Wasserpfeife dauert aber rund zehn Mal länger, also eine ganze Stunde. Eine derart lange Rauchersitzung kann für den Einzelnen durchaus entspannend wirken, doch werden während dieser Zeit entsprechend mehr Schadstoffe aufgenommen.
Trotzdem scheint der Siegeszug der Shisha unaufhaltsam. Viele Menschen genießen es offenbar besonders, gemeinsam mit ihren Freunden Wasserpfeife zu rauchen. Dass die orientalischen Pfeifen ähnlich schädlich sind wie andere Tabakprodukte, interessiert weniger: Shisha-Rauchen gilt als schick, zudem denken viele, dass die Wasserpfeife gesünder sei als das Rauchen von Zigaretten und das stimmt definitiv nicht. Wer als Zigarettenraucher aus gesundheitlichen Gründen auf die Wasserpfeife umsteigen will, betrügt sich selbst.
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