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Es gibt sicherlich viele Leute, die sich an manchen Tagen nicht gerade berauschend finden. Einige nehmen es hin, wie es ist. Andere wiederum gehen, auf der Suche nach dem Wohlfühl-Gefühl, in die Praxis eines Schönheitschirurgen, um den kleinen Makel, den sie vielleicht haben, ausbessern zu lassen.
Es gab eine Zeit, in der dies überwiegend auf Frauen zutraf. Wenn man sich den Markt nun in den letzten Jahren besieht, kann man erschreckende Tendenzen erkennen. Nicht nur, dass immer mehr jüngere Menschen sich unter das Messer legen oder sich mit Silikon die Lippen aufspritzen lassen, es kommt auch immer öfter vor, dass sich Männer unter das Skalpell begeben, um Kleinigkeiten richten zu lassen.
Kleinigkeiten - wie sich die Nase korrigieren oder Fett absaugen lassen, was sicherlich harmlos klingt. Aber im ersten Fall bedeutet es, dem Patienten die vielleicht von Natur aus etwas gekrümmte Nase zu brechen und den Knochen zu begradigen. Dies kann, ist der Eingriff nicht erfolgreich, zu erheblichen Schäden führen, aber natürlich wird das, angesichts des Verlangens nach Schönheit und dem Nachhetzen von Idealen, stets geflissentlich übersehen.
Mehrere Studien zu diesem Thema wurden bereits durchgeführt: Dem deutschen Ärzteverband zufolge werden in Deutschland jährlich etwa 200.000 Schönheitsoperationen durchgeführt. Erschreckend: 10% davon sind Jugendliche! Abstehende Ohren seien das häufigste Problem. Auch zählten Gewebeunterfütterungen mit Fremdmaterial oder Eigenfett, sowie das Fettabsaugen zu den häufigsten Wünschen der Deutschen. Brustimplantate dürfen allerdings in Deutschland bei Jugendlichen unter 18 Jahren nicht eingesetzt werden.
Menschen unterwerfen sich dem gesellschaftlichen Druck und ihrem Verlangen nach Schönheit. Sie sehen sich Hollywoodstars und Modells im Fernsehen an. Beispiele von Schönheiten wie Naomi Campbell, Heidi Klum oder Angelina Jolie zeigen ihnen deutlich: “Je schöner ich bin, desto mehr werde ich von meinen Mitmenschen geliebt“ Und mal ehrlich: Wer kann es ihnen da auch verübeln, dass sie nach Aufmerksamkeit und Erfolg suchen. Schade nur, dass solche Maßnahmen heutzutage nötig sind.
Der deutsche Ärzteverband führte Studien durch, nach denen bereits Babys Menschen mit attraktiven Gesichtern bevorzugten und attraktivere Menschen gegenüber weniger attraktiven Kollegen in Studium und Karriere bevorzugt würden. Übrigens ist Deutschland nach den USA, Mexiko, Brasilien, Japan und Spanien das Land mit den häufigsten Eingriffen in der Schönheitschirurgie.
Ein weiteres Risiko neben Schmerzen und Folgeschäden kann sein, an eins der vielen schwarzen Schafe in der Branche zu geraten. Diese operieren ohne Skrupel jeden, während ein guter Chirurg aufklärt und dazu anregt sich über die Risiken erstmal bewusst zu werden und nichts übers Knie zu brechen. Das Schlimmste jedoch ist Pfusch, der entweder nur sehr schwer und kostspielig oder gar nicht reparabel ist; um von den seelischen Schäden nicht zu sprechen.
Wie Hans Henning Kunze Facharzt der DGÄPC (Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch- Plastische Chirurgie) erklärt, ist es außerdem ein großes Problem, dass der Titel „plastischer Chirurg“ nicht geschützt ist. So ist es z.B. sogar Heilpraktikern erlaubt Schönheitsoperationen durchzuführen.
Selbst bei angeblichen Routineoperationen wie der Fettabsaugung kann immer etwas schief gehen. In der Zeit von 1998 - 2002 starben 20 Menschen in Deutschland an einer solchen Operation und 51 verließen die Chirurgenpraxen entstellt. Und wenn man solche erschreckenden Studienergebnisse hört, sollte man sich da nicht überlegen, ob der Weg zum Psychologen wirkungsvoller und vor allem risikofrei wäre, als der zum Schönheitschirurgen?
Alle Menschen, die sich einer Schönheitsoperation unterziehen wollen und vielleicht auch denken mögen, dass ihnen kein Risiko widerfahren kann, seien durch das abschreckende Beispiel Michael Jacksons vorgewarnt, dessen Gesicht innerhalb von 20 Jahren durch zu viele Eingriffe völlig entstellt wurde.
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