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Analyse des virtuellen Wassers


16.03.2007 (O. Hoffmann) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.stadtwerke-hof

Mit dem Begriff „Virtuelles Wasser“ prägte Mitte der 1990er Jahre der Geologe Tony Allan einen Begriff, der die Öffentlichkeit aufschreckte. Sie konnte es nicht sehen oder trinken, doch es war in jedem Produkt vorhanden. Mit diesem Wort wurde erstmals alles Wasser umschrieben, welches für die Herstellung eines Produktes verbraucht wurde.

Der deutsche Bundesbürger verbraucht zum Beispiel im Durschnitt 130 Liter Leitungswasser pro Tag. Doch was wird an virtuellem Wasser verbraucht? Das Institut „For Water Education“ der UNESCO beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage und veröffentlichte diese Verbrauchsmengen:

- Die Produktion von 1 l Bier benötigt bis zu 60 Liter Wasser.
- Die Produktion von 1 kg Tomaten benötigt circa 180 l Wasser.
- Die Produktion von 1 kg Papier benötigt circa 750 l Wasser.
- Die Produktion von 1 kg Weizen benötigt etwa 1.100 l Wasser.
- Die Produktion eines Baumwoll-Shirts benötigt circa 2.000 l Wasser.
- Die Produktion von 1 kg Reis benötigt 3.000 bis 5.000 l Wasser.
- Die Produktion von 1 kg Rindfleisch benötigt ca. 15.000 l Wasser.
- Die Produktion eines PKWs benötigt zwischen 20.000 und 300.000 l Wasser.

Wie aus der Liste herauszulesen ist, verbraucht 1 kg Rindfleisch ca 15.000 Liter Wasser und gehört damit beim Wasserverbrauch zu den Spitzenreiter in der Lebensmittelindustrie. Der Verbrauch summiert sich durch die Bewässerung der Futterpflanzen, den Wasserverbrauch durch einzelne Tiertränken, den Verbrauch in der Industrie usw.

Nahezu jedes Getränk oder Lebensmittel verbraucht ein Vielfaches an virtuellem Wasser. Nach einer Rechnung der UNESCO verbraucht jeder Deutsche nun pro Tag 4.000 Liter virtuelles Wasser. Diese Menge ist erforderlich, um all die Waren zu produzieren, die täglich gekauft werden

Es stellt sich die Frage, warum diese Rechnung für Wasser aufgestellt wird, das nicht mehr existiert. Die Antwort ist mehr als leicht. Jeder sollte sein Bewusstsein zum Thema Wasser schärfen und sich im Klaren sein, dass es keine unerschöpfbare Ressource ist. Die Darstellung des virtuellen Wasserverbrauchs soll Sie zu einem bewussteren Verbrauch anregen und gegen die „Verschwendung“ der kostbarsten Ressource vorbeugen.



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