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„Was ist der Unterschied zwischen euch und einem Eimer Scheiße? Der Eimer“ – Poptitan Dieter Bohlen nimmt in seinem Amt als Juror bei der vierten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ wahrlich kein Blatt vor den Mund. Wer Superstar werden will, muss neben dem Talent zum Singen vor allem eine dicke Haut mitbringen.
Falls ersteres sich als Selbstüberschätzung erweist, versteht Dieter Bohlen sich darauf, den jeweiligen Kandidaten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Dies macht er meistens nicht gerade schmeichelhaft: „Damit kannst du Kakerlaken ins Koma singen“, „Ihr habt was von Luftmatratze, viel Luft und nichts dahinter“ oder „Wenn du deine Stimmbänder in Säure schmeißt, dann haben wir ein gelöstes Problem“, sind noch einige der harmloseren Urteilssprüche. Sogar für die niedrige Geburtenrate in Deutschland scheint Badboy Bohlen eine Erklärung zu haben: „Solange wir Stimmen wie deine haben, müssen wir uns nicht wundern warum die Geburtenrate zurückgeht.“
Genau diese Verbalattacken sind es nun, die Kritiker von Seiten der Politik und der Kirche auf den Plan rufen. Zu den Bohlen-Gegnern zählen unter anderem Cornelia Pieper, stellvertretende Vorsitzende der FDP, und Christoph Kähler, stellvertretender Vorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland. Beide betonen Dieter Bohlens „menschenverachtendes“ Verhalten und die Vernachlässigung seiner Funktion als Vorbild vor allem für Kinder und Jugendliche. Diese Tatsache ist es auch, die seinem wüsten Sprachgebrauch vielleicht bald ein Ende bereiten könnte. Zurzeit verfolgt die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten eine Anklage gegen den Fernsehsender RTL.
Während der ehemalige Star von „Modern Talking“ von Geistlichen und Politikern gleichermaßen an den Pranger gestellt wird, gibt RTL ihm Rückendeckung. Denn ob menschenverachtend oder nicht, Geld beziehungsweise Quoten bringen Dieter Bohlens Rhetorikkünste allemal.
Bohlens Sprachgebrauch hat ihm jetzt sogar eine Anzeige aus den Publikumsreihen von „Deutschland sucht den Superstar“ eingebracht. Der Vorwurf: Beleidigung. Allerdings waren die Kläger nicht die Verschmähten selbst. Eine Tatsache, die die Strafverfolgung Bohlens unmöglich macht. Das Problem dabei ist nämlich, dass nicht einmal die Kandidaten selbst Anzeige erstatten können, ohne mit Konsequenzen von Seiten des Veranstaltungssenders RTL rechnen zu müssen. Der Grund ist ein rechtsgültiger Vertrag der Show-Teilnehmer mit dem Sender, der jeglichen Anspruch der Kandidaten auf Entschädigung zunichte macht.
So darf Bohlen also weiter Sprüche klopfen ohne mit einer Strafverfolgung rechnen zu müssen. Doch wer weiß, vielleicht findet ein erfinderischer Kandidat ja eines Tages doch noch ein Schlupfloch im Vertrag, das es ihm ermöglicht Bohlen das Mundwerk zu legen.
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