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Abitur - Und was jetzt?


23.03.2007 (U. Albersmeier) Kategorie: Panorama

Bild: www.berufsorientierung-lebensplanung.de

Endlich Abitur – endlich feiern, faulenzen, Urlaub machen. Und dann? Studium, Ausbildung, oder doch erstmal für ein Jahr ins Ausland? Was, wenn man keine Ausbildungsstelle bekommt, wenn der NC (Numerus clausus) beim Wunschstudiengang unerreichbar ist oder überhaupt nicht klar ist, was man machen möchte? Dann kann die Freude über das bestandene Abitur auch schnell in Panik und Zukunftsangst umschlagen.

Auf keinen Fall zu empfehlen ist in diesem Fall ein so genanntes „Parkstudium“. „Parkstudium“ bedeutet, man schreibt sich für einen beliebigen Studiengang ein, es werden dann aber keine Vorlesungen besucht und Scheine gemacht, sondern nur die Vorteile des Studentendaseins genossen, wie Kindergeld und Studentenrabatte. Allerdings wird später, falls man doch noch wirklich studieren will, kein BAföG mehr ausgezahlt und die Wartezeit wird nicht angerechnet.

Um zu vermeiden, dass Abiturienten aus Mangel an Informationen den falschen Studiengang wählen oder sich einfach blind für irgendein Fach einschreiben, bieten viele Universitäten ein Probe- oder Schnupperstudium für Schüler der Oberstufe an. Diese können so gezielt schon vor dem Abitur nachmittags oder in den Schulferien Lehrveranstaltungen besuchen und so den Universitäts-Alltag vorab kennen lernen.

Für alle, die nach dem Abitur noch nicht das Richtige gefunden haben, bietet sich die Möglichkeit eines einjährigem „Studium Generale“, wie es beispielsweise das Leibniz Kolleg der Universität Tübingen anbietet. Die Studenten können nach Belieben zwischen verschiedenen Fächern aus den Bereichen Natur-, Geistes-, Rechts- sowie Sozialwissenschaften wählen und so eine Orientierung für das spätere Universitätsleben finden. An Kosten fallen je nach Universität von 25 bis 100 Euro pro Semester an.

Allen, die nicht studieren möchten, steht natürlich auch die Möglichkeit der Berufausbildung offen. Über 350 Ausbildungsberufe sind inzwischen staatlich anerkannt. Auszubildende mit Abitur können die Ausbildung in vielen Fällen sogar verkürzen und sind so zum Beispiel in zwei statt drei Jahren fertig.

Das Berufsleben auf etwas andere Art kennen zulernen ist durch ein Werkstattjahr möglich. Hier werden praktische Arbeiten, z. B. mit Holz, Metall und Textilien verrichtet und begleitend dazu auch Fächer wie Designtheorie und Kommunikation unterrichtet. Außer für spätere technische Berufe eignet es sich als Vorbereitung auf künstlerische Tätigkeiten. Die zustande gebrachten Arbeiten können nämlich für die Bewerbungsmappe benutzt werden. Für den Lebenslauf bekommen die Absolventen ein Zertifikat mit einer differenzierten Beurteilung. Wie das „Studium Generale“, ist jedoch auch ein Werkstattjahr nicht kostenlos. Es fallen in hier sogar 3.000 Euro an.

Auch ein Praktikum kann einen Einblick ins Berufsleben gewähren. Dabei sei aber Vorsicht geboten. Natürlich sind Praktika in der Regel sehr sinnvoll, weil sie nicht zuletzt des Öfteren zu einem Ausbildungsplatz führen. Die Gefahr besteht dennoch grundsätzlich, dass anstatt mit interessanten Aufgaben betraut zu werden, der Praktikant eher als billige Arbeitskraft ausgebeutet wird. So steht er später mit leeren Händen da, anstatt den gewünschten Beruf kennen gelernt zu haben.

Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist in keinem Fall verlorene Zeit, sondern eignet sich ausgezeichnet um Wartezeit zu überbrücken. Ein Ehrenamt kann beispielsweise im sozialen Bereich, als Übungsleiter bei einem Sportverein, im kulturellen Bereich oder in Umweltschutzvereinen wie Greenpeace angenommen werden und so nicht nur etwas Gutes für die Gesellschaft leisten, sondern auch für sich selbst: Ehrenamtliches Engagement prägt den Charakter und bietet einmalige Erfahrungen. Nicht außer Acht gelassen werden sollte außerdem, dass es bei Arbeitgebern sehr angesehen ist.

Auch ein Freiwilligenjahr ist ein potenzieller Pluspunkt im Lebenslauf. Möglich sind ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder ein Freiwilliges Kulturelles Jahr (FKJ). Die Arbeit wird mit 264 bis 312 Euro vergütet, mit ganz regulär 24 Urlaubstagen im Jahr. Wenn überraschend in diesem Jahr doch schon der gewünschte Studienplatz frei ist, kann, wie beim Zivildienst, das Freiwilligenjahr zu Ende gebracht werden und der Studienplatz wird für das nächste Jahr gesichert.

Als Fazit lässt sich sagen: Als Abiturient sollte man sich nicht von der ungewissen Zukunft verunsichern lassen, sondern vielmehr die Chance nutzen, nach der Schule weiterhin etwas Sinnvolles zu machen. Wesentlich ist hauptsächlich, wenn noch nicht ganz sicher ist, welcher Beruf es später sein soll und der Traum vom Medizin- oder Psychologiestudium aufgrund nicht ausreichender Noten zunächst zu platzen scheint: Lassen Sie die Zeit nicht einfach so verstreichen.

Sind Sie interessiert an weiteren Informationen? Hier ein paar nützliche Internetseiten im Überblick:

- Studium Generale: www.uni-tuebingen.de
- Ausbildung: www.arbeitsagentur.de
- Praktikum: www.studium-ratgeber.de, www.praktikum.info
- Werkstattjahr: www.werkbund-werkstatt.de
- Ehrenamt: www.ehrenamt.de, www.pro-ehrenamt.de, www.wir-tun-was.de, www.ehrenamtliche.de,
www.gemeinsinn.de
- Freiwilligenjahr: www.pro-fsj.de, www.foej.de, www.fsjkultur.de



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