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Gefälschte Medikamente im Internet
01.04.2007 (S. Ranjah)
Kategorie: Gesundheit
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Bisher wurde häufig aus Entwicklungsländern über gefälschte Arzneimittel berichtet. Die Herstellung und der Verkauf von Plagiaten werden jedoch auch zunehmend in den Industrienationen zu einem ernsthaften Problem.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist etwa die Hälfte der in den Industriestaaten im Internet angebotenen Medikamente gefälscht. Einige Arzneimittel enthielten dabei gar keine Inhaltsstoffe. Manche Präparate seien jedoch aus giftigen Substanzen zusammengesetzt. Howard Zucker, WHO-Experte, äußert sich daher besorgt: „Die Auswirkungen auf das Leben der Menschen sind verheerend.“
Arzneimittel ließen sich leicht fälschen und wären vom Original-Präparat optisch kaum zu unterscheiden. Daher sollten die Konsumenten „wissen, dass auf einem unregulierten Markt gekaufte pharmazeutische Präparate, die sie für preisgünstige Medikamente halten, potenziell lebensgefährliche Wirkungen haben können“, mahnt Philip Emafo, Präsident des Internationalen Suchtkontrollrats (INCB).
Die INCB, eine Organisation der Vereinten Nationen, hat zudem ermittelt, dass mit dem Vertrieb von gefälschten Arzneimitteln bald mehr Geld verdient wird als mit dem Drogenhandel. Aufgrund der wachsenden Gefahr weltweit führte die WHO im Februar 2006 die „International Medical Products Anti-Counterfeiting Taskforce“ (IMPACT) ein.
Diese Arbeitsgruppe ist aus Interessenverbänden, Organisationen sowie staatlichen und internationalen Behörden zusammengesetzt. Gemeinsam mit ihr, setzt sich die WHO gegen Korruption, für eine bessere Kontrolle der Arzneimittel und für härtere Strafen gegen Medikamentenfälschungen ein. Ob diese Maßnahmen jedoch schnell und flächendeckend eingeführt werden können, bleibt fraglich.
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