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Jeder Mensch hat seinen ganz persönlichen Eigengeruch. Dieser ist einmalig und unverwechselbar. Wissenschaftler sprechen deshalb auch vom chemischen Fingerabdruck.
Wenn etwas duftet, gibt es Moleküle an die Luft ab. Ein Geruch besteht aus zahlreichen solcher Moleküle. Beim Einatmen gelangen sie zur Riechschleimhaut in der Nasenhöhle. Dort sitzen Millionen von Riechzellen, die die Informationen an das Gehirn weiter geben.
Genauer betrachtet sitzen auf dem vorderen Ende der Riechzelle feine Härchen. An ihrer äußeren Schicht befinden sich sogenannte Rezeptoren, welche aus spezifischen Eiweißen zusammengesetzt sind. Trifft ein Duftmolekühl in der Nasenhöhle ein, heftet es sich an die Rezeptoren. Bildlich wird dieser Vorgang oft mit dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ verdeutlicht, weil sich jeder Duftstoff, genau wie ein Schlüssel, nur an einem bestimmten Rezeptor, dem Schloss, anheften kann. Beim Anheften löst der Duft einen elektrischen Impuls aus, welcher direkt ins Gehirn geleitet wird.
Das Erkennen eines Duftes ist ein Lernprozess. Er wird vom Gehirn erkannt und abgespeichert. Was als gut- oder schlechtriechend empfunden wird, ist nicht angeboren. Ausschlaggebend sind hierbei Erfahrungen, die der Mensch mit Gerüchen gemacht hat. Doch kann der Mensch sich selbst riechen?
Der Körpergeruch eines Menschen wird von einer Gruppe zerfallender Eiweiße, dem sogenannten Major Histocompatibility Complex (MHC-Komplex), hergestellt. Beim Zerfall der Eiweiße entstehen individuelle Duftstoffmolekühle. Die eigentliche Aufgabe der Eiweiße liegt in der Markierung der Körperzellen, was zum Beispiel bei der Organspende eine wichtige Rolle spielt. Hier ist ein ähnlicher MHC-Komplex bei Spender und Empfänger Voraussetzung, damit Organe vom Körper des Empfängers nicht abgestoßen werden. Genauso wird auch die Individualität des Körpergeruchs durch den MHC-Komplex bestimmt.
Die Rezeptoren in der menschlichen Nase schalten bei permanenten Gerüchen ab. Das Gewöhnen an Gerüche wird auch als Adaptation bezeichnet. Das heißt die Rezeptoren senden keinen Reiz mehr an das Gehirn. Genau das geschieht auch beim Eigengeruch des Menschen, denn auch hierbei handelt es sich um einen dauerhaften Geruch, also einen Dauerreiz.
Das kennt sicher jeder, der mal einen schlechtriechenden Raum betreten und sich eine Weile darin aufgehalten hat. Der unangenehme Geruch scheint sich nach einer Zeit aufgelöst zu haben. Der Mensch nimmt ihn nicht mehr wahr, da die Rezeptoren keine Informationen mehr an das Gehirn weiterleiten.
Dieser Vorgang ist sehr sinnvoll, da das Gehirn sonst ständig eine dauerhafte Information verarbeiten müsste. So ist es auch beim Körpergeruch, der sich als permanenter Duft in der Nase befindet. Deshalb wird er von einem selbst meist nicht wahrgenommen, es sei denn, der Geruch ändert sich, wie zum Beispiel beim Schwitzen.
Dass der Mensch sich selbst nicht riechen kann, ist somit ein Schutzmechanismus des Gehirns. Wenn Sie also das nächste Mal das Gefühl haben, dass Ihr Gegenüber unangenehmen Körpergeruch hat, denken Sie daran, dass er es selbst nicht wahrnimmt und sprechen Sie ihn vorsichtig darauf an.
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