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Um heute in der Arbeitswelt bestehen zu können, braucht es mehr als gute Schulnoten oder einen Hochschulabschluss. So genannte „Soft Skills“ gewinnen an Bedeutung, wenn es darum geht, sich von seinen Konkurrenten zu unterscheiden. Damit sind Schlüsselqualifikationen gemeint, welche über die in Schule und Ausbildung erlernten Kompetenzen hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise Disziplin und Höflichkeit.
Ein Auslandsaufenthalt gilt als ideale Methode, um solche zusätzlichen Qualifikationen zu erwerben. Beispiele hierfür sind zum einen Fremdsprachenkenntnisse, aber auch Offenheit, Neugier, Flexibilität, Selbstständigkeit und interkulturelle Kompetenz.
Eine Teilausbildung in einem fremden Land erfordert ein hohes Maß an Eigeninitiative und ist mit einem großen zeitlichen Aufwand verbunden. In anderen Ländern herrschen andere Bedingungen, was die privaten und gesetzlichen Normen und Vorschriften betrifft. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung ist daher unerlässlich. Dabei sind verschiedene Aspekte zu beachten.
Zunächst sollte die inhaltliche Ausrichtung der Weiterbildung festgelegt werden. Es gibt die Möglichkeit zu Arbeiten, zu Studieren oder ein Praktikum zu absolvieren. Als nächstes muss die Dauer festgelegt werden. Ein zu kurzer Aufenthalt ist unrentabel, da sich weder die Sprachkenntnisse verbessern, noch ein tieferer Einblick in das Arbeits- beziehungsweise Studienleben stattfindet. Durch eine zu lange Verweildauer, fällt es schwer den Anschluss in der Heimat zu finden. Wichtige Neuerungen und Marktentwicklungen, wie die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen, oder die Modernisierung der Landwirtschaft, können den Wiedereinstieg erschweren.
Des Weiteren hat die Wahl des Ortes einen hohen Stellenwert. Dabei ist nicht nur das Zielland von Bedeutung, sondern auch die Einrichtung, welche besucht werden soll. In anderen Nationen herrschen andere Standards, was das Ausbildungspersonal und den Inhalt der Ausbildung selbst angeht. Daher sollte vor Antritt des Auslandsaufenthaltes geklärt werden, inwieweit erbrachte Leistungen später im eigenen Land anerkannt werden. Dies ist besonders im Studium von Bedeutung.
Auch die Finanzierung darf nicht außer Acht gelassen werden. Es fallen einige Kosten an, die je nach Zielland und inhaltlicher Ausrichtung der Weiterbildung anders zu handhaben sind.
Zunächst fallen die Reisekosten an, die häufig selbst getragen werden müssen. Weiter müssen die Lebenshaltungskosten im Gastland einplant werden. Ein Aufenthalt in London ist beispielsweise wesentlich teurer als einer in Prag. Im Falle eines Studiums sind Semesterbeiträge zu zahlen, im Gast- sowie im Heimatland. Die Mehrkosten lassen sich durch Austauschprogramme, welche von den Universitäten angeboten werden, umgehen.
Beratung und Unterstützung bieten zahlreiche Einrichtungen, wie beispielsweise der „Deutsche Akademische Austauschdienst“ (DAAD), oder das Erasmus-Programm welches von der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde. Außerdem gibt es Förderprogramme wie das „Auslands-BAföG“, die finanzielle Hilfe gewähren. Zuverlässige Informationen gibt es auch unter www.career-contact.de.
Auch die Versicherungslage ändert sich durch das Verlassen des eigenen Landes. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle: Das Zielland, die Art des Aufenthaltes, und die bisherige Versicherungslage. So bleibt, innerhalb der EU, für einen Austauschstudenten, der bisher gesetzlich krankenversichert war, der Versicherungsschutz bestehen. Absolviert derselbe Student ein Semester in den USA, muss er sich privat versichern.
Es muss auch abgewägt werden, welche Absicherungen tatsächlich benötigt werden. Eine Krankenversicherung ist ein Muss. Über Unfall- oder Haftpflichtversicherungen kann in jedem Fall einzeln entschieden werden. Im Falle eines Jobs oder Praktikums müssen auch Steuern und gegebenenfalls Sozialabgaben gezahlt werden.
Auch kulturelle Aspekte sind in die Vorbereitung mit einzubeziehen. Viele Fördereinrichtungen testen das Allgemeinwissen ihrer Bewerber über das Zielland. Die Umgangsformen sollten schon im Vorfeld verinnerlicht werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. So kann zum Beispiel in Indien ein Gastgeschenk als Beleidigung aufgefasst werden. Umgekehrt ist es in den USA keine Beleidigung einem anderen „den Vogel“ zu zeigen, da diese Geste als ein Zeichen der Anerkennung gesehen wird. Um solche Fauxpas zu vermeiden, ist der „Knigge fürs Ausland“ von Heinz Fichtinger und Gregor Sterzenbach zu empfehlen, der verständlich und mit vielen Beispielen auf den interkulturellen Austausch vorbereitet.
Für eine erfolgreiche Weiterbildung in einem anderen Land sind also viele Aspekte zu beachten. Die Spielregeln hängen von der individuellen Gestaltung ab. Trotz des hohen zeitlichen Aufwandes und der komplizierten Regelungen, sollte jedoch nicht aus den Augen gelassen werden, wie wertvoll der Aufenthalt im Ausland sein kann: Für die Karriere, aber auch für einen selbst. Die hier erworbenen Kenntnisse, sind in keinem Klassenzimmer zu lernen und dennoch erleichtern sie den Umgang mit Studium, Beruf und anderen Menschen.
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