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Alkoholtod eines 16-jährigen - Sind schärfere Gesetze notwendig?
15.04.2007 (A. Strehle)
Kategorie: Panorama
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Nachdem ein 16-jähriger Berliner Schüler an den Folgen einer schweren Alkoholvergiftung gestorben ist, wird nun heftig diskutiert, ab welchem Alter Alkohol an Jugendliche ausgeschenkt werden soll.
Der Gymnasiast war Ende Februar 2007 nach 50 Gläsern Tequila mit 4,8 Promille im Blut zusammengebrochen und lag mehrere Wochen im Koma. Die Polizei ermittelt nun, inwieweit der Barbesitzer und Bekannte mitverantwortlich für den Tod des Jugendlichen sind, da sie ihn nicht vom Trinken abgehalten haben. Die Mutter des Jungen hatte Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet.
Aufgrund der Ereignisse rücken „Flatratepartys“ wieder stärker in die Kritik. Nach dem Motto „All you can drink“ können Gäste auf solchen Partys unbegrenzt trinken, nachdem sie einen Pauschalpreis bezahlt haben. Besonders für Jugendliche mit knappen finanziellen Mitteln ist das ein verlockendes Angebot.
Die Bundesregierung lehnt jedoch ein generelles Verbot der „Flatratepartys“ ab. Politiker von Union und SPD sehen das Problem vielmehr in der Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen in Lokalen. Demnach dürfen Bier und Wein an Jugendliche im Alter von 16 Jahren ausgeschenkt werden. Branntweinhaltige Getränke sind erst ab 18 Jahren erlaubt. Die gesetzliche Festlegung eines generellen Alkoholverbots für Jugendliche unter 18 Jahren wird jedoch größtenteils abgelehnt.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), meinte dazu in einer Pressemitteilung: „Zunächst ist es dringlicher, auf die Einhaltung der bestehenden gesetzlichen Grenzen nach dem Jugendschutzgesetz zu achten. Die Regelungen müssen von den Verantwortlichen im Handel und in der Gastronomie strikt eingehalten und von den Ordnungsbehörden mehr kontrolliert werden.“ Außerdem müsse der Alkoholkonsum in der Gesellschaft stärker thematisiert werden.
Bei Jugendlichen ist ein immer früher einsetzender Alkoholkonsum zu beobachten. Das Durchschnittsalter für den Einstieg liegt bei 11,8 Jahren. Mehr als ein Drittel der 12- bis 17-jährigen soll nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schon einmal einen Alkoholrausch erlebt haben. Niedersachsens Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) fordert daher mehr Aufklärung und Vorbeugung. Auch strengere Kontrollen in Gaststätten seien notwendig, so der Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD).
In Berlin waren in den letzten Wochen erneut Fälle von Alkoholmissbrauch durch Jugendliche bekannt geworden. Zuletzt musste eine 15-jährige bewusstlos mit 4,1 Promille ins Krankenhaus eingeliefert werden.
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