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Tiere erleiden bei Versuchen viele Qualen. Sie bekommen blauen Farbstoff in die Nervenbahnen gespritzt, Medikamente werden ihnen verabreicht, um deren Wirkung zu testen und im Endeffekt werden die „Patienten“ getötet. Das alles geschieht unter dem Deckmantel der Wissenschaft, im Dienste und zum Schutze der Menschheit. Doch nur 2 Prozent aller Tierversuche sind auf den Menschen übertragbar. Wird der Mensch also durch Tierversuche wirklich geschützt?
Natürlich gibt es bei manchen Tierarten weitreichende Gemeinsamkeiten mit dem Menschen. Allerdings gibt es auch unbestreitbare Unterschiede an entscheidenden Stellen. So teilen sich Schimpanse und Mensch beispielsweise 99 Prozent ihrer Gene. Doch die Proteinsynthese, also die Herstellung von Eiweißen im Körper, für die sich die Forscher interessieren, läuft im Gehirn ab. Die Synthese ist interessant, weil dort über die Wirksamkeit von Medikamenten entschieden wird. Dabei sind die Differenzen in dem Gebiet viermal größer als auf der Gen-Ebene.
Die Entwicklung von Medikamenten dauert laut www.welt.de etwa zwölf Jahre. Auch dann kommt nur einer von 10.000 Wirkstoffen auf den Markt. Wodurch immer noch nicht garantiert ist, dass diese an Tieren erprobten Mittel auch beim Menschen die gleiche Wirkung zeigen.
So wurden im Juni 2006 sechs Männer in London mit schwerstem Organversagen in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie das zuvor an Tieren getestete Medikament TGN 1412 einnahmen. Einer von ihnen trägt bleibende Schäden davon und das nur weil er ein wenig Geld dazu verdienen wollte.
Ebenso falsch eingeschätzte Medikamente sind Kortison, Contergan und Morphium. Hier unterscheiden sich die Reaktionen von Mensch und Tier erheblich. So ruft Kortison bei Mäusen angeborene Missbildungen hervor, was beim Menschen nicht der Fall ist. Bei Contergan, einem Mittel gegen Schwangerschaftsbeschwerden, liegt der Fall jedoch anders. Während bei den Tierversuchen keine Symptome festgestellt wurden, führte das Medikament bei Menschen zu Fehlbildungen bei Säuglingen und zu Fehlgeburten. Bei Morphium ist es so, dass es auf den Menschen eine beruhigende Wirkung hat, während es bei Pferden, Katzen und Ziegen zu Erregungszuständen führt.
Genauso geschah es, dass schädliche Wirkungen im Experiment nicht erkannt wurden. So wurden beispielsweise die nachhaltigen Wirkungen von Zigarettenrauch auf das Atmungssystem unterschätzt, da eine Simulation in Tierversuchen äußerst schwierig war. Die Beispiele sind vielfältig. Sie beginnen bei der Leber schädigenden Wirkung von Alkohol. Gehen dann weiter über die Auslösung von Lungenkrebs durch Asbest. Auch der Zusammenhang zwischen Leukämie und der Nähe zu nuklearen Aufbereitungsanlagen konnte durch Tierversuche nicht belegt werden. Dies gelang erst durch die Humanmedizin.
Sehr viel zuverlässiger wäre laut Tierschutzbund die Forschung also, wenn sich Untersuchungen auf menschliches Gewebe konzentrieren würden. Das Material könnte sowohl von lebenden Menschen bei Operationen oder auch von Leichen genommen werden. Ebenso wäre es möglich, Beobachtungen an menschlichen Freiwilligen durchzuführen, sowie Tests mit entnommenen menschlichen Zellen und Geweben im Reagenzglas zu machen. Diese alternativen Methoden wären dazu da, die Faktoren zu untersuchen, die zu Gesundheit und Krankheit von Individuen und Populationen beitragen.
Forschung am Menschen nimmt viel Zeit, Geduld und Geschick in Anspruch. Es müssen nämlich Kontakte zu Krankenhäusern geknüpft und Freiwillige gefunden werden. Im Gegensatz dazu sehen Wissenschaftler Tiere oft als einfacher verfügbar an. Diese Variante ist zum einen nicht so grausam und brutal, wie Tierversuche. Zum anderen ist sie Erfolg versprechender als die herkömmliche Vorgehensweise. So sagt beispielsweise der Leiter des Pathologischen Instituts der Universität von New Mexiko, Robert Anderson: „Wir wissen eine Menge mehr über die Todesursachen bei alten Mäusen als über die Todesursachen bei alten Menschen.“
Natürlich ist es unbestreitbar, dass Tierversuche auch einen Nutzen haben. Die Beispiele aus der Vergangenheit zeigen jedoch, dass Tierversuche also nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen gefährlich sind, da sie ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.
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