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Am 8. April 2007 war es so weit: Ostern. Auch in diesem Jahr wurde weltweit die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert. Doch neben den vielen Traditionen und Bräuchen, die das Osterfest mit sich bringt, gab es dieses Jahr auch einige Besonderheiten.
Südamerika
Für die Venezolaner war dieses Osterfest ein trockenes, denn der venezolanische Präsident Hugo Chávez hatte durch ein Dekret den Verkauf von hochprozentigem Alkohol eingeschränkt. So durften vom 5. April bis zum 9. April 2007 ab 17 Uhr keine Spirituosen in Bars und Restaurants ausgeschenkt werden. Für den Gründonnerstag, Karfreitag und den Ostersonntag galt das Verbot ganztägig. Am Ostersamstag durften hochprozentige Getränke verkauft werden, aber nur zwischen 10 Uhr und 15 Uhr. Präsident Hugo Chávez, selbst Antialkoholiker, und sein Innenminister Pedro Carreno begründeten den Erlass des Dekrets damit, dass sie mit dem Verbot die Zahl der durch Alkoholeinfluss bedingten Autounfälle verringern wollten.
Doch nicht nur die Bevölkerung Venezuelas, sondern auch die Wirtschaft protestierte gegen das Dekret. So kam es zu kleinen Demonstrationen auf der Antilleninsel Margarita. Auch die oppositionelle Tageszeitung „El Nuevo Pais“ titelte „Legen Sie sich nicht mit meinen Spirituosen an.“ Der Wirtschaftsverband „Consecomercio“ rechnete damit, dass der Verkauf von hochprozentigem Alkohol um 60 Prozent zurückgeht.
Trotzdem tranken und feierten die Venezolaner weiter. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ haben die Bar- und Restaurantbesitzer in der Hauptstadt Caracas die Spirituosen zwar weggeräumt, aber an einen hochprozentigen Drink zu gelangen, ist dennoch kein Problem. Dafür verdienen die Bars und Restaurants viel zu gut an dem Geschäft mit dem Alkohol. Schließlich ist Venezuela einer der größten Absatzmärkte für Whiskey und Bier.
So ist die Botschaft, die der venezolanische Präsident per Dekret vermitteln wollte, bei einem Großteil der Bevölkerung nicht angekommen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Art, wie es der Präsident vermitteln wollte. Aufklärende Besuche in öffentlichen Einrichtungen würden wahrscheinlich mehr helfen, als Verbote, in denen wenige einen Sinn sehen.
Europa
Mit einem anderen Verbot mussten die Einwohner von Graz (Österreich) kämpfen. Dort hatte die Stadt das traditionelle Osterfeuer aufgrund zu hoher Feinstaubwerte verboten. Letztes Jahr wurden etwa 3.000 Osterfeuer rund um Graz angezündet. Die Feinstaubwerte erreichten teilweise das 15-fache des erlaubten Grenzwertes, sodass dieses Jahr die Stadt Konsequenzen gezogen hatte. Wer dennoch ein Osterfeuer entfachte und von der Feuerwehr dabei erwischt wurde, musste bis zu 3.600 Euro Strafe zahlen. Wahrscheinlich gilt dieses Verbot nicht nur für das Osterfest 2007, sondern auch für die kommenden Jahre.
Ein Osterfeuerverbot könnte aber auch für deutsche Städte Realität werden. So vermutet die IHK (Industrie- und Handelskammer), dass es aufgrund der zu hohen Feinstaubwerte, die durch Osterfeuer entstehen, auch in Deutschland zu Verboten kommen könnte. Außerdem äußerte der Hauptgeschäftsführer der IHK gegenüber der Bild-Zeitung, dass möglicherweise auch bald mit Verboten von Martinsfeuern und Silvesterfeuerwerken zu rechnen sei.
Neben den besonderen Verboten gab es dieses Ostern aber auch eine kirchliche Besonderheit. Alle Christen, sowohl Protestanten, Katholiken als auch Orthodoxe feierten an diesem Sonntag die Auferstehung von Jesus Christus. Die drei Kirchen hatten das letzte Mal vor drei Jahren zusammen gefeiert. Die Abweichungen der unterschiedlichen Osterfeiertage der orthodoxen Kirche hängen mit den verschiedenen Mondkalendern der Kirchen zusammen.
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