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„300“ gegen eine Million


18.04.2007 (O. Hoffmann) Kategorie: Kultur

Bild: www.filmstarts.de

Die seit Monaten heiß erwartete Graphic-Novel-Verfilmung von Frank Miller unter Regie von Zack Snyder ist seit dem 5. April 2007 in den deutschen Kinos zu sehen. Wie lässt sich das 117-minütige und 60 Millionen US-Dollar teure Epos „300“ am besten beschreiben? Brutal, düster, bizarr und dennoch stilvoll bringt es auf den Punkt. Der Film erzählt im Hollywoodstil die Geschichte der ersten Schlacht bei den Thermopylen vom 11. August 480 vor Christus.

300 kriegsgestählte, treue Krieger des spartanischen Königs Leonidas treten einer millionenstarken persischen Übermacht entgegen, um den strategisch wichtigen Thermopylen-Pass zu verteidigen. Inzwischen kann die Bevölkerung vor den Angreifern fliehen. Nur finsterer Verrat an den Spartanern kann ihre Verteidigungsbemühungen unterlaufen und so verlieren sie die aussichtslose Schlacht. Die Niederlage ging als die heldenhafteste der Antike in die Geschichte ein.

Bis zum bitteren Ende wird dem Kinobesucher einiges an visuellen Reizen geboten. Um den imposanten Schlachtszenen eine gewisse Ästhetik zu verleihen und die Brutalität einzelner Szenen in den Vordergrund zu stellen, verwendet Zack Snyder häufig die Zeitlupentechnik. Körperteile fliegen durch die Luft, als würde mit ihnen jongliert werden. Pathetische Ansprachen über Sieg und Ehre, aber auch der erotische Tanz der Orakeldienerin, umgeben von dichtem Rauch, machen das Ganze zusätzlich zu einem Effektgewitter auf großer Leinwand.

Auch die Besetzung der einzelnen Rollen durch Gerard Butler (König Leonidas), David Wenham (Dilios), Dominic West (Theron) und Lena Headey (Königin Gorgo) ist gelungen. Auf tiefgründige Handlung und Dialoge wurde jedoch weitestgehend verzichtet. Das überschwängliche Heldenepos gleicht fast einem Propagandafilm. Das wird jedoch durch die bildgewaltige Umsetzung mehr als nur ausgeglichen.

Fans von hochwertigem Action-Kino, die weniger auf die Handlung achten, werden ihre Freude an diesen blutigen zwei Stunden Unterhaltung haben.



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