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Am 25. März 2007 feierte die Europäische Union (EU) ihr 50-jähriges Bestehen. Am 25. März 1957 hatten die Regierungschefs aus sechs Staaten (Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande) die römischen Verträge unterzeichnet und somit den Beginn der EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) besiegelt.
Die Idee eines vereinten Europas ragt allerdings viel tiefer in die Geschichte: In vergangenen Jahrhunderten versuchten Machthaber wie Napoleon die europäischen Staaten gewaltsam unter ihre Herrschaft zu bringen. Was mit Waffen nicht erreicht wurde, gelang nach dem Zweiten Weltkrieg auf friedliche Weise.
Nie wieder ein so verheerender Krieg unter den europäischen Völkern. Das war ein Ziel, dass durch ein zusammengeschlossenes Europa erreicht werden sollte. Ein erster Schritt wurde im Jahr 1951 gemacht: Die erwähnten Staaten schlossen sich zur Montanunion zusammen, einem gemeinsamen Markt für Kohle, Eisenerz und Stahl.
Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische Atomgemeinschaft waren ein zweiter Schritt. Gemeinsame Institutionen und die Kooperation in der Wirtschafts- und Atompolitik wurden beschlossen. Im Jahr 1967 wurde die EWG schließlich zur EG (Europäische Gemeinschaft). Die Zusammenarbeit der Staaten bezog sich nicht mehr rein auf die Wirtschaft, vielmehr war eine gesamtpolitische Union entstanden. Der Begriff EU, der heute verwendet wird, entstand 1993 und umfasst außer der EG auch die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, sowie die polizeiliche Zusammenarbeit der europäischen Staaten.
Seit 1957 gewann die europäische Gemeinschaft stetig an Mitgliedern. Seit Januar 2007 umfasst sie 27 Staaten mit insgesamt 493 Millionen Einwohnern. Die Aufnahme einiger osteuropäischer Länder in den letzten Jahren war hier eine wichtige Entwicklung. Vor 15 Jahren waren sie noch durch den so genannten Eisernen Vorhang, der die Grenze zwischen den sozialistischen und westeuropäischen Staaten bezeichnete, getrennt. Nun sind sie Teil eines vereinten Europas.
Weitere Staaten streben eine Aufnahme in die Union an. Die meiste Kontroverse verursacht der mögliche Beitritt der Türkei. Kritiker sehen zwischen der Türkei und dem Rest der Union zu große kulturelle Unterschiede. Auch Verstöße gegen Menschenrechte behindern derweil die Verhandlungen.
EU-Verfassung
In den letzten Jahren löste die geplante EU-Verfassung eine regelrechte Krise in der Union aus. Mit Hilfe des 482 Seiten langen Textes sollten die europäischen Institutionen gestärkt, Aufgabenbereiche voneinander abgegrenzt, Entschlüsse einfacher durchgebracht und mit einem gemeinsamen Außenminister die Position der EU in der Welt gefestigt werden. Von 18 Staaten bereits ratifiziert, scheiterten die Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden.
Das Ziel der deutschen EU-Ratspräsidentschaft bis Juni 2007 soll es nun sein, die 2005 vorerst auf Eis gelegte Verfassung voranzubringen. Während der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der EU in Berlin, einigten sich die Staaten nun darauf, bis 2009 einen neuen Vertrag aufzusetzen. Gegenwehr kommt vor allem von den Mitgliedsstaaten Tschechien und Polen. Beide Länder befürchten, ihre gerade erst wieder gewonnene Unabhängigkeit durch eine Stärkung der Union ein Stück weit einzubüßen.
Auch die europäischen Bürger verbinden Negatives mit der EU.* Nicht vergessen werden sollten jedoch die Vorteile die ein vereintes Europa birgt. Unbeschränktes Reisen ohne Grenzkontrollen dank Schengenabkommen, Uni-Austausch-Programme wie ERASMUS für Studenten und allem voran seit 50 eine friedliche Zusammenarbeit einst verfeindeter Nationen.
*Für weitere Informationen: Life-Go-Artikel „Demokratiedefizit in Deutschland - Teil 1“ und „Demokratiedefizit in Deutschland - Teil 2”.
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