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Treibjagd in Japan - Flipper-Freunde in Aufruhr


25.04.2007 (J. Brodski) Kategorie: Welt

Bild: www.wspa-international.org

Sie gelten als menschenfreundlich und intelligent, sind oft in Showprogrammen als Attraktion zu sehen und in der Medizin als Therapiemittel zu finden – Delphine. Der menschenfreundliche Meeressäuger, der den Meisten aus „Flipper“ bekannt ist, wird außerhalb Europas jedoch nicht überall gut behandelt.

Während die Großzahl aller Länder der Treibjagd Gesetze und Grenzen setzt, wird die Jagd auf Delphine und Wale in Japan trotz internationaler Gegenwehr uneingeschränkt praktiziert. Selbst gesetzlich festgelegte Fangquoten von Seiten der eigenen Regierung können den Massenmord an den Tieren nicht stoppen. Des liegt zum einen an unzureichender Aufsicht durch Kontrollinstanzen, und zum anderen an dem diplomatischen Geschick der Walfangnationen.

Dem seit 1986 existierenden Gesetz, welches sämtlichen Walfang zu kommerziellen Zwecken verbietet, weicht Japan aus, indem es die Jagd auf die Meeressäuger offiziell als Forschungszweck deklariert. Länder aus aller Welt stellen das Land nun an den Pranger, wobei sowohl die Tötungsinstrumente als auch die enorm große Zahl der Opfer (400.000 Wale und Delphine innerhalb der beiden letzen Jahrzehnte) kritisiert werden.

Selbst vor Tötungsinstrumenten wie der Handharpune oder dem Eisenhaken scheinen japanische Fischer nicht mehr haltmachen zu wollen. Mittlerweile kann sogar das Ertränken von ganzen Delphingruppen, fachsprachlich auch „Delphinschulen“ genannt, beobachtet werden. Den Tieren wird der Weg zum Atemholen versperrt, so dass sie unter Wasser qualvoll ersticken müssen.

Auf die Frage nach der Motivation und Legitimation der Treibjagd, werden die Einwohner der japanischen Küstenstädte, wie z. B. Taiji auf kultur- und glaubensbedingte Tradition des Wal- und Delphinfangs verweisen. So gehört der Verzehr von Delphinfleisch zu den Grundsätzen ihrer Religion, dem Zen-Buddhismus. Tierschützer appellieren unterdessen an das Mitgefühl und nicht zuletzt den natürlichen Egoismus des Menschen. Delphinfleisch ist nach neuesten Forschungsergebnissen der Wissenschaft nämlich auf Grund seines von Natur aus hohen Quecksilbergehaltes hochgradig giftig und sollte keinesfalls zu unserem Speiseplan gehören.

Tierfreunde können also wieder hoffen. Vielleicht wird die Treibjagd auf Meeressäuger ja tatsächlich eingestellt oder zumindest beschränkt, wenn auch aus falschen Gründen.

Sollte das Gewissen nämlich kein Hindernis mehr darstellen, wie es bei so manchem (Geld-) Jäger (Delphinfleisch ist weit weniger kostspielig als das der Wale und gilt in Japan als gern gegessene Delikatesse) schon jetzt der Fall ist, wird spätestens die Unzufriedenheit der Kunden mit dem durch Umweltverschmutzung mit Quecksilber verseuchten Fleisch ihr übriges tun.



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