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Andere Länder, andere Sitten - Knigge im Ausland


26.04.2007 (K. Mechler) Kategorie: Kultur

Bild: www.typakademie.ch

Shoppen in Mailand, ein Kurztrip nach New York oder auf Safari in Afrika – im Zeitalter der Globalisierung sind Reisen rund um die Welt nichts Besonderes mehr. Ob durch Urlaub oder Geschäftsreisen, die einzelnen Nationen rücken immer näher zusammen. Die Kulturen sind jedoch selbst dort, wo es nicht vermutet würde zum Teil sehr unterschiedlich.

Für den interkulturellen Austausch ist es daher unerlässlich, die Sitten und Gebräuche des Gastlandes zu verinnerlichen. Falsche Umgangsformen können im besten Fall zu Unverständnis führen. Im schlimmsten Fall entstehen unangenehme Klischees wie der trinkfeste Russe oder der pingelige Deutsche.

Jede Person, die ein anderes Land bereist, ist gleichzeitig Botschafter des eigenen Landes. Wie ernst dieser Umstand zu nehmen ist, kann derzeit in China beobachtet werden. Dort läuft seit August 2006 eine landesweite Kampagne zur Verbesserung des Benehmens chinesischer Touristen im Ausland. Damit soll das internationale Ansehen des chinesischen Bürgers gehoben werden, welches sich derzeit eher durch Unhöflichkeit, mangelnde Hygiene und fehlendes Umweltbewusstsein auszeichnet.

Solche negativen Eindrücke sind meistens die Folge von Missverständnissen. Das fängt schon bei der Zeichensprache an, welche keineswegs überall einheitlich ist. Beispielsweise bedeutet das aus Daumen und Zeigefinger geformte deutsche Zeichen für „o. k.“ in Frankreich „null“ beziehungsweise „wertlos“. In Indien steht ein Kopfschütteln für „ja“ oder auch für aufmerksames Zuhören.

Gerade am Beispiel der Gastgeschenke ist deutlich zu erkennen, wie viele Fehltritte begangen werden können, wenn keine kulturellen Grundkenntnisse vorhanden sind.

Blumensträuße sind in Polen ein gerne gesehenes Geschenk. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es sich um eine gerade Anzahl von Blumen handelt, da nur diese Glück bringen. Es wäre eine grobe Beleidigung einen „Unglücksstrauß“ zu verschenken. Religiöser Schmuck in Form von Kreuzen ist in Polen, zumindest bei der älteren Generation, nicht gerne gesehen. Kreuze sind hier ein Symbol für den Tod und daher als Präsent ungeeignet.

In Japan sollte ein Gastgeschenk nicht übergeben werden, wenn noch andere Personen zugegen sind, da es den Nicht-Beschenkten gegenüber unhöflich wäre. Außerdem wird es traditionell mit beiden Händen überreicht, was zum einen von Respekt zeugt und zum anderen den Wert des Präsents unterstreicht.

Auch das Geschenk selbst sollte auf den Beschenkten abgestimmt sein. Alkohol ist in arabischen Ländern zum Beispiel ein absolutes Tabu.

Vor einem Auslandsaufenthalt sollten also nicht nur die eigenen Sprachkenntnisse, sondern auch das Wissen über die fremde Kultur verfeinert werden. Unwissenheit kann leicht als mangelndes Interesse interpretiert werden. Durch das Befolgen der wichtigsten Bräuche des Gastlandes hingegen, wird dem Gegenüber Respekt und Offenheit signalisiert, denn die Voraussetzung ist, dass Erkundigungen eingeholt wurden.

Informationen über die Verhaltensregeln im Ausland gibt es auf zahlreichen Internet-Seiten wie: www.arbeitsratgeber.com und www.wissen.de unter dem Suchbegriff „Auslands Knigge“. Des Weiteren ist das Buch „Knigge fürs Ausland“ von Heinz Fichtinger und Gregor Sterzenbach zu empfehlen, welches anschaulich und verständlich auf die interkulturellen Fettnäpfchen eingeht und Tipps gibt, wie diese vermieden werden können.

Flexibilität und Sensibilität sind für interkulturelle Beziehungen Voraussetzung. Durch genaues Beobachten und einen sparsamen Umgang mit Körpersprache und Berührungen können so manche unbeabsichtigte Unhöflichkeit umgangen werden. Dennoch können Situationen entstehen, in denen nicht klar ist, welches Verhalten angebracht ist. Es ist keine Schande, das eigene Unwissen einzugestehen und nachzufragen. Verständnis und Offenheit kann von beiden Parteien erwartet werden.



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