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Das lange Warten hatte jüngst ein Ende. Seit dem 18. März 2007 rollt die höchste internationale Rennsportklasse wieder um den Globus und fasziniert die Massen. Die Formel 1 ist wieder da! Auch wenn die „Saison eins“ nach der Ära Michael Schumacher vom einen oder anderen Fan des siebenmaligen Weltmeisters noch nicht ganz ernst genommen wird, so verspricht sie doch objektiv betrachtet mehr Spannung denn je. Selten gab es im Vorfeld einer Weltmeisterschaft so viele Änderungen im Fahrerfeld und im Reglement.
Das führt nicht nur zu vermehrten Spekulationen, sondern auch zu einer ungewohnten Uneinigkeit der Experten im Bezug auf den diesjährigen Titelfavoriten. Machen Silber und Rot den künftigen Weltmeister unter sich aus oder kann von hinten doch noch ein anderes Team mitreden? Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert und welchen Einfluss könnten die neuen Regeln haben? Life-Go gibt einen Überblick über Neuerungen und die Ausgangssituation in der Formel 1-Saison 2007.
Reifen
Der wohl bedeutendste Unterschied im Vergleich zu den letzten Jahren ist die Wiedereinführung der Einheitsreifen. Erstmals seit sieben Jahren fahren wieder alle Teams auf Bridgestone-Pneus. Obwohl die Reifenvielfalt laut Reglement des Automobil-Weltverbandes FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) erst wieder 2008 beendet werden sollte, hat sich der zweite Reifenhersteller Michelin schon in diesem Jahr aus der Formel 1 zurückgezogen.
Bridgestone stattet nun die Fahrer aller elf Teams zu jedem Grand Prix mit 14 Sätzen Trockenreifen in harter und weicher Mischung aus. Maximal vier davon darf ein Pilot beim freien Training am Freitag verwenden, die restlichen zehn müssen auf Samstag und Sonntag aufgeteilt werden. Neu ist, dass jeder Fahrer im Rennen bei trockener Strecke sowohl die härteren als auch die weicheren Reifen fahren muss. Bei nasser Strecke stehen noch einmal sieben Sätze Regenreifen zur Verfügung. Das künftige Reifenmonopol des japanischen Herstellers könnte ein Vorteil für alle Teams sein, die wie Ferrari auch in der Vergangenheit schon auf Bridgestone gesetzt haben. Sie kennen die Eigenheiten der Reifen bereits aus der täglichen Arbeit der letzten Jahre und wissen vermutlich besser damit umzugehen.
Motoren
Nach wie vor müssen die V8-Motoren auch in dieser Saison zwei aufeinander folgende Rennwochenenden überstehen. Die Regel bezieht sich jetzt allerdings nur noch auf Samstag und Sonntag. Um das freie Training am Freitag für die Zuschauer attraktiver zu machen, dürfen an diesem Tag beliebige Motoren eingesetzt werden.
Stark eingeschränkt wird zukünftig aber die Weiterentwicklung der auf 19.000 Umdrehungen pro Minute limitierten Motoren. Alle Teams mussten bis zum 1. März 2007 einen Motor bei der FIA einreichen, der auf einem Triebwerk des letzten Jahres basiert. Dieser Motor dient nun als Basis für die Jahre 2007 bis 2010. Modifikationen dürfen in den nächsten drei Jahren nur noch am Motorenumfeld, nicht mehr am Motor selbst vorgenommen werden. So wird versucht, die technische Lücke zwischen den Teams mit großem und kleinerem Budget zu schließen.
Freies Training
Das freie Training am Freitag wird insgesamt um eine Stunde verlängert. Statt zweimal 60 Minuten darf nun zweimal 90 Minuten gefahren werden. In jeder Einheit dürfen pro Team maximal zwei Autos eingesetzt werden, die entweder von beiden Stammfahrern oder von einem Testfahrer und einem Stammfahrer gesteuert werden müssen. Außerdem müssen nach dem neuen Reglement zusätzlich zu den beiden Rennautos auf die Ersatzwagen (T-Cars) verzichtet werden. Am Samstagvormittag wird das freie Training von zwei 60-minütigen Einheiten auf zwei 45-minütige Einheiten reduziert. Keine Änderungen gibt es bei der nach wie vor dreiteiligen Qualifikation am Samstagnachmittag.
Safety-Car
Fährt das Safety-Car auf die Strecke um das Rennen zu unterbrechen, wird die Boxengasse ab sofort geschlossen. Sie darf dann solange nicht mehr befahren werden, bis das Rennen wieder freigegeben ist. Für die Fahrer bedeutet das, dass sie ihre Tanks nie vollständig leer fahren dürfen, da zu jedem Zeitpunkt des Rennens die Boxengasse für eine Runde geschlossen werden kann. Weiterhin müssen überrundete Fahrzeuge von nun an in den Safety-Car-Phasen schnellstmöglich die Autos der Führungsrunde und das Safety-Car selbst überholen und sich wieder hinten anschließen. So soll verhindert werden, dass sie die weiter vorne platzierten Piloten bei Freigabe des Rennens behindern.
Testfahrten
Außerhalb der Rennwochenenden dürfen künftig nur noch 30.000 Testkilometer jährlich absolviert werden. Dafür stehen 300 Reifensätze zur Verfügung. Vor der Saison hatte jedes Team fünf Testeinheiten von je drei Tagen, an denen beliebig viele Autos eingesetzt werden durften. Während der laufenden Saison gibt es acht jeweils dreitägige Testtermine auf vorgegebenen Strecken, bei denen allerdings nur noch ein Auto gefahren werden darf.
Der Titelkampf
Für den deutschen BMW-Piloten Nick Heidfeld ist Ferrari „ganz klar der Favorit“. Doch anders als in den Jahren von Michael Schumacher hat Ferrari zwei Fahrer, denen der Titelgewinn potenziell zuzutrauen ist. Felipe Massa hat am Ende der letzten Saison bereits angedeutet, dass er startklar für die Schumacher-Nachfolge ist. Mit Kimi Räikkönen haben die Italiener einen Fahrer zur Scuderia geholt, der seit einigen Jahren immer zum Favoritenkreis zählt. Eine klare Stallorder gibt es bei den Roten also noch nicht.
Der amtierende Weltmeister Fernando Alsonso, der ab sofort im McLaren-Mercedes unterwegs ist, dürfte wohl der Chef bei den Silberpfeilen sein. Er hat aber mit dem jungen Briten Lewis Hamilton einen Mitstreiter, der durchaus in der Lage ist, auch mal als Erster über die Ziellinie zu fahren.
Ob einer der vier Deutschen Fahrer (Nick Heidfeld, BMW; Ralf Schumacher, Toyota; Nico Rosberg, Williams; Adrian Sutil, Spyker) ernsthaft in den WM-Kampf einsteigen kann, darf bezweifelt werden. Auch Renault und BMW sind maximal Geheimfavoriten. Mit den Wechselspielen der neuen Saison könnte die viel versprechende Situation entstanden sein, dass mit Kimi Räikkönen der zweitstärkste Fahrer im stärksten Auto sitzt, während der stärkste, nämlich Fernando Alonso, nur im zweitstärksten Auto unterwegs ist. Spannung dürfte also 2007 auf jeden Fall garantiert sein.
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