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Antibiotika - Wundermittel mit Nebenwirkungen
01.05.2007 (U. Albersmeier)
Kategorie: Gesundheit
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Die Erfindung des Antibiotikums war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Meilenstein in der Geschichte der Medizin. Lebensbedrohliche Krankheiten wie Tuberkulose und Lungenentzündung konnten zum ersten Mal effektiv bekämpft werden. Die Sterblichkeitsraten bei Patienten mit diesen Krankheiten sanken rapide.
Mit nahezu 3.000 verschiedenen Präparaten und 13 % Marktanteil unter den Medikamenten ist das Antibiotikum heutzutage das am häufigsten verschriebene Medikament weltweit. Trotz aller Erfolge, in 30 bis 50 % aller Fälle werden Antibiotika falsch eingesetzt. Ärzte verschreiben Antibiotika oft zu unkritisch: Fieberpatienten werden mit Antibiotika therapiert, ohne dass vorher die Ursache für das Fieber herausgefunden wurde. In anderen Fällen wird das Medikament sogar vorbeugend verschrieben.
Die Wirkung von Antibiotika ist allerdings auf das Abtöten von Bakterien und Protozoen (tierische Einzeller) begrenzt. Sie werden gewonnen durch Produktion von Mikroorganismen oder aber chemischer Herstellung. Sie hemmen die Vermehrung von Bakterien oder töten sie ab ohne menschliche Zellen dabei zu schädigen. Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden, wie die Mandelentzündung oder die Mittelohentzündung, können so bestens behandelt werden. Nicht selten sind jedoch Viren die Ursache für fiebrige Erkrankungen. In diesen Fällen sind Antibiotika ganz und gar wirkungslos.
Resistenzbildung
Das größte Problem der falschen Handhabung von Antibiotika ist die Resistenzbildung von Bakterien. Werden Antibiotika eingesetzt, ist oft schon nach wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu verzeichnen. Die Folge ist, dass viele Patienten das Antibiotikum sofort absetzen. Eine geringe Anzahl der Bakterien ist jedoch noch im Körper vorhanden. Diese können Antikörper bilden und sind so von nun an immun gegen das bestimmte Antibiotikum. Das verschriebene Medikament sollte aus diesem Grund in jedem Fall solange wie verordnet eingenommen werden.
Eine weitere Ursache für Resistenzbildung ist die zu schwache Dosierung des Präparats. Bei geringen Mengen eines Antibiotikums sterben die Bakterien nicht ab, können aber auf Grund ihrer kurzen Generationsdauer in kurzer Zeit resistente Mutationen hervorbringen. Auch die jahrelange Verwendung von Antibiotika zur Wachstumsförderung in der landwirtschaftlichen Tierzucht hat einen Beitrag zur Antibiotika-Resistenz geleistet. Auf diese Weise konnten über den Nahrungskreislauf geringe Mengen in den menschlichen Körper gelangen.
Die eigentliche Gefahr besteht, wenn Bakterien multiresistent, also gegen viele Antibiotika immun sind. Gegen je mehr Präparate ein Bakterium resistent ist, desto schwieriger gestaltet sich die Behandlung.
Experten raten daher, vor dem Einsatz von Antibiotika eine gründliche Überprüfung der Notwendigkeit. Eine Bronchitis oder Fieber sind in den meisten Fällen nicht lebensgefährlich. Oft ist Bettruhe und eine gründliche Auskurierung die ratsamere Alternative.
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