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Am 20. März 2003 begann die amerikanisch-britische Invasion des Iraks. Das Wochenende vor dem vierten Jahrestag des Angriffs, stand ganz im Zeichen weltweiter Proteste. In weiten Teilen der Welt demonstrierten Kriegsgegner gegen die anhaltenden Kämpfe im Irak und die Politik von US-Präsident George W. Bush.
Schon am Freitag, dem 16. März 2007, bildete ein Friedensgebet in der Nationalen Kathedrale in Washington den Auftakt für die Proteste in den USA. Etwa 3.000 Mitglieder christlicher Vereinigungen beteten für den Frieden und gedachten der zahlreichen Opfer des Krieges. Trotz Schneetreibens und eisigen Temperaturen, ausgelöst durch den erneuten Wintereinbruch, zogen sie mit ihren Forderungen vor das Weiße Haus. Dort wurden rund 220 Demonstranten verhaftet, die trotz des Verbotes auf dem Gehsteig des weißen Hauses stehen geblieben waren.
Der am 17. März 2007 durchgeführte Protestmarsch zum Pentagon wurde von über 10.000 Menschen besucht. Auf ihrem Weg wurden sie mit den Sprechchören der rund 1.000 Mann starken Gegendemonstration konfrontiert, die lauthals Unterstützung für den Irak-Kurs des US-Präsidenten einforderten und die Kriegsgegner als Verräter diffamierten.
In ihrer Rede bezeichnete Cindy Sheehan, eine Ikone der amerikanischen Friedensbewegung, die durch ihr Campieren vor der Ranch des US-Präsidenten nach dem Verlust ihres Sohnes Berühmtheit erlangte, George W. Bush als Kriegsverbrecher. Auf den mitgeführten Transparenten und Schildern waren Forderungen wie „Stoppt den Irakkrieg“, „Enthebt Bush seines Amtes“ und „USA raus aus dem Irak – jetzt“ zu lesen.
Das Ziel der veranstaltenden sozialistischen Vereinigung „Answer“ (Act Now to Stop War and Racism) war es, die Idee des 1967 erfolgten Protestzug gegen den Vietnamkrieg aufzunehmen. Obwohl damals nur zwischen 35.000 und 60.000 Personen an dem Umzug teilnahmen, konnte auf Grund des schlechten Wetters keine vergleichbare Menschenmenge mobilisiert werden.
Mit Kundgebungen, Mahnwachen und Umzügen wurde am auch am 20.März.2007, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, einem weltweiten Aufruf der Friedensbewegung folgend, auf die Situation im Irak aufmerksam gemacht. In 250 amerikanischen Städten beteiligten sich Friedensaktivisten, Kriegsgegner und Angehörige der Soldaten an den Demonstrationen. Die größten Zusammenkünfte fanden in New York mit etwa 100.000 Teilnehmern und San Franciso mit geschätzten 50.000 Beteiligten statt.
Das Zentrum der Proteste in Europa war Spanien. Dort fanden über 100 Veranstaltungen in verschiedenen Städten statt. Bei einer Kundgebung in Madrid gingen mehrere 10.000 Menschen für das Ende der Besatzung auf die Straße. Auch in Australien, Großbritannien, Kanada und Malaysia wurde gegen den Irakkrieg demonstriert.
Die Bestrebungen Druck auf die amerikanische Regierung auszuüben, um ein schnelles Ende des Irakkrieges zu bewirken, fanden durch zahlreiche Kundgebungen in anderen Staaten Unterstützung. Die beiden größten in Rom und Barcelona wurden von 250.000 und 150.000 Menschen besucht, die ihrer Einstellung gegen den Krieg durch Sprechchöre und Transparente Ausdruck verliehen. In London bestiegen zwei Greenpeaceaktivisten im Rahmen der Proteste den Turm des Parlaments und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift „time for truth“ (Zeit für die Wahrheit). Kleinere Demonstrationen fanden unter anderem in Bahrain, Damaskus (Syrien), Neu-Delhi (Indien), Kairo (Ägypten), Sofia (Bulgarien), Sydney (Australien) und Warschau (Polen) statt.
Die wiederholten Forderungen nach einem Ende der Besatzung im Irak und einer Heimkehr der amerikanischen Truppen, ließen US-Präsident Bush weitgehend unbeeindruckt. Die Regierung kündigte an, ihre Truppen im Irak früher als geplant weiter aufzustocken, um die instabile Sicherheitslage dort in den Griff zu bekommen. Eine Koppelung weiterer Finanzmittel mit der Festlegung eines Zeitpunkts für den Abzug, wie im Kongress gefordert, lehnte der Präsident grundsätzlich ab. Im Falle eines solchen Beschlusses wolle er von seinem Vetorecht Gebrauch zu machen.
Damit stellte er sich gegen die Meinung der Bevölkerung, die neben den zahlreichen Opfern des Krieges auch eine zunehmend chaotischere Lage im Irak wahrnimmt und eine Verstärkung der sunnitisch-schiitischen Kämpfe im Land unter dem Druck einer anhaltenden Besatzung befürchtet.
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