|
Das zurzeit in vielen Kreisen diskutierte Betriebssystem Windows Vista beinhaltet viele Neuheiten und Eigenheiten. Für einige ist es eine gelungene Erweiterung und für andere nur eine billige Kopie – aber was steckt wirklich dahinter?
Zu Beginn die notwendigen Grundlagen. Wie gut muss mein PC sein, damit Vista einwandfrei läuft? Die Anforderungen sind für die einzelnen Bereiche verschieden. Die Arbeitskraft eines Computers wird im Allgemeinen als RAM bezeichnet. RAM führt alle Handlungen aus, welche gerade am Computer geschehen. Um Vista optimal nutzen zu können, sollte 1 GB RAM-Speicher vorhanden sein.
Das Gehirn eines jeden Computers ist die CPU, jener Teil, der über alle anderen Bereiche herrscht und diese verwaltet. Für die Nutzung von Vista sollte der User mindestens 2 GHz haben. Die Anforderungen an die Festplatte und Grafikkarte sind etwas höher. Vista verbraucht permanent mindestens 20 GB des Speichers und die Grafikkarte sollte rund 64 bis 128 MB RAM aufweisen. Die Speicheranforderungen sind im Vergleich zu Windows XP etwa fünf Mal so hoch. Das Betriebssystem nimmt daher rund ein Viertel des gesamten Platzes ein, wenn man eine 80 GB-Festplatte hat. Das sollte vor dem Kauf in Betracht gezogen werden.
Erhöhte Anforderungen machen nach weitläufiger Meinung ein System schneller, gewisse Faktoren zeigen jedoch, dass das nicht stimmt. Aufgrund seiner Größe und der grafischen Anforderungen, ist das Betriebsprogramm sehr belastend. Um diese Nachteile auszuschalten, benutzt Vista zwei sehr einfache Anwendungen: Readyboost und Superfetch. Readyboost ist eine Möglichkeit das System etwas zu entlasten. Beim Anschluss eines mindestens 1 GB großen USB-Sticks kann dieser die SWAP-Dateien übernehmen. SWAP-Dateien sind jene Daten, die entstehen, wenn parallel viele Anwendungen durchgeführt werden. Sie sind nur temporär und werden wieder entfernt, sobald sie nicht mehr benötigt werden. Hier kommt es aber nur zu einer Beschleunigung, wenn die Festplatte von Grund auf nicht schnell ist. Superfetch ist eine erweiterte Funktion der XP Version, dem Prefetch. Superfetch überwacht alle Programme und speichert häufig benutzte, was zu einem schnelleren Aufrufen führt. Der Unterschied zwischen Pre- und Superfetch ist lediglich das Superfetch etwas schlauer ist. Trotz dieser Erweiterungen sind XP und Vista ungefähr gleich schnell.
Zwei andere Erweiterungen, welche positive und negative Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sind Aero-Glass und die Sidebar. Das Aero-System, welches stark auf den RAM-Speicher zurückgreift, erinnert viele Benutzer an MAC-Systeme. Ob der grafische Fortschritt nun abgeschaut ist oder im Laufe der Zeit entstehen musste sei dahingestellt. Andere Betriebssysteme, wie Linux oder Macintosh, haben in ihren Betriebssystemen schon lange grafische Erweiterungen enthalten. Da es durch sein farbenfrohes und daher attraktives Auftreten dem Benutzer optisch gut gefällt. Dank des Zugriffes auf den RAM Speicher bleibt das System fließend und auch bei größeren parallelen Anwendungen bemerkt der Benutzer keine Systemschwächen. Die Sidebar, die etwa von Yahoo bekannt ist, ermöglicht eine individuelle Gestaltung und ist eine Möglichkeit das System persönlicher zu gestalten.
Interessant sind auch die verschiedenen Versionen von Vista und deren unterschiedliche Vorzügen. Für den Normalverbraucher gibt es Windows Vista Basic und Premium. Die erste Ausführung ist die kleinste erhältliche und nur für minimale Anwendungen geeignet. Windows Vista Basic besitzt nicht die herausragende Grafik der Premium-Version und im Moment ist, im Vergleich dazu, Windows XP vorzuziehen. Die Premium-Variante entspricht der typischen Standardversion.
Die zwei möglichen Ausführungen für Unternehmen sind Business und Enterprise, welche für kleine und große Betriebe gemacht sind. Die größte Version ist die Ultimate Version. Dabei sind alle Vorzüge der Premium und der Enterprise Ausführung enthalten. Der wesentliche Vorteil ist, dass besondere Angebote und Dienste von Windows, wie Musik- und Video-Downloads, im Paket dabei sind. Außerdem bietet Windows Vista Ultimate wesentliche Erweiterungen für Spieler und Benutzer, die viel mit Grafiken arbeiten. Eine weitere interessante Neuerung sind mehrsprachige Benutzeroberflächen, die vor allem für internationale Unternehmen besonders hilfreich ist.
Im Bereich der Sicherheit hat sich ebenfalls einiges getan. Windows Vista kommt nun mit einem Virusscanner und einer verbesserten Firewall. Weiters bietet Internet Explorer 7 in Kombination mit Vista neue Sicherheitsoptionen an. Weitere Neuheiten sind ein Kinderschutz, ein Bitlocker und das so genannte Service Hardening. Wie vielleicht nicht jedem bekannt ist, gab es bei Windows XP keine Kinderschutzoptionen. Wer Schutz wollte musste auf andere Quellen zurückgreifen.
Service Hardening bezeichnet den Vorgang, den Vista durchführt, um seine Windows-Dienste abzusichern. Die Grundidee hinter Service Hardening ist, dass aufgrund der Erfahrung eines Benutzers, schlechtes wie auch positives Wissen an andere übermittelt wird und so ihr System automatisch geupdatet wird. Wird zum Beispiel jemand, der Windows Vista verwendet, Opfer eines Virus oder eines Hackerangriffs, so kann er seine gesammelten Informationen an Windows weitergeben. Von dort aus werden alle Informationen an andere Benutzer weitergegeben.
Der Bitlocker verschlüsselt die gesamte Systempartition und lässt das System nur mittels einer speziell codierten Zahlenreihe überhaupt erst starten. Solche Zahlencodierungen sollen gegen Passwort-Cracker schützen, welche NTFS-Rechte und EFS-Verschlüsselungen umgehen. NTFS (New Technology File System) ist eine Form der Datenspeicherung und Zuweisung der Rechte und Attribute einzelner Dateien. EFS (Encrypting File System) verschlüsselt in NTFS-Systemen alles mit einem öffentlichen und einem geheimen Code. Das System ermöglicht es, dass selbst wenn fremde Personen sich Zugriff zu Dateien verschaffen, diese Dateien ohne den passenden Code nicht gelesen, geöffnet oder geändert werden können. Ein Bitlocker wird allerdings nur in der Ultimate- und Enterprise-Version mitgeliefert.
Eine weitere Neuerscheinung ist, dass der Administrator von Grund auf keine Windows-Rechte (Lesen, Schreiben und Ausführen) hat und sich diese erst auf eigenes Risiko frei schalten muss.
Windows Vista bietet für seine Kunden einige Neuerungen, welche es zwar von seinem XP Vorgänger abgrenzen, aber doch etwas an das Macintosh-System erinnern. Daher muss jeder für sich entscheiden, ob sich der Umstieg auf Vista lohnt. Es ist auf jeden Fall einen Blick wert!
|