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Langfristige Konsequenzen des Klimawandels
Sie betreffen uns alle und sind kaum noch abwendbar: die Folgen des globalen Klimawandels. Die Konsequenzen der ständigen Erderwärmung durch Treibhausgase sind nur noch abzuschwächen, aber keinesfalls aufzuhalten.
Laut des Schlussentwurfs des zweiten Teils des Weltklimaberichts werden die Folgen gravierend sein. Gemäß dem Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde im Jahr 2200 um 5,4 Grad Celsius gestiegen sein. Ein Anstieg um 1,7 Grad Celsius sei auf keinen Fall mehr zu vermeiden. Aber auch hierfür müsste der globale Kohlenstoffausstoß bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts halbiert werden.
Die Wirkung des Temperaturanstiegs ist bedeutend. Es wird in Zukunft Sommer mit Hitzen zwischen 45 Grad Celsius und 48 Grad Celsius geben. Durch das Schmelzen der Berggletscher in China, Indien und den Anden wird den Einwohnern der Gebiete deren wichtigste Wasserquelle entzogen. Durch die höheren Temperaturen werden Dürren hervorgerufen, die viele Menschen das Leben kosten werden.
Ein weiteres Problem ist die vermehrte Bildung von Monsunen. Monsunwinde tauchen nämlich in Folge von der Entwicklung einer Tiefdruckrinne in der Nähe des Äquators auf. Bei stärkerer Erhitzung der Landmassen entstehen weitere Winde, die dann zu einem Monsun führen. Durch die vermehrte Erwärmung, wird es somit auch in Europa gesteigert zu Monsunen kommen, da die Temperatur der Landmassen den Tropen immer ähnlicher wird. Gemäß dem UN-Generalsekretär, Ban Ki Moon, stellt der Klimawandel für die Menschheit eine mindestens ebenso große Bedrohung dar, wie Kriege oder andere Konflikte.
China als weltweit größter CO2-Produzent
Einer der weltweit größten und am stärksten wachsenden Treibhausgasproduzenten ist zweifelsfrei China. Dort werden immer mehr Wolkenkratzer, Autobahnen und Kraftwerke gebaut, wodurch die Klimakatastrophe verstärkt wird. Das Reich der Mitte befindet sich in einer Zwickmühle, zwischen Entwicklung und Umweltzerstörung. Der Chefingenieur für das Schanghaier Stromnetz, Ruan Qiantu, meint dazu: „Wir planen nicht, wir bauen die Trafostationen und Leitungen da, wo Platz ist.“ Durch diese Aussage wird deutlich, wie wenig in China über die Konsequenzen ihrer exzessiven Baumaßnahmen nachgedacht wird.
Der Stromverbrauch des Landes ist gigantisch. Allein zwischen den Jahren 2000 und 2006 stieg Chinas Energiekonsum um gut eine Milliarde Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) pro Jahr. Das ist zwei Mal so viel wie in ganz Deutschland verbraucht wird. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass in China mehr als 1,3 Milliarden Menschen wohnen, also fast 16 Mal so viele wie in Deutschland. Allein im Jahr 2006 gingen Kraftwerke mit einer Kapazität von 105.000 Megawatt ans Netz – allein dieser Zuwachs entspricht der Kapazität, die Deutschland insgesamt verbraucht. Gut eine halbe Million Chinesen sterben jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung, da 16 der 20 Städte mit den weltweit höchsten Werten, in China liegen. Etwa 30 Prozent der Landfläche sind von saurem Regen bedroht.
Es bleibt jedoch festzuhalten, dass China keineswegs alleine die Verantwortung für die Klimaentwicklung zu tragen hat, denn schließlich betreiben Nationen wie Japan, Amerika oder jene in Europa schon seit Jahrzehnten diese Umwelt schädigende Energiepolitik, auch wenn in Deutschland schon einige Abkommen zum Klimaschutz verabschiedet wurden. Der Pro-Kopf-Verbrauch eines Amerikaners ist, im Vergleich zum Chinesen, um das Achtfache größer, der eines Deutschen immerhin vier Mal so hoch. Die Frage, die sich nun stellt ist also folgende: Wie soll der arme Teil der Weltbevölkerung, bestehend aus Vier-Fünfteln, zu mehr Wohlstand kommen, wenn die globalen Ökosysteme schon für das reiche Fünftel von heute nicht ausreichen?
Zu beachten ist dabei allerdings auch, dass China eines der Länder ist, die am meisten gegen den CO2-Ausstoß arbeiten oder zumindest den Willen dazu haben. So beabsichtigen sie den Energieeinsatz binnen fünf Jahren, gemessen an der Wirtschaftsleistung, um 20 Prozent zu senken. Es gibt einen Plan von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), der die zehn Schlüsselsektoren von der Stahlindustrie bis zur Gebäudesanierung betrifft. Ebenso gibt es Entwürfe für den Ausbau CO2-freier Energiequellen, die Warmwassergewinnung durch Solarenergie und den Bau von Windkraftanlagen. Innerhalb von 13 Jahren will China den Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 40 Prozent verdoppeln. Der deutsche Wert liegt hier zum Vergleich bei zwölf Prozent.
Zu hoffen bleibt nur, dass die Chinesen diese Pläne zukünftig konsequenter verfolgen als in der Vergangenheit. So wurden in der Geschichte beispielsweise die seit drei Jahren geltenden neuen Baustandards im Bauboom einfach ignoriert. Die Inkonsequenz bewirkte, dass selbst die neuen Wolkenkratzer keine zentralen Heiz- und Kühlanlagen besitzen, sodass einige Kühlanlagen sogar an den Fassaden hängen und im Winter teilweise zum Heizen eingesetzt werden. Das führt zu einem extrem hohen und unnötigen Energieverbrauch. Im Jahr 2005 entsprach nur jedes zehnte Gebäude den Bauvorschriften. Der chinesische Klimaexperte Pan Yiahua versucht es so zu erklären: „Die Menschen brauchen Wohnungen, und sie können nicht viel bezahlen, darum wird so billig wie möglich gebaut. Die Leute denken nicht an die Energiekosten der nächsten zehn Jahre, sondern an den Kaufpreis von heute.“
Klimaschutz gilt nicht für Politiker-Flüge
Eine besondere Verstärkung der klimatischen Probleme stellen Flüge dar, denn sie stoßen das CO2 direkt in den oberen Schichten der Erdatmosphäre aus. Auf diese Weise sind Flüge drei Mal so schädlich wie das Auto fahren.
Aus genanntem Grund soll die Luftfahrt in den Emissionshandel aufgenommen werden. Jene Regelung gilt jedoch nicht für in offizieller Mission befindliche Monarchen oder Staats- und Regierungschefs. Der Handel soll so aussehen, dass jedem EU-Flugbetreiber eine gewisse Menge an CO2-Ausstoß zugestanden wird. Überschreitet der Betreiber die zugestandene Menge, muss er Strafe zahlen, die letztendlich von den Bürgern getragen werden. Laut Umweltminister Sigmar Gabriel würden nun unnötige Dienstreisen vermieden, indem sie durch Videokonferenzen ersetzt werden.
Wichtig bei den Vorhaben ist, dass keine Ausnahmen gemacht werden und jeder verantwortungsvoll handelt. So hält der Berater der britischen Regierung für die wirtschaftlichen Zusammenhänge von Klimawandel und Entwicklung, Sir Nicholas Stern, fest: „Noch kann man die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern, doch es muss unverzüglich und gemeinsam gehandelt werden.“
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