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„Wer hustet, lebt länger.“ Dieses Sprichwort verheißt jedem, der schon mal kräftig und lange gehustet hat, ein langes Leben. Medizinisch betrachtet ist diese Aussage jedoch völlig falsch. Wer länger als zwei bis drei Wochen hustet, sollte seinen Hausarzt aufsuchen, damit die Ursache des Leidens festgestellt werden kann. Ein anhaltender Husten ist immer ein Zeichen dafür, dass im menschlichen Körper etwas nicht stimmt.
Husten als Begleiterscheinung einer Erkältung in den Herbst- und Wintermonaten verschwindet in der Regel von selbst sobald unsere Abwehrkräfte die Infektion überwunden haben. Hausmittel wie gekochter Zwiebelsaft (löst den Schleim) und Milch mit Honig (wirkt beruhigend) können den Heilungsprozess in Gang bringen. Auch Aniskraut (befreit die Atemwege), Eibisch (lindert die Reizung der Bronchien) oder Ätherische Öle wie Basilikum oder Bohnenkraut, die inhaliert oder auf Brust und Rücken eingerieben werden, können einen Beitrag leisten, den Heilungsprozess zu beschleunigen.
Ähnliche Effekte haben auch ätherische Öle wie Myrtol, Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, Anisöl oder Thymianöl zum Inhalieren sowie pflanzliche Präparate zum Einnehmen mit Thymian- und Efeu-Extrakt, Süßholzsaft oder Primelwurzel. Diese Mittel sollten jedoch tagsüber eingenommen werden, da es sich um Schleimlöser handelt. Sie fördern den Husten, erschweren das Einschlafen und stören den Schlaf. Trotzdem ist es wichtig, den lästigen Schleim zu lösen, damit der Körper ihn leichter abhusten kann. Nachts sollte der Hustenreiz gestillt werden, damit der Körper Erholung findet.
Treten Hustenanfälle in Begleitung von Fieber, gelblichgrünem, eitrigem oder sogar blutigem Auswurf, beschleunigter, mühsamer oder schmerzhafter Atmung und Rassel- oder Pfeifgeräuschen beim Atmen auf, ist ein sofortiger Arztbesuch nötig. Eine erhöhte Aufmerksamkeit ist bei chronischem Husten geboten, da es sich beispielsweise um eine Entzündung der Atemwege oder eine Bronchitis handeln kann.
Wenn sich der Schleim nicht löst und das Abhusten sehr schwer fällt, raten Ärzte und Apotheker zu sogenannten Mukopharmaka und Sekretolytika wie N-Acetylcystein und Ambroxol. Solche Substanzen sorgen dafür, dass der Schleim dünnflüssiger wird und somit das Abhusten erleichtert wird.
Daneben gibt es hustenstillende Mittel, die „Antitussiva“. Mediziner raten, Hustenreiz unterdrückende Mittel, nur bei trockenem Husten und vor allem zur Nacht einzunehmen. Einem ruhigen Schlaf steht nichts mehr im Wege. Der Arzt verschreibt Präparate mit Codein und Dihydrocodein in Form von Tabletten, Retardkapseln oder Saft. Pflanzliche Medikamente zur Hemmung des Hustenreizes sind Extrakte aus Spitzwegerichkraut, Sonnentau, Eibischwurzel, Isländisch Moos oder Huflattich.
Abschließend ist noch zu erwähnen, dass auch bei der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente als Nebenwirkung Husten auftreten kann. Zu nennen sind vor allem ACE-Hemmer und Betablocker. Das sind Medikamente, die bei Bluthochdruck bzw. bestimmten Herzerkrankungen verordnet werden. Wenn Sie solche Präparate einnehmen und nach einiger Zeit ein dauerhafter Husten auftritt, dessen Ursache Sie sich nicht erklären können, sprechen sie Ihren Arzt an und schauen Sie im Beipackzettel nach möglichen Nebenwirkungen.
Wie bei jeder Erkrankung muss also auch beim Husten zunächst die Ursache vom Arzt gefunden werden. Erst danach können Medikamente verordnet und die Therapie begonnen werden, um die Grunderkrankung und ihr Symptom, den Husten, zielgerichtet zu behandeln. Denken Sie immer daran: Wenn Sie einen dauerhaften Husten haben, muss dessen Ursache gefunden werden, denn wer über einen längeren Zeitraum hustet, ist nicht gesund!
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