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Nachdem der Pharmakonzern Bayer im Sommer 2006 das Unternehmen Schering für 17 Milliarden Euro aufgekauft hatte, sollen nun Stellen abgebaut werden, und zwar mehr als ursprünglich geplant.
Bayer hatte sich 2006 schließlich gegen seinen Konkurrenten Merck durchgesetzt und rechnete bei der Fusion von Bayer-Schering mit einem Wegfall von 6.000 der insgesamt 60.000 Arbeitsplätze. Bis jetzt seien Fusionskosten in Höhe von einer Milliarde Euro entstanden, die Bayer-Schering ab 2009 mit Einsparungen von 700 Millionen Euro wieder in die Unternehmenskasse einbringen will.
Doch die Zahl der einkalkulierten Entlassungen bei Bayer-Schering ist seit Sommer 2006 gestiegen. Insgesamt sind es nun 6.100 Stellen, die wegfallen sollen. In Deutschland sind 1.500 Arbeitsplätze betroffen, davon allein 950 in Berlin.
Der Standort Berlin ist in Deutschland am stärksten vom bevorstehenden Stellenabbau betroffen. Hier sollen 450 Stellen mehr als ursprünglich geplant wegfallen.160 Stellen will Bayer auch in Wuppertal streichen und 140 in Jena. „Wir sind angetreten, ein schlagkräftiges, international erfolgreiches Pharmaunternehmen mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur zu schaffen“, so Werner Wenning, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG. Doch das bedeutet für den Konzern auch Stellenabbau.
Er betonte, dass es bis Mitte 2008 jedoch zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen werde. Hinzu kommt eine „Gnadenfrist“ von mindestens zwölf Monaten für die Mitarbeiter, die 2008 entlassen werden sollen. Das Unternehmen lege Wert auf „das bewährte Prinzip des sozialverträglichen Stellenabbaus“, sagte Wenning auf einer Konferenz des Vorstandes Ende Februar 2007.
Dazu gründete das Unternehmen ein internes „Job Center“, das die 550 Mitarbeiter am Standort Berlin vermitteln soll. Es habe schon Anfragen von anderen Pharmakonzernen gegeben, so Personalchef Werner Baumann. Bayer-Schering will einem Teil seiner Angestellten in Berlin die Möglichkeit geben in einer der Tochterunternehmen unterzukommen. Außerdem seien für die restlichen 350 der betroffenen Mitarbeiter in Berlin bereits „individuelle Lösungen“ wie Abfindungen, Ruhestand oder Altersteilzeit gefunden worden.
Neben dem Stellenabbau ist auch die Umstrukturierung des Unternehmens eingeplant. So überlegt der Vorstand, den Forschungsbereich Onkologie aus den USA nach Berlin zu verlagern. Auch die Leitung des Europageschäfts, die momentan in Wuppertal ansässig ist, soll nach Berlin umziehen.
„Wir müssen runter von den 950“, fordert Deutschmann, der Betriebsratvorsitzende von Bayer-Schering. Er erwarte aktive Unterstützung vom Berliner Senat, auch wenn kein direkter Einfluss auf die Entscheidungen des Vorstandes möglich wäre. Auch Klaus Wowereit (SPD), amtierender Bürgermeister von Berlin, hatte seinen Zusammenhalt mit den Angestellten angekündigt.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich die angespannte Lage noch einmal verschärfen, wenn Mitte 2008 die ersten Kündigungen rausgeschickt werden.
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