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Der zweite Teil des Klimaberichts der Vereinten Nationen wurde am 6. April 2007 von den Klimaforschern der „International Panel on Climate Change“ veröffentlicht. Die Spezialorganisation der Vereinten Nationen, die selbst keine Forschungen betreibt, fasst regelmäßig den aktuellen Forschungsstand zusammen. Im ersten Teil des Klimaberichts wurden die Entwicklungsprognosen zur klimatischen Veränderung veröffentlicht. Im zweiten Teil wird ein drastisches Bild der Auswirkungen durch die weltweite klimatische Veränderung gezeichnet. Vor allem die Ärmsten werden die Folgen zu spüren bekommen.
Erstmalig in der Geschichte wurde im Klimarat der Vereinten Nationen ein Dokument verabschiedet, dass die Schuld des Menschen am Klimawandel eingesteht. Die Veröffentlichung am 6. April 2007 gelang erst nach einer 26-stündigen Marathonkonferenz in Brüssel. Die anwesenden Politiker und Forscher diskutierten vor allem über die Formulierungen in der 20-seitigen Zusammenfassung des Berichts, die als Grundlage für politische Entscheidungen dient.
Unter dem Einfluss der Großmächte China, Russland und den USA fielen die Formulierungen zum menschlichen Einfluss an der Erderwärmung und dessen Konsequenzen jedoch sehr milde aus. Besonders die Auswirkungen in den eigenen Regierungsbereichen wollten die Vertreter nur in einer abgeschwächten Form an die Öffentlichkeit gelangen lassen. So wurde trotz gesicherter Daten aus mannigfaltigen Studien in vielen Fällen der Hinweis auf eine „sehr hohe Wahrscheinlichkeit“ in Bezug auf bestimmte Ereignisse gestrichen.
Inzwischen drang auch die Erkenntnis ins Bewusstsein der politisch Verantwortlichen vor, dass Klimaschutz von globaler Bedeutung ist. Hierzu bemerkte Martin Perry, einer der Leiter der Sitzung des Weltklimarats, dass zum ersten Mal Einigkeit darüber herrsche, dass der Klimawandel kein regionales Phänomen sei, sondern alle Kontinente gleichermaßen beträfe. Das gesamte Ökosystem des Planeten steht einem grundlegenden Wandel bevor:
Die Konsequenzen des Klimawandels sind bereits abzusehen: Dürren, Überschwemmungen, Korallensterben, Wüstenbildung und Naturkatastrophen bedrohen weite Teile der Welt. Besonders betroffen sind zahlreiche Gebiete Afrikas, wo Missernten durch einen Temperaturanstieg die angespannte Ernährungssituation noch weiter gefährden werden. Das Wasser wird sich immer ungleichmäßiger verteilen. So wird auf der einen Seite ein großer Teil der Menschheit an Trinkwasserknappheit leiden. Andererseits wird die Bevölkerung der Inselstaaten und großen Flussdeltas, vor allem in Asien, durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht.
Rund 20 bis 30 % der gegenwärtigen Tier- und Pflanzenarten werden voraussichtlich bei einer Temperaturerhöhung um zwei bis drei Grad aussterben, da der Klimawandel ihre Lebensräume grundlegend verändern wird. Durch das Schmelzen der großen vereisten Flächen wird die Erde ihre Reflexionsfähigkeit verringern und sich verstärkt aufheizen. Die mit Schnee und Eis belegten Flächen auf der Erde sind verhältnismäßig hell und reflektieren auf Grund dieser Eigenschaft einen großen Teil der solaren Einstrahlung. Wenn nun die abgelagerten Niederschläge schmelzen wird das Erdreich darunter freigelegt. Da nun eine dunklere Fläche von der Sonne beschienen wird, wird mehr Strahlung absorbiert und die Erde erwärmt sich. Eine weitere Problematik stellen die Methanablagerungen am Ozeangrund dar, die durch den Temperaturanstieg destabilisiert werden und als starkes Treibhausgas den Klimawandel noch weiter verstärken.
Der deutschen Bundesregierung wirft die Deutsche Umwelthilfe vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. Es werde zwar viel geredet, aber fast nichts getan. So werden trotz Klimazertifikatshandel große Braunkohlekraftwerksneubauten auf dem Bundesgebiet durch Schenkung der Zertifikate praktisch von den Bestimmungen befreit, obwohl gerade sie einen immensen Treibhausgasausstoß produzieren. Die großen Energiekonzerne rechnen die virtuellen Kosten trotzdem in den Strompreis ein und erwirtschaften damit riesige Gewinne.
Auch bei den deutschen Autobauern wird kein finanzieller Anreiz für die Produktion klimaschonender Automobile geschaffen. Weder wird die Forschung subventioniert, noch der Kauf solcher Modelle. Die Idee in einem bei der Lieferung eines Neuwagens beizulegenden Klimapass den Kohlendioxidausstoß anzugeben, fällt definitiv in die Kategorie Scheininnovation. Der Käufer wird dabei nur auf eine Sache aufmerksam gemacht, der er sich durchaus bewusst ist und bekommt keinerlei Anreiz, sich anders zu verhalten.
In anderen Staaten der europäischen Union ist der Klimaschutz da schon viel weiter, so die Deutsche Umwelthilfe. Dort werde mit Steueranreizen und Zuschüssen der Kauf verbrauchsärmerer Fahrzeuge unterstützt, beziehungsweise Strafsteuern für Klimakiller erhoben. Auch die Beschränkung der Geschwindigkeit auf den Autobahnen hätte eine gravierende Senkung der ausgestoßenen Kohlendioxide zur Folge. Die in der Energieentwicklung in Bezug auf erneuerbare Energien begonnene nachhaltige Denkweise gilt es nun zu verfestigen und auf andere Bereiche zu übertragen.
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