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Goldene Nase durch grünen Daumen - Öko-Investments auf der Überholspur


23.05.2007 (K. Mechler) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.rp-online.de

Der UN-Klimagipfel in Nairobi brachte niederschmetternde Ergebnisse. Ein Großteil der dort vertretenen Staaten zeigt nach wie vor kaum Interesse an den bisher festgelegten Reduktionszielen für den Ausstoß von Treibhausgasen. So lehnen zum Beispiel die USA und Australien das zu diesem Zweck erstellte Kyoto-Protokoll generell ab. China äußerte zwar die Absicht sich aktiver am Klimaschutz zu beteiligen, will damit aber erst ab 2013 beginnen.

Die meisten Staatsoberhäupter sehen Nachteile in umweltbewusstem Handeln. Es gibt ein Hauptargument, welches immer wieder zur Rechtfertigung von mangelndem Umweltschutz vorgebracht wird: die hohen Kosten und der damit verbundene wirtschaftliche Schaden. Industriezweige wie die Kohleförderung werden als besonders gefährdet eingestuft. Die Beträge, welche beispielsweise für moderne Filteranlagen ausgegeben werden müssten, sind angeblich zu hoch und würden somit viele Arbeitsplätze kosten.

Die Stichhaltigkeit solcher Argumente ist allerdings mehr als fragwürdig. So hat der weltweit anerkannte Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige Chefökonom der Weltbank, Nicholas Stern, bewiesen, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Kosten, die aufgrund der kommenden Klimaschäden anfallen, werden bis zu 20-mal höher sein als die Präventionskosten, die nötig sind, um diese Schäden abzuwenden. Das geht aus einem noch vor dem Klimagipfel von Nicholas Stern veröffentlichten Report eindeutig hervor.

Umweltbewusste Unternehmen sind daher die Zukunft. Sie sind weit mehr als das notwendige Übel, das viele in ihnen sehen.

In Deutschland boomt die „Öko-Branche“. Die Prognosen gehen so weit, dass sie in knapp 15 Jahren mehr Arbeitsplätze bieten wird als die heute noch dominierende Automobilindustrie. Solaranlagen und Windkrafträder aus Deutschland sind weltweit gefragt. Besondere Erfolge sind in der Energiegewinnung aus Wasserkraft zu verbuchen. Rund ein Drittel des hier erzeugten Stromes ist auf das deutsche Unternehmen Voith zurückzuführen, welches unter anderem Generatoren und Turbinen für Kraftwerke in der ganzen Welt produziert.

1997 wurde von ökologisch wirtschaftenden Unternehmen der Naturaktienindex (NAI) gegründet. Er besteht aus den Aktienkursen von derzeit 30, nach strengen Kriterien ausgewählten, Unternehmen. Um im Index gelistet zu werden, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Dazu gehört das Engagement für zentrale Probleme der Menschheit, wie beispielsweise Umweltschutz und Armutsbekämpfung. Außerdem müssen die Betriebe eine Vorreiterrolle in verschiedenen Gebieten einnehmen. Ein Beispiel hierfür wäre die Förderung ethnischer Minderheiten.

Der NAI hat seit seiner Gründung um über 400 Prozent zugelegt. Das ist eine deutlich bessere Entwicklung, als herkömmliche Aktienindexe sie zeigen. Der DAX ist im gleichen Zeitraum nur um 95 Prozent gestiegen, der Welt-Index MSCI um 80 Prozent.

Damit auch private Anleger von dem Erfolg profitieren können, wurde der Aktienfond „GreenEffects“ entwickelt. Er garantiert, dass nur in Aktien von Unternehmen investiert wird, die tatsächlich dem NAI angehören. Genauere Informationen über die einzelnen Mitglieder des Index sowie über die Möglichkeit ein Depot zu eröffnen, sind auf den Internetseiten greeneffects.de und www.nai-index.de zu finden.

Hieran wird deutlich, dass Öko-Investments viel Geld einbringen und somit keineswegs schädlich für die Wirtschaft sind. Das erkennen inzwischen auch große Konzerne wie Shell oder Siemens, die langsam eine Umorientierung in Umweltbelangen zeigen. So hat Siemens bereits mehrere Milliarden Euro in Klimaschutzprojekte investiert.

Nun bleibt zu hoffen, dass die Politik den Trend, der in der Industrie bereits Fuß gefasst hat, erkennt und die neuen Chancen nutzt, statt weiterhin an überholten Systemen festzuhalten.



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