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„Himmel über Berlin“ ist ein Film von Wim Wenders, der die Geschichte der zwei Engel Cassiel (Otto Sander) und Damiel (Bruno Ganz) erzählt. Sie begeben sich nach Berlin, um dort die Menschen zu beobachten und ihren Gedanken zu lauschen. Nur Kinder sind in der Lage, die beiden Engel zu sehen. Erwachsene nehmen sie nicht wahr. Den Menschen, denen sie begegnen, verleihen Cassiel und Damiel in verzweifelten Lebenslagen neuen Mut. Das ist jedoch alles, was sie für die Menschen tun können. Es ist ihnen nicht erlaubt, in ihr Leben einzugreifen.
Der Zuschauer nimmt das Berliner Großstadtleben der achtziger Jahre durch den Blick der beiden Engel wahr. Er folgt den melancholischen Gedankengängen eines verzweifelten Mannes in der U-Bahn und den Grübeleien lesender Studenten in der Staatsbibliothek. Auch die Sehnsüchte der Trapezkünstlerin Marion und die Erinnerungen eines alten Mannes an den Krieg werden von Damiel und Cassiel auf ihren Streifzügen durch die Stadt wahrgenommen.
Sie machen an einem französischen Zirkus Halt, der eines Abends seine letzte Aufführung gibt. Damiel verliebt sich in die verträumte, einsame Trapezkünstlerin Marion (Solveig Dommartin) und wünscht sich nun nichts sehnlicher, als Mensch zu werden, um Marion gegenüber treten zu können.
Dann lernt Damiel den amerikanischen Schauspieler Peter Falk kennen, der früher selbst ein Engel war und ihm rät, den großen Schritt zu vollziehen und sein Dasein als Engel aufzugeben. Trotz Cassiels Bedenken wird er in einen Menschen verwandelt und begibt sich auf die Suche nach Marion.
1987 gedreht, feiert der Film nun mit einem Comeback in die Kinos sein 20-jähriges Jubiläum. Er begeisterte schon damals Filmkritiker und wurde 1987 auf dem Filmfestival von Cannes und 1988 mit dem europäischen Filmpreis gekrönt.
Als Großstadtmärchen und poetisches Kunststück in hohen Tönen gelobt, hält der Film jedoch nicht das, was er verspricht. Zweifellos ist bei diesem Film keine schnellgängige Handlung zu erwarten, doch dass sich das Geschehen so zäh und langsam entwickelt, ist neben der überaus anstrengenden Rhetorik eine Zumutung für den Kinobesucher. Er wird mit den pseudo-intellektuellen und unsinnigen Phrasen der Engel, eines Märchenerzählers und der nachdenkenden Menschen bombardiert. Inhaltlich „glänzen“ die Figuren allerdings nur durch überfrachtete, geschwollene Dialoge, die nichts auszusagen vermögen.
Auch ein für Poesie und Philosophie sensibilisierter Zuschauer wird mit den hohlen Sätzen nicht viel anfangen können und sich eher veralbert vorkommen. Wim Wenders scheint sein Drehbuch hier getreu nach dem Grundsatz „Alles, was Mensch nicht versteht, ist Kunst“ geschrieben zu haben.
Einzige Lichtblicke des zweifelhaften Kinovergnügens sind die Originalaufnahmen von Schauplätzen Berlins aus den achtziger Jahren. Hinzu kommen ein ausgiebiger Live-Konzertmitschnitt von Nick Cave und einige Filmsequenzen, die in Englisch und Französisch gedreht wurden. Entstanden sind die Szenen im französischen Zirkus und bei den Dreharbeiten des amerikanischen Schauspielers.
Für diejenigen, die „Himmel über Berlin“ bei seinem erstmaligen Erscheinen 1987 bzw. der digitalen Neuaufbereitung, die vor kurzem in die Kinos kam, einen Sinn beimessen konnten, drehte Wim Wenders bereits 1993 eine Fortsetzung „In weiter Ferne, so nah!“. Hier waren auch Bruno Ganz, Peter Falk, Otto Sander und Solveig Dommartin wieder mit von der Partie. Der Nachfolger überzeugte jedoch nicht einmal Wenders-Fans.
Eine wesentlich leichter verdauliche, hollywoodweichgespülte und von rhetorischem Ballast befreite Version der Geschichte der zwei Engel wurde 1998 unter dem Titel „Stadt der Engel“ mit Meg Ryan und Nicolas Cage in den Hauptrollen neu verfilmt. Er konnte sich wesentlich größerer Beliebtheit erfreuen.
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