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WHO empfiehlt Beschneidung von Männern


25.05.2007 (K. Lindner) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.netdoktor.de

Zu Beginn des Jahres gab die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine Empfehlung zur Beschneidung von Männern heraus. Studien zufolge soll sich für beschnittene Männer das Risiko einer HIV-Ansteckung verringern.

Der Eingriff wird schon seit Jahrtausenden durchgeführt und hat neben medizinischen meistens religiöse oder kosmetische Gründe. Unter dem Begriff wird die teilweise oder vollständige Entfernung der männlichen Vorhaut verstanden. Laut WHO sind weltweit etwa 665 Millionen Männer (30 %) beschnitten.

Die in Afrika durchgeführten Untersuchungen belegen einen bedeutenden Zusammenhang zwischen der Zahl an HIV-Infizierten und der Anzahl beschnittener Männer. Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass sich das Virus meistens an die so genannten Langhanszellen heftet, die mit der Vorhaut bei der Beschneidung entfernt werden. Hinzu kommt, dass die Haut für das Virus weniger durchlässig ist, da sich die äußere Hautschicht an der Eichel nach der Beschneidung verdichtet.

Befürworter der Beschneidung weisen nachdrücklich darauf hin, dass es kein sehr großer Eingriff sei und überwiegend problemlos verlaufe. Kritiker setzen dagegen, dass die Operation mit Risiken, wie Blutungen und Entzündungen, verbunden und darüber hinaus völlig überflüssig sei. Es habe bereits Fälle gegeben, in denen es bei Beschneidungen zu erheblichen Verletzungen und sogar Todesfällen gekommen sei. Obgleich zu diesen Behauptungen keine stichhaltigen Zahlen vorliegen, ist bekannt, dass die Beschneidung von Säuglingen in einigen Kulturen noch immer ohne Betäubung und ohne sterilisierte chirurgische Instrumente durchgeführt wird. In westlichen Breitengraden, in denen die Beschneidung längst Einzug gehalten hat, ist das nicht der Fall. Trotzdem bleiben die Diskussionen, in denen viele verschiedene Meinungen aufeinander prallen, bestehen.

Das Ergebnis der Studien, die die WHO als sinnvolle Begründung für die Beschneidung anführt, bereichert die Diskussion um das Für und Wider der Beschneidung um ein schlagkräftiges Pro-Argument. Einen hundertprozentigen Schutz vor HIV bietet die Beschneidung jedoch nicht. Allenfalls kann das Risiko einer Infektion um 60 % gesenkt werden. Die WHO betont daher, dass die Beschneidung die Maßnahmen zur AIDS-Prävention nur ergänzt, aber nicht ersetzt.

Den besten Schutz vor einer Ansteckung bietet demnach immer noch der verantwortungsvolle Umgang mit dem Kondom. „Safer Sex“ wird also weiterhin der einzige Weg sein, das eigene Leben – und das Leben des Partners – wirklich sicher zu schützen.



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