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Monopolmacht und Überwachung durch Google


27.05.2007 (C. Wiechert) Kategorie: Computer

Bild: www.google.de

Wer kennt das nicht: Eine Information zu einem Thema wird benötigt und der schnellste Weg ist heutzutage meistens der über das Internet. „Google“ heißt die Antwort auf die Fragen, die sich stellen und auf Wissenslücken, die noch zu füllen sind. Den Vorteil von Suchmaschinen wird keiner bestreiten, aber oft werden dabei die damit einhergehenden Gefahren ausgeblendet. Wie groß die Macht des Unternehmens „Google“ im Internet wirklich ist, nicht nur was die Suchmaschine betrifft, wird von vielen Nutzern unterschätzt. Ebenso der Datenschutz, der durch Suchmaschinen nicht so sicher ist, wie oft geglaubt wird.

Über 80 Prozent aller Deutschen nutzen die Suchmaschine „Google“, das besagt eine Statistik auf der Website www.webhits.de, die die Nutzung verschiedener Computerkomponenten untersucht. Die Beliebtheit wird besonders dadurch deutlich, dass der Begriff „googeln“ einen Eintrag in den Duden erhalten hat. Und wem ist nicht schon mal der Ausspruch „Ich google das mal eben“ begegnet. Seinen guten Ruf hat „Google“ nicht ohne Grund erhalten. Die Suchmaschine glänzt durch Übersichtlichkeit und Fülle von Informationen, die nach Relevanz sortiert werden.

Dass Suchmaschinen nicht nur positive Seiten haben, wird in den letzten Wochen immer häufiger diskutiert. Im Vordergrund steht dabei die Befürchtung, „Google“ könnte seine Monopolmacht missbrauchen. Insbesondere die Beeinflussung der Meinung ist dadurch möglich. Das Verhalten der Suchmaschinen-Nutzer folgt in der Regel einem Muster: Am meisten Aufmerksamkeit erhalten die ersten 20 Ergebnisse der Suche, wodurch viele Informationen, die es im Internet zu finden gibt unbeachtet bleiben.

Hinzu kommt, dass nicht alle Informationen erfasst werden, die im World Wide Web versteckt sind. Suchmaschinen erfassen nur rund ein Drittel aller Informationen. Welche Kriterien für die Auswahl erfüllt werden müssen wird von „Google“ nicht verraten, aber angeblich arbeitet die Suchmaschine mit einem rein mathematischen Algorithmus. Wichtig ist der Verweis von anderen Websites auf die eigene Homepage um im Ranking möglichst weit nach oben zu kommen.

Neben der Suchmaschine bietet„Google“ mittlerweile eine Vielfalt von anderen Diensten an. Das Unternehmen verbreitet sich immer mehr im Internet. Neben „GoogleTalk“, einem Chatprogramm mit dem auch telefoniert werden kann, gibt es „GoogleMaps“, das einen Routenplaner und Stadtkarten enthält, die Satellitenbilder von „GoogleEarth“ auf denen die ganze Welt aus der Vogelperspektive zu sehen ist und so weiter. Das Angebot wird ständig weiter entwickelt und vergrößert, sodass dem Nutzer der Internetgigant überall begegnet.

Wie genau kennt uns „Google“ schon?

Der mangelnde Datenschutz wird von vielen Experten kritisiert. Bei der Nutzung von Suchmaschinen gibt der Nutzer automatisch Informationen von sich preis. „Google“ kann mitverfolgen, was gesucht wird oder was von derselben Person schon gesucht worden ist. Das Unternehmen verdient sein Einkommen durch Werbeanzeigen, die je nach Anfrage auf die Wünsche des Nutzers zugeschnitten sind. Sucht er beispielsweise eine bestimmte DVD, werden auf der rechten Seite der Website Werbelinks zu dem gesuchten Artikel angezeigt. Für jeden Klick auf so einen Link erhält „Google“ Geld. Das Wissen über den User ist also „Gold wert“, denn je mehr das Unternehmen über ihn weiß, desto mehr können die Werbelinks auf ihn zugeschnitten werden.

Wie wenig Privatsphäre der User hat zeigt auch der kostenlose E-Mail-Dienst „GMail“ („Google Mail“). Die Nutzung wird durch die Einladungen von einem registrierten User möglich. Er kann den Dienst an seine Freunde empfehlen und „Google“ kann so die Sozialstruktur des Einzelnen erfassen. Der Nutzer stimmt außerdem der Speicherung seiner versendeten E-Mails auf unbegrenzte Zeit zu. Das ist jedoch noch nicht alles. Bekommt der Inhaber eines „GMail“-Accounts eine Nachricht, wird sie ebenfalls aufbewahrt – ohne das Wissen des Absenders. Ein anderes Beispiel ist der Dienst „Google Desktop“. Dabei wird ein Programm auf dem Rechner installiert, das der „Google“-Suchmaschine ähnlich ist. Die Hauptfunktion besteht in der Suche von Dateien auf dem Computer.

Ein fiktives Szenario wie sich die Macht von „Google“ auswirken könnte, finden Sie auf: media.aperto.de. Dort wird beschrieben wie sich Nachrichten nur noch im Internet finden und die Machtverteilung dabei immer weiter in Richtung „Google“ geht. Die Kontrolle über den Menschen äußert sich darin, dass bei der Suche im Internet Tatsachen anders dargestellt werden als sie sind. Ein auf den Einzelnen zugeschnittenes Nachrichtenpaket mit vielen Unwahrheiten könnte dann erhältlich sein.

Das Unternehmen „Google“ ist einen weiter Schritt auf dem Weg zum „gläsernen“ Menschen. Schon längst werden wir überwacht. Dafür gibt es viele Beispiele: Es fängt bei der Speicherung von IP-Adressen an und geht mit dem Abhören durch Handywanzen weiter. Was wir dagegen tun können? Es gibt viele Möglichkeiten die Dienste von „Google“ zu umgehen, zum Beispiel bei einem E-Mails-Account. Gerade in diesem Bereich hat der Nutzer die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern und kann so „GMail“ umgehen. Allerdings kann auch nicht bestritten werden, dass die „Google“-Suchmaschine in Bezug auf die Informationsvielfalt die anderen Alternativen aussticht.



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