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Der achte Mai war eigentlich ein Tag, der die Welt vereinen sollte. Am 8. Mai 1945 unterzeichnete Generalfeldmarschall Keitel im sowjetischen Hauptquartier in Berlin die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht und kennzeichnet damit sowohl das Ende des Zweiten Weltkriegs, als auch die Befreiung vom Nationalsozialismus. Trotzdem war dieser Tag mit verschiedenen (internationalen) Konflikten gespickt.
Im estländischen Tallinn wurde von der Regierung ein Gedenkverbot verhängt. Es verbietet Feiern zum Tag des Sieges über den Nationalsozialismus. In diesem Sinne wurde auch das sowjetische Ehrendenkmal, welches an die gefallenen sowjetischen Soldaten des Zweiten Weltkrieges erinnern soll, vom Stadtzentrum auf den Soldatenfriedhof versetzt. Es kam zu Massenkrawallen, bei denen eine Person getötet und 156 Menschen verletzt wurden.
Es gibt allerdings auch eine gegenteilige Reaktion angesichts des Gedenktages. Der Vatikan wollte den Holocaust (Shoa) Gedenktag in Israel angesichts einer Bildunterschrift eines Portraits von Papst Pius XII boykottieren. Das Portrait des Papstes ist im Museum Yad Vashem, der „Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staats Israel im Holocaust“ ausgestellt. Die Bildunterschrift des Papstportraits besagt, dass er nichts getan habe um den Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen, was der Vatikan als unwahr empfand und deswegen die Feiern des Gedenktages boykottieren wollte.
Ebenfalls in Yad Vashem wurden Gottesdienste für die Opfer der Nationalsozialisten abgehalten. Dies geschah wie jedes Jahr am 27. Nissan (Monat des jüdischen Lunisolar-Kalenders), der dieses Jahr am 16. April war.
Um 10:00 Uhr, mit dem Aufklingen einer Sirene, legte sich eine zweiminütige Stille über Israel. Fußgänger und Autofahrer hielten inne, um den Opfern die Minuten des Stillschweigens zu widmen. Auch die Restaurants und Diskotheken in Tel Aviv blieben zur Respektserweisung geschlossen.
Die Trauerfeiern dauerten den ganzen Tag. Politiker nannten persönliche Verluste durch den Faschismus, Gottesdienste fanden auch in vielen Schulen und Institutionen statt. In der Eröffnungszeremonie in Yad Vashem warnte Ehud Olmert, der israelische Ministerpräsident, vor denjenigen, die aus der Shoa nichts gelernt hätten. Im selben Kontext wies der frühere Justizminister Yosef Lapid auf die bedrohliche Untätigkeit im Bezug auf die sudanesische Krisenprovinz Darfur hin.
Auch die Medien lieferten eine intensive Berichterstattung. Dieses Jahr lag der Fokus besonders auf den Shoa Überlebenden in Israel, von denen laut des Zentralverbands der Holocaust-Überlebenden, rund ein Viertel (ca. 250.000) unterhalb der Armutsgrenze leben. Viele von ihnen seien aus der Sowjetunion emigriert und würden nun aus teils bürokratischen Gründen keine Entschädigungszahlungen bekommen.
In Polen fand am selben Tag der „Marsch der Lebenden“ von israelischen und anderen Jugendlichen aus vielen verschiedenen Ländern statt. Wie jedes Jahr zogen sie an der Seite einiger ehemaliger Häftlinge der Konzentrationslager durch Auschwitz und das damalige Vernichtungslager Birkenau. Rafi Eitan, ein israelischer Minister, führte den Marsch an. In dem Marsch wehten viele israelische Fahnen über den Köpfen der Jugendlichen.
Dalia Itzik, Israels amtierende Präsidentin beschrieb die Shoa als „Schandfleck der Menschheit“ und sprach somit erneut die Warnung aus, die Vergangenheit in Vergessenheit geraten zu lassen.
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