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Veränderungen in der Studienlandschaft - Teil 1: Die neuen Studiengebühren


03.06.2007 (K. Lindner) Kategorie: Panorama

Bild: www.adpic.de

Studiengebühren sind momentan das Thema, das die meisten Studenten beschäftigt. In einer dreiteiligen Serie, berichtet Life-Go über Studiengebühren, die Finanzierung des eigenen Studiums und die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master. Im ersten Teil geht es um die Einführung von Studiengebühren.

Ein Studium zu absolvieren bedeutet heutzutage, einer Fülle von Pflichten und erheblichem Zeitdruck ausgesetzt zu sein. Neben den Seminaren, die besucht werden müssen und der häuslichen Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffs sind viele Studenten gezwungen, einem oder mehreren Teilzeitjobs nachzugehen.

Trotzdem ist das Konto Mitte des Monats bei den Meisten ebenso leer wie der Kühlschrank. Zum Ende des Semesters, wenn der Zwangsbeitrag für das Semesterticket, die Bearbeitungsgebühr der Universität und die just neu erhobenen Studiengebühren bezahlt werden müssen, stürzen Existenzängste über eine Vielzahl von Studenten herein, die selbst den alltäglichen stressigen Wahnsinn in den Hintergrund drängen.

Zu dem Problem, die Lebenshaltungskosten aufbringen zu können, kommt mit den Studiengebühren für zahlreiche Studenten ein weiteres. Bisher schloss das Hochschulrahmengesetz in Deutschland allgemeine Studiengebühren aus. Doch im Jahr 2002 klagten einige unionsgeführte Bundesländer gegen dieses Gesetz, da sie sich in ihrer Länderhoheit eingeschränkt fühlten. Das Bundesverfassungsgericht sah das ähnlich und gab den Ländern am 26. Januar 2005 Recht.

Seither sind die Studiengebühren in Deutschland eingezogen und an ihr erhitzen sich die Gemüter. Die einen sagen, die Gebühr, die den Studenten auferlegt wird, damit sie das universitäre Angebot nutzen dürfen, entlastet den Steuerzahler. Damit sei sie als Investition in persönliches Humankapital gerechtfertigt. Die anderen meinen, dass die Gebühr zu sozialer Ungerechtigkeit führt, weil viele junge Leute sich die akademische Ausbildung finanziell nicht leisten können.

Einig sind sich alle über die Tatsache, dass deutschlandweit ein bunter Flickenteppich von unklaren Regelungen, verunsichernden Neuerungen und undurchschaubaren Verpflichtungen besteht. Einige Bundesländer bieten nach wie vor ein Studium an, das nur die Verwaltungskosten pro Semester bedingt. Sie variieren allerdings erheblich, sodass von Einheitlichkeit keine Rede sein kann.

Einige Bundesländer erheben Studiengebühren in Höhe von 500 Euro für das Erststudium, doch scheint das Ende der Gebührenspirale noch nicht erreicht zu sein und der Betrag soll zukünftig noch ansteigen. Wirtschaftsverbände fordern inzwischen 2.500 Euro Studiengebühren pro Jahr. Auch ist die Tendenz, Studiengebühren einzuführen, an deutschen Universitäten steigend. Einige Bundesländer belegen nur Zweitstudien mit Gebühren. Zwei Drittel aller Länder haben schon vor Jahren Langzeitstudiengebühren für Studenten eingeführt, die die Regelstudienzeit ihres Faches überschreiten.

Auch die Finanzierung ist bislang ungeklärt. Ein Modellvorschlag löst den anderen ab, und sicher ist nur, dass jedes dieser Modelle entweder mit einer erheblichen Belastung des Studenten einhergeht oder weitere Schulden verursacht. Viele Studenten sind auf staatliche Hilfe (BAföG) angewiesen, um ihr Leben bestreiten zu können. Die Unterstützung muss nach Abschluss des Studiums zur Hälfte zurückgezahlt werden. Umso schwerer wiegt die Verschuldung durch Studiengebühren, die zusätzlich aufgebracht werden müssen. Studenten, die bereits mit mehr als 10.000 Euro durch einen BAföG-Kredit verschuldet sind oder voraussichtlich sein werden, sind allerdings von Studiengebühren befreit.

Ob sich die Zahlen der Studenten verringern, weil viele Schulabgänger sich gegen ein Studium mit Gebühren entscheiden, bleibt abzuwarten. Jene, die bereits mitten im Studium von dem Schreckgespenst Studiengebühr überrascht wurden, bleiben rat- und hilflos zurück.

Im nächsten Teil der Reihe geht es um die Finanzierung des Studiums, das sich viele Studenten alleine nicht leisten können. Haben Sie auch Erfahrungen mit Studiengebühren gemacht? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum.



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