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Die Politik in Deutschland könnte man, wenn man böswillig wäre, mit einem sinkenden Schiff vergleichen. Ein Schiff, das Dank seiner Steuerung dem Untergang geweiht ist und zwangsläufig an den Felsen der Lächerlichkeit zerschellen muss. Aber dies ist nur ein Vergleich, den freilich nicht alle deutschen Bürger teilen mögen.
Was aber dennoch zweifelsfrei unübersehbar ist, ist die Tatsache, dass sich im Ansehen der Damen und Herren mit den weißen Westen immer mehr Schmutzflecken bilden, Risse im Image. Natürlich kann sich der kritische Beobachter nun fragen, warum sich die Lage so verändert hat.
Einige böse Zungen zischeln im Hintergrund, dass es am Einriss gewisser Mauern liege, die hätten stehen bleiben sollen. Da sich die Politiker nicht im Klaren über den Arbeitsmarkt und seine Fehler sind und keine Ahnung haben, wie sie die angespannte Lage verbessern können, versuchen sie gerne die Schuld auf dieses Stück Stein und die finanzielle Belastung der Wiedervereinigung zu schieben. Nicht gerade etwas, dass sie im besten Licht erscheinen lässt.
Schlimmer noch: Anstelle sich auf den Hauptkern, nämlich das Regieren, zu konzentrieren, wird mit aller Macht versucht, den anderen Parteien die Wähler durch irgendwelche Schlammschlachten, die öffentlich im TV ausgetragen werden, auszuspannen. Das Fernsehen ist eine Quelle der Macht, die das Urteilsvermögen der Menschen manipulieren kann. Sicherlich spielt das auch eine Rolle. Aber zu ihrem schlechten Ansehen tragen Deutschlands Politiker gewiss selber bei, indem sie zeigen, dass sie nicht gerade die Intellektuellsten sind, unbedacht ins Blaue schießen mit Äußerungen, die man selten aus dem Mund von mündigen Erwachsenen zu hören bekommt.
Das aktuellste Beispiel hierfür dürfte Edmund Stoiber sein, seines Zeichens CSU-Parteichef und der festen Überzeugung, dass die Wahlen nicht schon wieder im Osten entschieden werden sollten, dass nicht schon wieder frustrierte Menschen den Wahlkampf entscheiden sollten.
Was soll man dazu noch sagen? Was sonst, außer, dass es zweifelsfrei gefundenes Fressen für sämtliche Boulevardblätter und Comedy-Shows im Abendprogramm war. Obgleich sich Stoiber wenig später davon distanzierte, die Wähler im Osten als Wähler zweiter Klasse betitelt zu haben, sondern lediglich seine Wahlkampfgegner Lafontaine und Gisy gemeint hatte, war der Schaden enorm.
Trotz allem ist ein solcher Ausrutscher schon irgendwie traurig, denn eigentlich hätte Herr Stoiber folgendes wissen müssen: Nicht nur die Menschen im Osten sind frustriert, sondern alle Deutschen.
Sie sind frustriert über Ein-Euro-Jobs, Hartz IV und die bodenlosen Reden, die Politiker halten, ohne über deren Inhalte nachzudenken. Deutschlands Politiker sind Menschen, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollten und doch zu nichts taugen als für den hohlen Lacher zwischendurch.
Wunder verlangt keiner, nur ein wenig Verstand.
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