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Veränderungen in der Studienlandschaft - Teil 2: Finanzierung des Studiums


14.06.2007 (K. Lindner) Kategorie: Panorama

Bild: www.blog.lhg-erlangen-nuernberg.de

Studiengebühren sind momentan das Thema, das die meisten Studenten beschäftigt. In einer dreiteiligen Serie, berichtet Life-Go über Studiengebühren, die Finanzierung des eigenen Studiums und die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master. Im zweiten Teil geht es um die Finanzierung des Studiums, die viele Studenten selbst aufbringen müssen.

Wer sich nach dem Schulabschluss für ein Studium entscheidet, nimmt über Jahre hinweg Nachteile in Kauf: Die Zeit, die das Studium kostet, fehlt für eine Erwerbstätigkeit, weswegen kaum oder nur ein geringes Einkommen erzielt werden kann. Die Lebenshaltungskosten müssen jedoch ebenso aufgebracht werden wie die Aufwendungen für Lehrmaterialien und Fahrtkosten. Dabei stoßen viele Studenten an ihre persönlichen Grenzen.

Zwar gibt es nach wie vor die staatliche Förderung, die nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) als eine Sozialleistung an die Studenten gezahlt wird, um die Chancengleichheit im Bildungswesen zu erhöhen. Ein nebenjobfreies Studium ist für die meisten dennoch nicht möglich. Derzeit üben 67 % der Studierenden einen Nebenjob aus, um ihr Leben zu finanzieren.

Problematisch dabei ist, dass ein oder mehrere Jobs neben dem Studium oft zu einer Überschreitung der Regelstudienzeit führen. Das kann unter Umständen das BAföG kosten. Auch leiden Studenten unter der Mehrfachbelastung. Der Zwang, in jedem Bereich gute Leistungen zu erbringen, bedeutet einen erheblichen Stressfaktor. Der zeitliche Druck, Studium und Nebentätigkeit miteinander zu vereinbaren, verlangt großes organisatorisches Geschick.

Auch führt die staatliche Förderung ebenso wie private Kredite in die Schuldenfalle. Die Hälfte der Förderung wird als Zuschuss gezahlt, die andere wird als zinsloses Darlehen gewährt, das später einkommensabhängig in vierteljährlichen Raten an das Bundesverwaltungsamt zurückgezahlt werden muss. Studenten, die bei Beginn des Studiums älter als 30 Jahre alt sind, haben grundsätzlich keinen Anspruch auf BAföG.

Die Bedarfsberechnung erfolgt unter Einbeziehung des persönlichen Einkommens und Vermögens, sowie dem der Eltern und, falls vorhanden, des Ehegatten. Es werden in der Regel nicht die aktuellen Verhältnisse zugrunde gelegt, sondern die Verhältnisse im vorletzten Jahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes. Abgegolten sind mit dem individuell errechneten Betrag der allgemeine Bedarf, Unterkunftskosten, ein Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag. Ein Student etwa, der nicht mehr bei den Eltern wohnt, kann im Höchstfall monatlich 521 Euro erhalten. Von diesem Betrag bei ständig steigenden Kosten leben zu können, ist ein Kunststück, das nur unter größten Schwierigkeiten gelingt.

Da der überwiegende Teil des Einkommens für Lebenshaltungskosten und Aufwendungen wie Miete und andere Festkosten verwendet werden muss, bleibt Studenten einiges versagt. Nur selten sind kleine Extras drin, die den Alltag versüßen. Als Hobby bleibt lediglich ein Spaziergang im Park, denn alles, was Geld kostet, muss oftmals erst angespart werden. Urlaubsreisen, selbst die gelegentliche Heimreise für auswärts Studierende oder gar ein eigenes Auto, ist für viele Studenten ein unerreichbarer Luxus. Plötzlich notwendige Anschaffungen, etwa, wenn die Waschmaschine defekt ist, können kleine Katastrophen auslösen. Von einer möglichst früh begonnenen Altersvorsorge, Sparanlagen für die Zukunft oder einer eigenen Familie können die meisten Studenten nur träumen.

Im nächsten Teil der Reihe geht es um die Neuerungen in der deutschen Studienlandschaft. Was sind Ihre Erfahrungen und Eindrücke die Finanzierung des Studiums betreffend? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum.



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