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Verheißungsvolle Neuigkeiten sorgten Ende April für Schlagzeilen. Zum ersten Mal wurde ein Planet gefunden, der von seiner Beschaffenheit der Erde sehr ähnlich ist. Er wurde von Astronomen aus dem Team um Stéphane Udry und Michel Mayor vom Genfer Observatorium entdeckt.15 Jahre nach der Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten ist nun das Ziel greifbar, das für einige Astronomen im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht: Der Fund einer „zweiten Erde“.
Der Planet ist fast anderthalb mal so groß und fünfmal so schwer wie die Erde. Er ist ungefähr 20 Lichtjahre (1 Lichtjahr entspricht 9,5 Billionen Kilometern) von uns entfernt und kreist um den Stern „Gliese 581“, der dem neu entdeckten Planeten als Sonne dient. Aus diesem Grund nennen die Forscher den Planeten „Gliese 581 c“. Bei seiner Sonne „Gliese 581“ handelt es sich um einen roten Zwerg was bedeutet, dass sie um einiges kühler ist als unsere Sonne. Das Besondere an dem Planeten „Gliese 581 c“ ist die Entfernung zu dem Zentralgestirn. Sie beträgt etwa 11 Millionen Kilometer und ist damit nur 1/14 so groß wie der Abstand der Erde zur Sonne. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Abstand ähnliche klimatische Verhältnisse wie auf der Erde schafft.
Das würde bedeuten, dass auf dem Planeten Temperaturen zwischen null und 40 Grad Celsius herrschen könnten. Falls es Wasser geben würde, wäre es in flüssiger Form vorhanden. Wasser ist eine wesentliche Vorrausetzung für Leben. Dessen Existenz ist daher eine der wichtigsten offenen Fragen für die Astronomen. Eine Methode, um Wasserdampf auf entfernten Planeten nachzuweisen, existiert bereits und wird wohl in nächster Zeit zu weiteren Erkenntnissen führen. Die Forscher des internationalen Teams gehen davon aus, dass der Planet entweder felsig ist, oder Ozeane die Oberfläche bedecken. Jahreszeiten, wie wir sie kennen, wird es aber wohl nicht geben. Grund hierfür ist die enge Umlaufbahn des Planeten um seine Sonne. Die Dauer eines Jahres beträgt daher lediglich 13 Tage.
Der geringe Abstand des Planeten zu seiner Sonne könnte aber auch eine „gebundene Rotation“ bewirken, wie sie bei der Erde und dem Mond vorliegt. Das bedeutet, dass der Himmelskörper mit der geringeren Masse dem mit der größeren Masse immer die gleiche Seite zuwendet. Das würde dazu führen, dass es auf der Seite, die der Sonne zugewandt ist, extrem heiß wäre, während auf der Rückseite des Planeten eisige Temperaturen herrschen.
Doch über genauere Beschaffenheiten auf dem Planeten „Gliese 581 c“ können noch keine präzisen Aussagen gemacht werden. Grund hierfür sind die vielen unbekannten Faktoren, wie zum Beispiel die genaue Zusammensetzung der Planetenatmosphäre. Klarheiten über die vielen offenen Fragen kann nur eine direkte Beobachtung bringen. Für die derzeitige Technik ist es aber noch nicht möglich, eine Weite von fast 200 Billionen Kilometer zu überwinden. Lediglich Teleskope sind heute in der Lage, in derartige Fernen zu blicken. Doch dadurch ist bereits ein erster Schritt auf der Suche nach einer „zweiten Erde“ gemacht und die Forscher sind dem Traum, eines Tages „auswandern“ zu können, durch die Entdeckung von „Gliese 581 c“ vielleicht ein Stück näher gekommen.
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