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Das Mittsommerfest wird jedes Jahr zur Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni gefeiert – und das schon seit Jahrhunderten und in ganz Europa. Das Fest geht auf einen heidnischen Brauch zurück und wird besonders dort zelebriert, wo im Juni die Nächte kaum dunkel werden – also im Norden (Skandinavien). Gefeiert werden das Licht und die Fruchtbarkeit. In manchen Teilen Europas dient der Brauch auch dazu, die bösen Geister zu vertreiben und den Körper sowie Haus und Hof zu reinigen.
Vielen ist das Fest auch als „Johannisfest“ bekannt. Die Bezeichnung entstand jedoch erst viel später und hat nichts mit der Ursprungsbedeutung der Feierlichkeit zu tun. Um die heidnischen Bräuche in Europa zu verdrängen oder zumindest umzudeuten, gelang es den Christen, viele Feste anders zu benennen, um ihnen den Anschein zu geben, sie wären christlichen Ursprungs. Genau so geschah es mit dem Mittsommerfest. Es wurde zeitlich mit dem Namenstag des Heiligen Johannes dem Täufer am 24. Juni zusammengelegt, um das Heidenfest zu christianisieren.
Im deutschsprachigen Raum wird das Fest meist mit der Entzündung eines Mittsommer-Feuers am Abend der Sommersonnenwende gefeiert. Jedes Dorf entzündet sein eigenes Feuer, alle Kinder helfen beim Holztragen und bei den Vorbereitungen der Feier mit. An diesem Tag dürfen sie ausnahmsweise lange aufbleiben, auch wenn das Fest an einem Wochentag stattfindet. Ist das Feuer entzündet, sitzen alle Dorfbewohner darum herum, grillen Kartoffeln, Brot oder Würste und Kinder und junge Paare versuchen, über das Feuer zu springen. Der Sprung soll zusätzlich zu den schützenden Kräften des Feuers den Körper von allem Bösen reinigen.
Die Sommersonnenwende ist der längste Tag des ganzen Jahres und die Dorfgemeinschaft feiert diesen zusammen. Die heidnischen Bräuche stehen heute jedoch kaum im Vordergrund. Oft wird das Fest auch zum Anlass genommen, um über Dorfbewohner zu tratschen und dabei gut zu essen.
In Schweden wird die Feier nicht am Tag der Sonnenwende, sondern an dem Wochenende, das dem Tag am nächsten liegt, gefeiert. Bereits am Nachmittag beginnen die Feierlichkeiten. Der Maibaum wird aufgestellt und mit Bändern und Blumen geschmückt. Die Häuser werden dekoriert. Junge Mädchen tragen anlässlich der Feier Blumenkränze im Haar, ältere Menschen tragen den ganzen Tag über ihre Landestracht. Früher war es Brauch, dass jedes junge Mädchen sieben Blumen von der Wiese pflückt und sie sich unters Kopfkissen legt. In der Mittsommernacht soll ihr dann ihr zukünftiger Bräutigam im Traum erscheinen. Abends wird um den Maibaum getanzt und gesungen. Die Nacht, in der es ohnehin nicht dunkel wird, wird zum Tag gemacht.
Ähnlich wird das Mittsommerfest in Dänemark gefeiert. Dort ist die Feier ebenfalls sehr stark mit dem Johannestag verknüpft – weshalb es auch „Sankt Hans Aften“ (Sankt Johannes Abend) genannt wird. Es wird ein großes Feuer entzündet und im ganzen Land ertönen Volkslieder – aber auch Rockmusik auf Freilichtbühnen. Die Feier hat Volksfestcharakter, das ganze Land ist auf den Beinen. Das Mittsommerfeuer hat wie zu heidnischen Zeiten auch hier die Funktion, böse Geister zu vertreiben – oft wird auch eine Strohhexe verbrannt. Zum Höhepunkt des Festes wird eine „Feuerrede“ gehalten. Diente diese Rede früher dazu, die Kräfte des Feuers zu beschwören, so werden darin heute in witziger und ironischer Form verschiedene Themen – oft auch Politisches – besprochen. In vielen Orten Dänemarks gibt es nach den Feiern auch Fackel- oder Laternenumzüge. Sie stellen ebenfalls eine große Attraktion für Touristen dar.
Leider werden heute oft die ursprüngliche Bedeutung und der Zweck der heidnischen Feste vergessen und viele Menschen wissen überhaupt nicht mehr, was an diesem Abend gefeiert wird.
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