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Weltbank-Chef Wolfowitz tritt zurück - Nachfolger bereits gefunden
26.06.2007 (K. Lang)
Kategorie: Welt
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Schon seit einigen Wochen kursierten Gerüchte über angebliche Günstlingswirtschaft von Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz. Er soll seiner Lebensgefährtin Shaha Riza sowie einigen weiteren Personen zu Beförderungen innerhalb der Weltbank und zu völlig überhöhten Gehältern verholfen haben. Nun hat der Exekutivrat der Organisation beschlossen, dass Wolfowitz sein Amt am 30. Juni 2007 niederlegen soll.
Als Nachfolger an der Spitze der Weltbank ist nun der frühere stellvertretende Außenminister der USA Robert Zoellick gefunden. Mit ihm tritt erneut ein Mann aus dem nahen Umfeld von Georg W. Bush an die Spitze der Organisation. Ihm war von Beginn an wichtig, dass wieder ein Amerikaner die Führung der Weltbank übernehme. Mit einem Wechsel an der Führungsspitze soll sich die Bank auf ihre ursprüngliche Mission – die Hilfe für Entwicklungsländer – konzentrieren können.
Wolfowitz bestand in der Stellungnahme zu seinem Rücktritt darauf, dass auch die Weltbank ihre Fehler in der Affäre zugebe, um nicht allein als Schuldiger dazustehen. „Eine Reihe von Einzelpersonen“ solle „eine Reihe Fehler“ begangen haben, so Wolfowitz bei seiner Rücktrittserklärung. Er betonte immer wieder, dass er in gutem Glauben gehandelt habe und außerdem die Ethikkommission der Bank über seinen Zwiespalt informiert habe. Die Weltbank solle außerdem seine Verdienste und sein Bemühen anerkennen.
Als „Abschiedsgeschenk“ winkt dem Weltbank-Präsidenten nach seinem Rücktritt eine hohe Abfindung für seine zweijährige Tätigkeit in der Organisation. Bevor er 2005 sein Amt als Präsident antrat, war Wolfowitz Vize-Verteidigungsminister unter George W. Bush und ein großer Befürworter des Irak-Krieges.
Im US-amerikanischen Präsidenten fand Wolfowitz seinen standhaftesten Fürsprecher. Bush stand trotz hagelnder Kritik lange hinter Paul Wolfowitz. Erst kurz bevor der Rücktritt des Weltbank-Präsidenten offiziell bekanntgegeben wurde, äußerte sich auch Bush zu den Fehlern und Missständen in der Organisation. Er bedaure, dass es so weit gekommen ist, so Präsident Bush. Bei früheren Stellungnahmen bestand der US-Präsident stets darauf, dass Wolfowitz im Amt bleibe. Als dessen Rücktritt bereits bekannt war, schwang auch Georg W. Bushs Meinung um und er drängte auf einen baldigen Wechsel.
Die Weltbank hat ihren Sitz in Washington und den ursprünglichen Zweck der Hilfe für die nach dem Zweiten Weltkrieg schwer getroffenen Staaten. Heute konzentriert sich die finanzielle Hilfe vorrangig auf die Entwicklungsländer. Das Selbstverständnis-Papier der Organisation betont, dass jeder Mensch auf der Welt durchschnittlich 40.000 US-Dollar jährlich verdiene. Die Ressourcen seien jedoch sehr ungleich verteilt. Mehr als 1,2 Milliarden Menschen leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag.
Die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern sieht die Weltbank als ihre zentrale Aufgabe. Die rasche Ernennung Robert Zoellicks als Nachfolger an der Spitze der Organisation soll helfen, nach der Krise um Paul Wolfowitz die normalen Arbeitsabläufe wieder aufzunehmen.
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