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Die Fitnesswelle der letzten Jahre hat es bereits angedeutet: Wasser ist das neue Kultgetränk. „Viel trinken hält gesund, macht fit und lässt die Haut jünger aussehen.“ Durch diese oder ähnliche Werbesprüche wurden neue Wasserjunkies geboren.
Die Wasserindustrie nutzte die Gunst der Stunde und schuf neue Formen von Wasser, die heute vom einfachen stillen, bis hin zum sauerstoffangereicherten Wasser mit einem Fizzelchen Zitronenaroma reichen.
Aber wozu sind die neuen Spezialformen des Wassers gut? Haben sie tatsächlich einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit oder sind sie ein simpler Schachzug der Wasserindustrie, mehr Kunden zu werben und somit mehr Geld einzutreiben?
Fakt ist, ohne Wasser können die Menschen nicht existieren. Eine einfache Faustregel dazu lautet, man sollte täglich 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen.
Welchen Zweck hat also zum Beispiel der zusätzliche Sauerstoff im Wasser?
2001 brachten die Adelholzener Alpenquellen als erster deutscher Hersteller Sauerstoffwasser auf den nationalen Markt. Das Produkt fand sofort reißenden Anklang beim Verbraucher, wenn auch die tatsächliche Wirkung noch nicht ganz klar ist.
Es heißt, je mehr Sauerstoff der Körper hat, desto besser geht es ihm. In den neuen Mineralwasserformen steckt bis zu 25-mal mehr O2 (Sauerstoff) als in normalem Trinkwasser. Das entspricht etwa 5 zusätzlichen Atemzügen.
Die Symptome Müdigkeit, Schlappheit, Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen entstehen oftmals aufgrund von Sauerstoffmangel. Durch trinken von Sauerstoffwasser könne mit wenig Anstrengung das ursprüngliche Leistungsniveau erzielt werden und der Körper regeneriere sich schneller. Das will man am Institut für medizinische Physiologie der Universität Wien herausgefunden haben.
Der Mediziner und Privatdozent Dr. Frank Lammert vom Universitätsklinikum Aachen ist jedoch anderer Meinung. Zwar sei die Aufnahme von Sauerstoff aus Mineralwasser bei entsprechender Dosierung im Tierexperiment nachgewiesen worden, doch sei der durch den Magen aufgenommene Sauerstoff nach der Lungenpassage, in der das Blut mit eingeatmetem Sauerstoff so oder so gesättigt wird, nicht mehr von Bedeutung, schreibt er in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Ernährung und Medizin.
Wieder andere behaupten, das mit Sauerstoff angereicherte Wasser habe lediglich einen psychologischen Effekt auf den Verbraucher. Schon der Begriff Sauerstoff führe die Assoziation mit Frische, Fitness und Jugend herbei.
Es ist also festzuhalten, dass sich bisher weder positive noch negative Effekte des mit Sauerstoff angereicherten Wassers eindeutig nachweisen ließen.
Die Sauerstofffans bleiben dem Wasser jedenfalls treu und der Markt boomt mehr als je zuvor. Wasser ist und bleibt der Durstlöscher Nummer eins. Ca. 123 Liter trinkt jeder Deutsche im Jahr, rund 600 Marken stehen ihm dabei zur Auswahl. Die stillen Wasser stehen in der Beliebtheitsskala ganz weit oben, auch wenn sie für Sportler wegen ihres geringen Mineralstoffgehalts eher nicht geeignet sind.
Stiftung Warentest nahm mehrere Wasser unter die Lupe und brachte ein wenig Licht ins überdimensionale Angebot von Wassersorten. Pineo Luna Lleno, heißt der Testsieger im Geschmack. Dieses Wasser kommt aus Spanien und wird bei Vollmond abgefüllt. Besondere Kräfte werden ihm aber aufgrund dieser Tatsache nicht nachgesagt.
Abschließend ist also zu bemerken, dass weniger von Bedeutung ist, zu welcher Tageszeit das Wasser abgefüllt wird oder mit wie viel Sauerstoff es angereichert ist. Was zählt, ist, dass es den Durst des Verbrauchers löscht, schmeckt und erfrischt.
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