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Der Kunde als Kassierer
03.07.2007 (S. Vahle)
Kategorie: Technik
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Die Selbstbedienungskasse ist schon lange keine Neuheit mehr. Gerade in den letzten zwei Jahren hat sie vermehrt Einzug in den Einkaufsalltag genommen. In vielen Supermärkten ist sie bereits zu finden und ergänzt hier die herkömmlichen Kassen. Doch eine komplette Ablösung ist nicht vorgesehen.
Dem Kunden wird heute bereits in vielen Dienstleistungssektoren eine aktive Rolle zugeteilt. In zahlreichen Unternehmensbereichen sind Automaten schon lange zur Gewohnheit geworden, wie zum Beispiel bei Geldangelegenheiten und Ticketkauf. Nun soll der Kunde auch beim Kassieren seines Einkaufs tätig werden.
Im Jahre 2003 wurden die ersten Selbstbedienungskassen von der Supermarktkette Real erprobt. In den USA gehört das System bereits zum Alltag. Fast an jeder zehnten Kasse kann der Kunde seinen Einkauf selbst abkassieren. Soweit ist es in Deutschland noch nicht, aber die Selbstbedienungskassen sind auch hier im Vormarsch. Der größte Handelskonzern Metro führt die neuen Kassensysteme in seinen Filialen verstärkt ein.
Der Kunde wird dabei von einer Computerstimme geführt, die Schritt für Schritt Anweisungen gibt und sie auf dem Bildschirm darstellt. Zu Beginn kann die Sprache ausgewählt werden. Danach wird der Kunde durch das Menü geführt und bekommt eine Bedienungsanleitung. Ist das geschafft, kommt das eigentliche Kassieren der Ware. Hierbei wird immer ein Teil eingescannt und hinter der Kasse in eine Tüte gepackt. Unter ihr befindet sich eine Waage, die jedes Teil bis aufs Milligramm genau wiegt und mit den zuvor eingescannten Informationen vergleicht. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das Gewicht des Tüteninhalts mit dem der eingescannten Ware übereinstimmt.
Die Unternehmen sehen die Selbstbedienungskassen als zusätzliches Serviceangebot für den Kunden. Gerade in Stoßzeiten soll so eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden, die vor allem von Kunden mit wenig Ware gern genutzt wird. Ob es dabei zu einer wirklichen Zeitersparnis kommt, ist fraglich, aber der Kunde ist aktiv und verringert somit die Wartezeit.
Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren und bei Problemen zur Stelle zu sein, gibt es auch bei den Selbstbedienungskassen Personal. Hier genügt jedoch eine Aufsichtsperson für mehrere Kassen. Daher befürchten viele Arbeitnehmer den Abbau von Arbeitsplätzen. Die Gewerkschaften sehen die Selbstbedienungskassen noch nicht als Bedrohung. Sie sollen die herkömmlichen Kassen nicht ablösen, sondern lediglich ergänzen. Effekte auf den Arbeitsmarkt werden in den nächsten fünf Jahren nicht erwartet.
Anders sieht es dagegen bei dem Mischmodell von Bedien- und Selbstbedienungskasse aus. Hier befürchten Gewerkschaften eine tatsächliche Ablösung der herkömmlichen Kassen. Bei dem Mischmodell wird die Ware wie gewohnt bei einer Verkäuferin gescannt. Danach wird dem Kunden ein Bon überreicht, den er dann an einem Automaten bezahlt. Das Verfahren wird bereits in einigen Real- und Rewe-Märkten in der Praxis getestet. Hierbei warnen die Gewerkschaften vor der Ausweitung des Systems, da sie dadurch tausende von Arbeitsplätzen gefährdet sehen.
Die Selbstbedienungskassen werden in nächster Zeit wohl vermehrt Einzug in den Einzelhandel nehmen. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist dabei vorerst nicht vorgesehen. Es wäre aber nicht der erste Bereich, in dem neue Technologien die Arbeit des Menschen übernehmen.
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