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Jede zweite Laser-Operation findet in der Augenheilkunde Anwendung und ist auch aus jener heutzutage nicht mehr wegzudenken. Insbesondere in der refraktiven Chirurgie, Operationen zum Ersatz von Sehhilfen, finden verschiedene Laser-Techniken Verwendung.
Mithilfe eines Lasers kann Licht gebündelt und gezielt eingesetzt werden. Er kann schleifen, schneiden, schweißen und verschließen und ist somit ein universell einsetzbares Werkzeug der Mediziner. So bildeten sich im Laufe der vergangenen Jahre verschiedene Einsatzschwerpunkte heraus.
Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit
Bei Fehlsichtigkeiten wird der einfallende Lichtstrahl nicht genau auf die Netzhaut projiziert. Der Betroffene sieht entweder nur in der Nähe oder nur in der Ferne scharf und braucht für den jeweils anderen Bereich eine Sehhilfe. Bei Stabsichtigkeit führen Hornhautunebenheiten dazu, dass beispielsweise ein Punkt nicht als Punkt, sondern als „Stab“ wahrgenommen wird, also sehr verzerrt. Der Betroffene nimmt seine Umwelt wie durch einen Verzerrspiegel wahr, der alles in die Länge zieht. Ist eine Korrektur durch Sehhilfen nur unzureichend möglich, kann eine Laserbehandlung weiterhelfen. Hierbei wird die Hornhaut passend geschliffen. So lassen sich Weitsichtigkeit bis plus drei Dioptrien, Kurzsichtigkeit bis minus zehn und Stabsichtigkeit von plus drei bis minus drei Dioptrien beheben. Allerdings gibt es keine hundertprozentige Erfolgsgarantie, dass der Patient keine Sehhilfe mehr braucht. Zudem kann es unter Umständen zu Hornhautvernarbungen kommen.
Hornhautnarben
Hornhautkrümmungen oder -narben führen zu einer verzerrten Abbildung auf der Netzhaut, da das Licht durch diese Unebenheiten nicht gleichmäßig gebrochen werden kann. Mit Hilfe eines Lasers können Unebenheiten der Hornhaut schichtweise abgeschliffen werden, was die optische Brechkraft der Hornhaut verändert und wieder auf einen Brennpunkt zentriert.
Netzhautablösungen
Die Netzhaut ist sozusagen die „Kinoleinwand“ des Auges, auf der alle optischen Reize abgebildet und zu einem Bild zusammengefügt werden. Löst sich diese vom Auge ab, so kommt es zu Sehstörungen, die bei Nichtbehandlung bis zur Erblindung führen kann. Dies kann beispielsweise durch Glaskörperbewegungen (der Glaskörper beschreibt die zähe Flüssigkeit im Augeninnern) nur gering von der Aderhaut ab, kann sie anhand einer Laser Behandlung wieder angeschweißt werden. Auch bei Diabetes kann es zur Gefährdung der Netzhaut kommen. Neue Gefäße können unter ihr wuchern, welche sich mit Hilfe eines Lasers veröden lassen und so einer Netzhautablösung vorbeugen.
Nachstar
Als Folge des Grauen Stars, bei dem die Linse des Auges eintrübt, wird die eigene Linse entfernt und durch eine Kunststofflinse mit festgelegter Brechkraft ersetzt. Diese Kunststofflinse wird in den verbliebenen Teil der Linsenkapsel (Hülle der Linse) eingesetzt. Bei etwa 50 % der Operierten tritt im Laufe der Zeit ein Nachstar auf, der den hinteren Teil der Linsenkapsel trübt. Durch Einsatz eines Lasers wird ein Loch in die milchige Kapsel gebrannt und gewährleistet somit wieder klare Sicht.
Altersbedingte Makuladegeneration
Bei der Makuladegeneration – die Makula oder auch gelber Fleck ist die Stelle des schärfsten Sehens – wuchern undichte Netzhautgefäße im gelben Fleck und bilden Flüssigkeitsablagerungen. Dadurch wird die Netzhaut zerstört. Auch hier werden diese Ablagerungen mithilfe eines Lasers verödet, sodass sich der gelbe Fleck wieder erholen kann.
Noch längst sind nicht alle möglichen Anwendungsgebiete der Lasertechnik in der Augenheilkunde bekannt, die Suche nach weiteren Möglichkeiten bleibt spannend.
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