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Darfur wird von verschiedenen Bevölkerungsgruppen bewohnt. Zum einen von vielzähligen afrikanischen Stämmen und zum anderen von arabischen Stämmen, die seit dem 13. Jahrhundert immer weiter in die Darfur-Region vorgedrungen sind.
Schon zu vorkolonialen Zeiten herrschten in der Region viele Konflikte, da Darfur ein traditionelles Zentrum für den Sklavenhandel war. Die Konflikte bestanden hauptsächlich zwischen den arabischen und afrikanischen Bevölkerungsgruppen, die um die Sklaven konkurrierten. Weitere Gründe für die intensiven Auseinandersetzungen sind die verschiedenen ökonomischen Bedürfnisse der beiden Gruppen.
Während die Araber hauptsächlich nomadische Viehzucht betrieben, waren die Afrikaner sesshafte Bauern. Dadurch wurde die Konkurrenz um natürliche Ressourcen verstärkt. Auch Dürreperioden und die Verdoppelung der Menschen (auf sechs Millionen) in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts sorgten für fruchtbaren Boden, auf dem die Konflikte gedeihen konnten.
Im Jahr 1916 fand der letzte Aufstand Darfurs gegen das britische Imperium statt. Nach dessen Niederschlagung wurde die Region in den von Briten beherrschten Sudan eingegliedert. Der Sudan war 1899, nach der Rückeroberung durch die Ägyptische Besetzung, unter britisch-ägyptische Herrschaft geraten. Bis 1953 blieb der Staat britische Kolonie.
Erst 1994, während des sudanesischen Militärregimes, wurde Darfur in drei Bundesstaaten unterteilt. Seit der Einführung einer neuen Verfassung im Jahre 1998 ist das Recht auf Glaubensfreiheit und auf die Bildung politischer Organisationen gegeben. Allerdings folgte im Dezember 1999 der vom sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir verhängte Ausnahmezustand.
Die sudanesische Befreiungsarmee und die „Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit“ beschuldigten 2003 die arabisch dominierte Regierung, die Afrikaner zu unterdrücken. Als Antwort führten die Dschandschawid – eine arabische Miliz – im Namen der Regierung Luftbombardements und Bodenangriffe durch.
Die Milizen werden beschuldigt Massenmord, Vergewaltigung und Plünderung an der nicht arabischen Bevölkerung Darfurs begangen zu haben. Diese schweren Menschenrechtsverletzungen wurden von Menschenrechtsorganisationen als „ethnische Säuberung“, von den USA sogar als Völkermord eingestuft. Die Regierung weist die Mitschuld an den Gräueltaten der Milizen zurück.
Seit 2003 wurden mehr als 200.000 Menschen getötet. 2,5 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht vor der täglichen Gewalt, die in Darfur herrscht. Die meisten der Vertriebenen leben in Lagern und Städten. Sie sind zu einem Leben verdammt, das dem Gefangener gleicht. Durch die andauernden Attacken und Vergewaltigungen der Dschandschawid-Milizen, welche von der Regierung unterstützt werden, wird der Zustand verfestigt.
Am 30. Juli 2004 wurde die sudanesische Regierung von dem UN-Sicherheitsrat aufgefordert die internationalen Hilfsmaßnahmen zu erleichtern. Außerdem sollte sie die Dschandschawid-Milizen entwaffnen, ihre Führer festnehmen und ihnen den Prozess machen.
Ab Mai 2005 griff die NATO in der Krisenregion Darfur ein, nachdem die Afrikanische Union (AU) um logistische Unterstützung gebeten hatte. Die Nato sagte zu, um die Planungskapazitäten der AU zu unterstützen.
Eine Kommission des UNO-Menschenrechtsrates unter Jody Williams stellte im Dezember 2006 fest, dass die Regierung in Khartum an den Verbrechen teilhabe und überdies eine regelrechte Kampagne inszeniere, um den Aufstand nicht-arabischer Bewohner niederzuschlagen. Außerdem seien willkürliche Festnahmen, Unterdrückung politisch Andersdenkender und Beschränkungen politischer Freiheit an der Tagesordnung.
Während die EU der AU eine weitere Finanzierung von 7.000 Friedenssoldaten zusagen möchte, dringen die USA und Großbritannien auf eine neue UN-Resolution. Sie soll den Druck auf Khartum erhöhen und so für ein Ende der Gewalt sorgen. Der Amerikanische Präsident George W. Bush kündigte an zu handeln, wenn der sudanesische Präsident Omar al-Baschir nicht handeln würde. Er bezog sich damit vorerst auf schärfere Sanktionen und andere Strafen.
Jody Williams schloss den „Bericht zur Lage in Darfur“, der in Genf vorgelegt wurde, mit der folgenden Empfehlung: „Die feierliche Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft, ihre Schutzverantwortung wahrzunehmen, ist deutlich und dringend geworden.“ Sie wies zugleich auf die bisherige Ineffizienz der international getroffenen Maßnahmen hin. Es bleibt also nur zu hoffen, dass sich die horrenden Ausmaße der Menschenrechtskatastrophe in Darfur nicht weiter verschlimmern und ihre Opfer bald wieder in einem friedvollen Alltag leben können.
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