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Weltreise zum Nulltarif


30.08.2005 (O. Hoffmann) Kategorie: Computer

Bild: www.chip.de

Die ganze Welt baut sich derzeit mit Satellitenbildern im Web ihre eigenen Erlebnisreisen. Für eine Weltreise brauchen Sie bei Google Earth nicht einmal ein Ticket. Was schon seit 2004 mit NASA World Wind möglich war und für Begeisterung sorgte, setzt sich nun mit diesem Programm der Google-Entwickler für jedermann fort.

Aufgrund von hoch auflösenden Satellitenbildern, die erst seit der Übernahme der Luftbilder-Firma Keyhole im Oktober 2004 für Google zu Verfügung stehen, hat man eine virtuelle Welt geschaffen, die den staunenden Betrachter mal eben mit der Maus vom Wohnzimmer aus ins Weltall dirigiert. Man rauscht sozusagen über den Globus, um dann mit einem Dreh am Mausrad auf einem beliebigen Punkt der Erde zu landen (zumindest wenn dieser Punkt in einem der erfreulich zahlreichen Bereiche der Bilder liegt).

Das Kartenmaterial deckt nämlich derzeit in erster Linie die USA, Kanada, Großbritannien und weite Bereiche Westeuropas ab. Für alle anderen Erdteile sind ebenfalls Kartenausschnitte vorhanden, nur leider in niedriger Auflösung. Jedoch soll das Kartenmaterial nach und nach aktualisiert werden.

Wer nun glaubt, die ganze Welt „überwachen“ zu können, wird enttäuscht sein, denn viele der Aufnahmen sind in den letzten vier Jahren gemacht worden, sind also nicht tagesaktuell.

Dennoch besteht bei Google Earth extreme Suchtgefahr. In die Darstellung vieler Gebiete hat man sogar topografische Daten eingearbeitet, um mit Hilfe von ein bisschen virtueller Realität eine räumliche Ansicht zu erhalten. So ist es zum Beispiel möglich den Mount Everest zu erklimmen und wenige Sekunden später auf den Stufen des Eifelturms zu stehen.

Bei Zielen, die nicht in den USA liegen und die nicht gefunden werden, hilft es die internationale Länderkennung hinten dran zu hängen und schon erhebt man sich in die Stratosphäre und fliegt zum Ziel.

Man kann sich natürlich seine gefunden Highlights abspeichern und, wenn man möchte, all seine Ziele automatisch nacheinander „anfliegen“. Falls man nicht erst die ganze Welt nach seinen Wunschorten absuchen will, hat Wikipedia bei vielen seiner Artikel die relevanten Geodaten hinterlegt und die gibt es als Paket zum Beispiel bei der Uni Trier als Download.

Was Google wahrscheinlich mit seinem Programm auf Dauer beabsichtigt, wird schnell klar. Wenn man möchte, kann man seine Geschäftsadresse eintragen lassen und mit der Zeit soll eine Art globales Branchenbuch mit Navigation und Luftaufnahmen entstehen. In den USA kann man schon jetzt Hotelzimmer besichtigen und reservieren.

Prompt hat Microsoft auf diesen Vorstoß seines Suchmaschinen-Konkurrenten Google reagiert. Mit „MSN Virtual Earth“ ist ab sofort ein kostenloser Service im Beta-Stadium online, mit dem sich, ähnlich wie bei Google Karten, Orte auf der Welt anzeigen lassen können.

Jonathan Rosenberg, Vize Präsident im Produkt Management bei Google, sagte dazu: „Google Earth gibt Google-Nutzern ein leistungsfähiges Suchwerkzeug an die Hand und versetzt Anwender in die Lage, 3D-Bilder von jedem beliebigen Ort der Welt anzusehen sowie eine umfangreiche Datenbank mit Straßen, Firmen sowie anderen Informationen abfragen zu können. Keyhole ist eine wertvolle Ergänzung zu Googles Ziel, die Informationen dieser Welt zu verwalten und diese allgemein zugreifbar und nutzbar zu machen.“

Google Earth, NASA World Wind und MSN Virtual Earth sind alle drei als Freeware im Netz zu erhalten. Die Systemvoraussetzungen sind jedoch relativ hoch: 512 Megabyte RAM und eine neuere Grafikkarte sind empfehlenswert. Eine schnelle Internetanbindung ist Grundvoraussetzung.

Informationen und Downloads: earth.google.com
Downloadseite fürs Programm: www.chip.de
Geokoordinaten für Google Earth: www.polybos.de
Wikipedia-Geokoordinaten: www.webkuehn.de


(Zum Betrachten der Bilder auf das jeweilige Bild klicken!)



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