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Stirb langsam 4.0 - John McClane im 21. Jahrhundert


11.07.2007 (M. Lüttgemann) Kategorie: Kultur

Bild: www.filmstarts.de

Die großen Filmstudios in Hollywood setzen derzeit gern auf Fortsetzungen bewährter Kassenschlager. Sylvester Stallone wird im hohen Alter noch einmal zu „Rocky“ und „Rambo“, während Harrison Ford derzeit den vierten Teil der „Indiana Jones“-Saga dreht. Dem Trend folgend muss auch Bruce Willis in der Rolle des „John McClane“ in „Stirb langsam 4.0“ erneut in die Schlacht. Seit dem 27. Juni 2007 läuft der Film in den deutschen Kinos.

Handlung

Eine Gruppe um den ehemaligen Pentagon-Mitarbeiter Thomas Gabriel hackt sich in die Systeme verschiedener Behörden und legt so den Verkehr, die Börse und die Stromversorgung in Teilen der Vereinigten Staaten lahm. In dem entstandenen Chaos will Thomas Gabriel es dann zu sagenhaftem Reichtum bringen, indem er sich Zugang zu Finanzdaten verschafft und sich große Summen auf seine Konten transferiert.

Der Streifenpolizist John McClane gerät zwischen die Fronten, als er den jungen Hacker Matt Farrell zum FBI bringen soll. Die Behörde hat ihn in Verdacht, mit Gabriels Gruppe zusammengearbeitet zu haben. Schon als er ihn abholen will, kommen die beiden knapp mit dem Leben davon, denn die Terroristen sind ebenfalls hinter Matt her. Sie wollen Farrell töten, um einen Mitwisser, der an einem Teil ihres Plans mitgearbeitet hat, zu eliminieren. Es folgt eine Odyssee des ungleichen Paares durch den Osten der Vereinigten Staaten, immer auf den Spuren der Terroristen, ohne ihnen lange Zeit wirklich nahe zu kommen. Als Gabriel dann McClanes Tochter in seine Gewalt bringt, wird es persönlich – es kommt zum Showdown zwischen McClane und dem smarten Gabriel.

Besetzung

Regisseur Len Wiseman, der durch den Film „Underworld“ aus dem Jahr 2003 bekannt wurde, hat sich ein interessantes Ensemble zusammengestellt. Die Rolle des John McClane übernimmt wie in den vorangegangenen Teilen Bruce Willis. Der Polizist ist zusammen mit seinem Darsteller in Würde gealtert. Der rauhe, stets schimpfende und niemals aufgebende John McClane passt immer noch hervorragend zu Willis. Die anderen Rollen wurden mit aufstrebenden, nur Filmexperten bekannten Darstellern besetzt. Timothy Olyphant gibt den Thomas Gabriel ebenso überzeugend wie Justin Long den jungen Hacker Matt Farrell. Für die weiblichen Charaktere Lucy McClane, verkörpert durch Mary Elizabeth Winstead, sowie Maggie Quigley als Gabriels Assistentin gilt das gleichermaßen.

Fazit

20 Jahre nach seinem ersten Abenteuer ist John McClane ein viertes Mal im Einsatz. „Stirb langsam 4.0“, wie der Film in Anlehnung an den Begriff Web 2.0 heißt, befördert die Geschichte nicht nur dem Namen nach ins 21. Jahrhundert. Denn genauso, wie sich der Terrorismus in der Zeit seit den letzten „Stirb langsam“-Filmen gewandelt hat, wandelt sich auch die Bedrohung in McClanes Welt. Sie ist abstrakter geworden als noch in den ersten drei Teilen. Dort besetzten schwer bewaffnete Terroristengruppen einen Wolkenkratzer, brachten den Tower eines Flughafens in ihre Gewalt und raubten die Weltbank mit Hilfe eines gut inszenierten Ablenkungsmanövers aus. McClane spürte sie auf und besiegte sie. Im vierten Teil aber kann er nicht mehr so unmittelbar reagieren. In Washington fallen die Ampeln aus und die Täter sitzen Hunderte Meilen entfernt. Das zeigt auf, wie sehr sich die Bedrohungsszenarien gewandelt haben.

„Stirb langsam 4.0“ ist ein guter Film, der nie an Spannung verliert. Rasante Actionszenen wie McClanes unglaubliche Flucht in einem LKW vor einem Jagdflugzeug sind eingebettet in eine gute Geschichte rund um die Themen Überwachungsstaat und Verletzlichkeit einer vernetzten Welt. Seine stärkste Szene hat der Film aber, als McClane das erste Mal mit seinem Widersacher spricht. Während des Gesprächs greift Gabriel dabei auf alle in den staatlichen Systemen verfügbaren Informationen über McClane zu. In Sekundenschnelle streicht er ihm die Rentenansprüche und spricht ihn auf seine gescheiterte Ehe und seine Tochter an. Hier weht ein Hauch von George Orwells Roman „1984“, ein Hauch vom gläsernen Bürger durchs Kino.

Nicht nur ausgesprochenen Actionfans sei „Stirb langsam 4.0“ also ans Herz gelegt. In einer komplexer werdenden Welt müssen auch Actionfilme komplexer und vielschichtiger werden. Dieser Aufgabe wird „Stirb langsam 4.0“ vollauf gerecht und garantiert zwei Stunden gute Kinounterhaltung.

Wie hat Ihnen der Film gefallen? Ist Bruce Willis eventuell zu alt für solche Actionfilme? War ein vierter Teil wirklich nötig? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum!



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