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Am 26. Juni 2007 verstarb Josef „Jupp“ Derwall nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 80 Jahren.
Jupp Derwall wurde am 10. März 1927 in Würselen (Kreis Aachen, Nordrhein-Westfalen) geboren. Seine Spielerkarriere begann im Jahre 1949 beim „BV Cloppenburg“, wo er nur ein Jahr blieb, um danach zu „Rhenania Würselen“ zu gehen.
Von Würselen aus wechselte er zur Mannschaft von „Alemania Aachen“, mit der er 1953 das DFB-Pokalfinale erreichte, jedoch gegen „Rot-Weiß Essen“ den Kürzeren zog. Während der Zeit bei seiner letzten Station als Spieler in „Fortuna Düsseldorf“, bestritt er im Jahre 1954 zwei Länderspiele für Deutschland. Keine leichte Aufgabe, denn er sollte in die Fußstapfen des gerade erst zurückgetretenen Fritz Walter, des Spielführers der „Helden von Bern“ in der Weltmeisterschaft von 1954, treten.
Seine Trainerkarriere begann er 1959 in der Schweiz beim Aufsteiger „FC Biel Bienne“, von wo aus er zum „FC Schaffhausen“ wechselte, bevor er wieder nach Deutschland zog. 1972 wurde er Nationaltrainer der Olympiamannschaft des DFB, die aus Amateuren bestand und trotz Spielern wie Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld bereits in der Zwischenrunde an Ungarn und der DDR scheiterte.
Von 1970 bis 1978 war er Assistenztrainer der A-Nationalmannschaft von Trainer Helmut Schön, die 1972 Europameister und 1974 Weltmeister wurde. Nach Helmut Schöns Rücktritt wurde Jupp Derwall Cheftrainer des Nationalteams. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 1980, außerdem wurde er mit der deutschen Elf bei der Weltmeisterschaft 1982 Vizeweltmeister.
Bei der Europameisterschaft 1984 in Spanien verließ „Häuptling ondulierte Silberlocke“, wie ihn Max Merkel (Trainer und später Bild-Kolumnist) einst wegen seiner silbergrauen Haare nannte, das Glück und so schied die deutsche Mannschaft bereits in der Vorrunde aus. Aufgrund des Drucks der Boulevardpresse, die in persönlichen Beleidigungen gipfelten, zog Jupp Derwall die Konsequenzen und trat zurück.
Er fand schließlich eine neue Herausforderung beim türkischen Club „Galatasaray Istanbul“, wo er seine Mannschaft zweimal zum türkischen Meistertitel führte und einmal den türkischen Verbandspokal in den Händen halten durfte.1989 wurden seine Verdienste in der Türkei mit dem Ehrendoktortitel der Universität Ankara gewürdigt.
Die Trauerfeier fand im saarländischen St. Ingberg statt, wo Jupp Derwall gemeinsam mit Ehefrau Elisabeth lebte. Unter den 500 Trauergästen befanden sich unter anderem der DFB-Präsident Theo Zwanziger, Franz Beckenbauer und Uwe Seeler (Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft) sowie eine Delegation des türkischen Fußballverbandes, vertreten durch den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim und den Club „Galatasaray Istanbul“. Sie reisten extra wegen des Trauerfalls nach Deutschland an, um einem großen Sportsmann der Fußballwelt die letzte Ehre zu erweisen.
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